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  Photo “Torres del Paine, Circuit”
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Nachdem wir einige Tage bei Hannahs Freunden Hermann und Silvana im heissen Santiago de Chile verbracht haben, fliegen wir aus der zivilisierten Welt in das wilde Patagonien. Willkommen im Nationalpark Torres del Paine.

Intensive Ueberlegungen ueber die Anzahl einzupackender Socken oder Lebensmittel bringen unsere Rucksaecke das Startgewicht von 10 bzw. 12 kg fuer unsere Umrundung der beruehmten Gesteinsformationen. Schlussendlich landet neben Zelt, Socken und Isomatte auch der Gaskocher im Gepaeck und gibt uns damit, abgesehen von einigen kleinen Proviantnachschueben und dem Frischwasser, welches wir eiskalten Baechen entnehmen, voellige Unabhaengigkeit. So bepackt starten wir unsere 10-Tages-Rucksacktour.

Der Weg fuehrt uns entlang an steppenaehnlicher Landschaft, durch tiefe Waelder, ueber Berge und Huegel, sowie an atemberaubenden Gletschern und wunderschoenen Seen in unterschiedlichen Farben, von tuerkisgrau ueber milchig gruen bis tiefblau, vorbei. Besonders schoen ist ein kleiner See am Fusse des Gletschers Los Perros. Er wird umrandet von einer Geroellmoraene auf der sturmaehnlicher Wind blaest. Wir steigen den Geroellberg hinunter, fassen hinein und stellen fest: er ist eiskalt. Kein Wunder, denn es schwimmen jede Menge Eisbrocken darin herum - in allen Groessen -  von Melone bis PKW. Wir fischen uns einige Brocken heraus und machen Fotos. Erst als unsere Haende kalt genug sind, machen wir uns wieder auf den Weg. Das Wetter ist auf unserer Seite, in der Sonne ist es warm und der (teils sehr starke!)Wind bringt die Kuehle. Grossartig ist auch der Gletscher Grey - er ist riesig und gehoert zur zusammenhaengenden Eismasse des sogenannten Hielo Patagonico Sur von insgesamt 300km. Wir erblicken ihn zum ersten Mal, als wir unsere persoenliche Herausforderung der Wanderung, den Pass namens John Garner, ueberqueren. Seine Groesse ist gewaltig, er reicht bis weit hinter den Horizont - schier unglaublich. Der Blick von oben auf diese grosse Eismasse laesst uns viele tiefe Spalten erkennen. In einigen Furchen hat sich Wasser gesammelt und schimmert kraeftig blau wie Pelikantinte. Wir campen am Fusse des Gletschers und beobachten schwimmende Eisberge..

Unsere Muskeln, Knochen und Fuesse bleiben uns treu und fuehren uns sicher die gesamten 120km durch den Park, besser als Adrians (einzigen) Schuhe, welche bereits am zweiten Tag anfangen sich zu verabschieden (Symptom: Schnabelgesicht auf beiden Seiten vorne). Aber mit Hilfe von Teppichkleber, Kordeln, Draht und Powertape werden in taeglichen Operationen die Sohlen fixiert und so schaffen sie es bis zum letzten Schritt.

An unserem letzten Tag werden wir mit dem wunderschoenen Anblick eines, ueber die Mitte eines grossen Sees gleitenden Condors belohnt. Der praechtige Vogel hinterlaesst uns einen bleibenden Eindruck, der fuer die Schoenheit des gesamten Parkes steht und uns sicher auch noch bei unserem naechsten Abenteuer, der 3-taegigen Schifffahrt nach Puerto Montt, begleiten wird.


Comments or Questions for the Author

VJ says:

Ich habe herzlich gelacht über den feinen Humor und bin mir an einigen stellen nicht im klaren ob ich eine leichte Ironie herauslesen kann oder ob hier wahrhaftig eine Liebe zu dem klaren Eiswasser und tobendem Starkwind zu lesen ist.- Vermutlich beides. Herzliche Grüße Vijay

Posted 2/26/2008 2:38:29 PM ( permalink )

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