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what a city!

From Travelling in China in Shanghai, China on Dec 17 '05

puschnije has visited no places in Shanghai
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Shanghai with Pudong Skyline
Shanghai with Pudong Skyline
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Sehr muede nach der langen Reise kam ich in Shanghai an und telefonierte mit meiner Hospitality-Club Bekannschaft, da sie arbeitete, musste ich den ganzen Nachmittag samt Gepaeck totschlagen.... kam mir irgendwie sehr bekannt vor nach der 8 stuendigen Warterei am Bahnhof in Wuhan vom Vortag... jaenu.... nach einem sehr guten Schlaf (!) in einem Cafe eines Shoppingkomplexes ging auch das vorbei und ging am Abend mit ihr in ihre Wohnung im Gebiet Pudong und nach einem gemeinsamen Essen war wieder schlafen angesagt.

Endlich wieder ausgeruht und ausgeschlafen ging ich am naechsten Tag auf eine erste Erkundschaftstour durch diese riesige aber ziemlich kompakte Stadt bis ich zum Huangpu Fluss gelangt war, der zwischen Pudong und dem eigentlichen Shanghai durchfliesst. Dort sah ich zum ersten Mal die Skyline vom Bund und dann spaeter auf der anderen Flussseite die Skyline von Pudong und wusste sofort, dass mir diese Stadt gefallen wird. Es war auch schoen sonnig was ich doch sehr genoss nach dem ganzen Smog und Nebel den ich hatte seit ich von den Bergen runtergekommen war.

from a Skyscraper
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Was ich nicht bewusst gewusst habe, Shanghai war mal vor dem 2. Weltkrieg die fuehrende Handelstadt von ganz Ostasien und Ausgangspunkt des europaeischen Imerialismus in China. Wobei... was und wieviel wusste ich vorhin eigentlich ueber China? Dass es ein Kommunistischer Staat ist und sonst nicht viel mehr.

Doch mit dem Ende des 2. Weltkrieg aenderte sich viel und es begann eine 40 jaehrige Stagnation und geradeso als waere eine  ziemlich ereignislose Zeit angebrochen, als die Kommunisten kamen und die Auslaender gingen. In dieser langen Zeit bis zu den 90er Jahren betrieb die Zentralregierung in Beijing scheinbar bewusst den Niedergang Shanghais, als sie die hier erwirtschafteten Ueberschuesse fuer andere Landesteile bis zu einem Grad abschoepfte, dass die Stadt zusehends einem lebendigen Museum glich, einer Stadt, die mit ihrer weltweit groessten Ansammlung von Art-deco Gebauden in den 40er Jahren stehen geblieben zu sein schien. Mitte der 80er Jahre fiel dann der Entschluss, Shanghai ein weiteres Mal die Vorreiterrolle fuer die Moedernisierung Chinas zuzuweisen, und seither kennen die entfesselten wirtschaftlichen Energien kein Halten mehr. Das ganze U-Bahnnetz, die kolossalen Autobahnen, irrwitzigen Trassen und Bruecken, unzaehlige Einfaufszentren und Hotelgebaeude sind in nicht mehr als den letzten 15 Jahren entstanden und die ganze Wirschaftssonderzone Pudong am gegenueberliegenden Flussufer des "eigentlichen" Shanghais mit all seinen futuristischen Wolkenkratzer, insbesondere dem wie eine Rakete anmutenden 457m hohen Fernsehturm (die Perle des Orients) und des neuen 420 m hohen Jin Mao Centre war vor 20 Jahren nicht mehr als ein Sumpfgebiet das vorallem landwirtschaftlich genutzt wurde. Im Vertrauen darauf, dass Pudong eines Tages zu den wichtigsten Handelszentren Asiens, ja villeicht der Welt, zaehlen wird, sind hier bis heute bereits ueber 70 Milliarden US-Dollar investiert worden. All die Plaene kamen infolge der Finanzkrise Asiens im Jahre 1997 zeitweilig ins Stocken, doch inzwischen hat eine allmaehliche Erholung eingesetzt. In naher Zukunft wird hier auch das hoechste Gebauede der Welt stehen, das Shanghai Finanzcenter. Pudong ist in erster Linie ein von der Wirtschaft gepraegter Bezirk, der abgesehen von der Skyline und einem guten Training der Halsmuskulatur beim bestaendigen Blick nach oben nicht viel mehr Interessantes bietet.

