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Was macht das Leben in Kuba noch so aus?
In den Strassen von Habana gibt es keine Leuchtreklame - ausser an Touristen (legal oder illegal) versucht niemand seine Waren in kapitalistischem Stile anzupreisen. Wenn es etwas gibt, was angepriesen wird, so ist es Fidel Castro, Che Guevara und die positiven Dinge, die aus der Revolution 1959 hervorgingen - und dies immer wieder. Und noch eine "Sache" sehen wir oft, die Veraergerung ueber das US-Wirtschaftsembargo und das schlechte Verhaeltnis zwischen den beiden geographsich nahe gelegenen Laendern.
Zum allgemeinen Strassenbild blebt zu sagen, dass Habanas Glanz aus alten Zeiten in einigen Stadtteilen (zumeist nahe der Kueste) immer noch deutlich zu sehen ist. Nicht nur die Haeuser, auch Innenhoefe und Mobiliar sowie Geschirr lassen auf reichere alte Zeiten schliessen. Doch teure Renovierungen sind dringend noetig und hierbei leider auch der immer weiter zumnehmende Verfall sehr deutlich.
In intensiven Gespraechen mit unserem kubanischen Spanischlehrer Esteban lernen wir, dass es in Kuba fuer die 11 Millionen Einwohner viele Be- und Einschraenkungen gibt, die das Leben jedes Einzelnen regulieren und auch teilweise limitieren. So muss unser Aufenthalt in jeder privaten Unterkunft innerhalb von 24 Stunden bei der entsprechenden Behoerde gemeldet werden - und auch der Hausbesuch unseres Spanischlehrers ist meldepflichtig, mit Uhrzeit und Personalangaben. Aber auch grundsaetzliche Dinge, wie das Reiseverbot (ausser fuer Kuenstler oder man hat einen Buergen in dem Reiseziel, aber selbst dann kann ein Visum 4-6 Jahre dauern), das Verbot seine Meinung, insbesondere in politischer Hinsicht, zu aeussern (so gibt es 3 offiziell erlaubte Fernsehsender und eine einzige Zeitung im Land) oder dass es keine freien Wahlen gibt.
Jeder Kubaner erhaelt nach Abschluss seines Bildungsweges vom Staat eine Liste moeglicher Arbeitsplaetze, von denen er eine Option auswählen kann. An diesem auserwaehlten Arbeitsplatz verbringt er zunaechst zwei Jahre ohne Bezahlung. Nachdem er dann die noetige Berufserfahrung gesammelt hat, darf er (muss aber nicht) dort "richtig arbeiten". Die Arbeitsbedingungen sind, wie auch in Europa, je nach Beruf sehr unterschiedlich. Einen sicherlich in Kuba und weltweit bekannten Beruf entdecken wir in der Zigarrenfabrik Partagas - den "Zigarrenroller". Hier sind die Arbeitsbedingungen aehnlich (wenn auch eventuell laenger) wie in einer deutschen Industriefabrik. Hier werden die weltberuehmten Havannas "Cuhiba" sowie "Romeo & Julieta" gedreht. Die Ausbildung zum Zigarrenroller dauert 9 Monate und nur ein Drittel der Ausgebildeten besteht und darf danach in diesem Beruf arbeiten. Eine Kiste mit 25 Zigarren belaeuft sich im Schnitt auf 300Euro - dass der Schwarzmarkt fuer Zigarren boomt, braucht dabei fast nicht mehr erwaehnt werden...
Ueber den Gesundheitszustand Fidels (El comandante, wie man ihn hier oft nennt) weiss man hier auch nicht mehr als bei uns. Seitens der (unfreien) Presse wird nur "Alles OK" veroeffnetlich und ab und an werden ein paar Worte an das Volk von Fidel in der (einen) Zeitung abgedruckt. Der vom Volk als weniger charismatisch angesehene Bruder Raul hat einigen Stimmen zufolge eine sehr strenge Hand, soll aber eventuell in Sachen Oeffnung zum kapitalistischem Weltmarkt liebraler sein. Was jedoch wirklich passiert, steht in den Sternen. So ziemlich alles scheint denkbar.
Und etwa in der gleichen Stimmung verlassen wir Kuba. Das Land, das einen fasziniert und einen staunen und manchmal fast ein wenig erschrecken laesst, das die Menschen so bildet und jeden medizinisch und auch sonst versorgt aber in dem oft der Staerkere doch gleicher ist als der Gleiche.




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