Nightview Pudong
Nightview Pudong
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Wie schon erwahnt, auf der anderen Flussseite liegt der Bund, eine der beeindruckensten Strassen von ganz Shanghai. Zu Zeiten, da Shanghai seine wilde Blutezeit erlebte, befand sich am Bund nicht nur das Finanzzentrum der Stadt, es gab hier auch einen betriebsamer Hafen wo saemtliche Gueter, von Seide ueber Tee bis zu schwerem Industriegeraet, unter der wachsamen Kontrolle britischer, spaeter auch amerikanischer und japanischer Kriegsschiffe eintrafen. Zwischen all der Hektik gingen wohlhabende Auslaender von Bord ihrer Schiffe, um sich durch die Menge von Bettlern, Strasenverkaeufern, Schwarzhaendlern, Schuhputzern und ueberbeladenen Kulis ihren Weg zu einem der luxuriosen Hotels zu bahnen. Obwohl die meisten Schiffe heute weiter stroabwaerst anlegen, werden die Wasserstrassen noch rege als Verbindungswege genutzt, und der Bund selbst wird gerne als Ort fuer einen Abendspaziergang aufgesucht, waehrend Touristen von ganz China die Uferpromenade entlangschlendern und Fotos von sich vor dem im Hintergrund aufragenden Fernsehturm machen.

Harbour by Night
Harbour by Night
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Was mich in Shanghai im Vergleich zu anderen Grosssaedten in China vorallem beindruckt hat, ist, dass das alte Shanghai nicht ueber Nacht zu verschwinden droht. Das kommt auch davon, dass Shanghai im Unterschied zu anderen grossen Staedten Chinas erst in juengerer Vergangenheit einem Umbau groesseren Stils unterzogen worden ist. Zwar werden immer schneller neue Gebaeude aus dem Boden gestampft, in einigen Teilen jedoch gleicht die Stadt noch heute einer Zukunftsvision aus den 20er Jahren und die Stadt verbindet bis heute eine tiefe Bande mit seiner kolonialer Vergangenheit  was vorallem eben an diesem Bund zum Ausdruck kommt. Dort wo die Gebaude wie das ehemalige britische und russische Konsulat und eine Reihe andere neoklassizistische Bauten, die einst errichtet wurden um die grossen auslaendischen Unternehmen zu beherbergen, vom "alten" Shanghai geblieben sind und man sich mehr im alten Europa denn in China waehnt. Obschon es ironisch anmuten mag, dass gerade die Relikte des verhassten auslaendischen Imperialismus wie der Bund heute als staedtische Denkmaeler geschuetzt werden. 

busy Street
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Auch sehr speziell und ziemlich "unchinesisch" ist die ehemalige Franzoesische Konzession, die mit all seinen kolonialen Art-Deco Gebaeude, baumgesaeumte Strassen, suendhaft teuren Boutiquen und den vielen Baeckereien sehr stilvoll und elegant auf mich wirkten. Ein Hoch auf die Croissants, war das ein Hochgenuss nach so vielen Monaten wieder mal ein leckeres und frisches Gipfeli zu kosten. Im Jahre 1921 war dieses Gebiet uebrigens der Schauplatz fuer die erste Versammlung der Kommunistischen Partei Chinas.

Bazaar, Old City
Bazaar, Old City
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Eine ganz andere Welt betritt man in der Altstadt nahe des Bundes, die immer mehr von grossen Wolkenkratzern umringt werden und die wohl frueher oder spaeter verschwinden wird. Mit all seinen dreckigen kleinen Gassen mit seinen vielen kleinen Shops und den zahllosen behelfsmaessig errichteten Maerkten, durchzogen von Oberleitungen und ueberall an den Fenster und ueber den Gassen hangen Kleider zum trocknen. Als ich dort hinging hatte ich irgendwie das Gefuehl, dass ich irgendwo von einer westlichen Stadt in die "Chinatown" kam.. bis mir wieder in den Sinn kam dass ich mich ja im Reich der Mitte befinde :). Das Zentrum der Altstadt hat mir nicht so gefallen und ich hielt mich mehr in den authentischen kleineren Gassen auf. Im Zentrum bei einem Tempel ist es sehr touristisch und dort wurde ein neues Basarviertel gebaut, wo hunderte von chinesischen Touristen angelockt werden um gefaelschte Antiquitaeten, Bildrollen und kitschige Souvenirs zu kaufen.

Erwaehnenswert ist noch die Nanjing Lu die zu Zeiten der auslaendischen Konzessionen als Mischung aus Broadway und Oxford Street galt und sich auch heute noch als eine der belebtesten Einkaufsstrassen von ganz China oder sogar weltweit behauptet. Im Strom der Menschenmassen kommt man an unzaehligen Imbissangeboen, Boutiquen, Schoenheitssalons, Kinos, Hotels und vor allem riesigen Kaufhaeusern vorbei und zusammen mit all dem grellen Neolicht der Werbe- und Leuchtreklamen und den eindrucksvollen Schaufenstern mit all den Luxusartikeln, fuehlte ich mich mehr in einem Disneyland als an einer Einkaufsstrasse. An dieser Strasse ist auch das groesste und wohl aelteste Kaufhaus von ganz China anzutreffen und wird taeglich von 100'000 (!) Chinesen besucht. Was fuer mich damals noch speziell und einzigartig vorkam hat sich mittlerweile alles ein bisschen relativiert seit ich in Hong Kong gewesen bin, doch davon spaeter.

Nanjing Road by Night
Nanjing Road by Night
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Ich blieb etwas mehr als eine Woche in dieser Stadt und am letzten Tag machte ich noch einen Tagesausflug ins laendliche Gebiet in der Naehe von Shanghai dass mit zahlreichen Fluessen, Kanaelen und Seen gepraegt ist und daher intensiv fuer die Landwirtschaft benutzt wird. Hier ist auch der Kaiserkanal, mit 1800 km Laenge der laengste von Menschenhand geschaffene Kanal der Welt und neben dem Bau der grossen Mauer die gewaltigste bautechnische Leistung Chinas. Zweck des kuenstlichen Wasserwegs war es, die fruchtbaren Reisanbaugebiete des Yangzi-Beckens mit den dichter bevoelkerten und weniger produktiven Gegenden des Nordens zu verbinden, um die Auswirkungen von regelmaessigen Missernten zu mildern und Hungersnoeten vorzubeugen und natuerlich den Handel voranzutreiben. Die Chinesen weisen gerne darauf hin, dass die Grosse Mauer errichtet wurde, um Kontakte und Kommunikation zu verhindern, waehrend selbige durch den Kanal gefoerdert werden sollten. Mein Ziel an diesem Tage war ein kleines Staedtchen in der Naehe von Suzhou namens  Tongli. ein typisches und schoenes Beispiel der Kanaldoerfer- und staedte dieser Region. Fast alle Haeuser liegen dort an Kanaelen, die von unzaehligen Steinbruecken ueberspannt werden und praktisch saemtliche Fortbewegung findet mit Hilfe von Booten statt... also eine Art eines chinesischen Venedigs. Im Zentrum ist auch alles ein bisschen touristisch (doch zu dieser Jarheszeit nicht so schlimm) und mit vielen Souvenirshops und Restaurants gesaeumt, doch abseits davon fuehren jedoch Seitengassen an malerischen Kanaelen mit erhabenen Bruecken, ueberhaengenden Weiden und schoenen Spazierwegen am Ufer.


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