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Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schoen?????

From Seelensuche in Südostasien (Januar+Februar 2008) in Ha Noi, Vietnam on Jan 22 '08

jup2008 has visited no places in Ha Noi
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23.01., 17.00 Uhr, puenktlich warte ich bei meinem Hostel auf das Auto, welches mich abholen und zum Busbahnhof bringen soll. darueber komm ich so mit dem Hostelchief ins Gespraech und schon bald stellt sich raus, dass er 1985 studierenderweise in Magdeburg war. dafuer gabs dann einen vorzueglichen LaoKaffee mit gezuckerter Kondensmilch (moegen die hier genauso wie ich), und ein halbes Stuendchen schwatzen uber West/Ost und frueher und heute. der Zubringer kam dann auch mit einstuendiger Verspaetung (also auf laotisch - puenktlich), sammelte mich und noch 8 andere Foreigner ein und brachte uns zum Busbahnhof, naja sagen wir mal altes Rollfeld, welches nach dem letzten Bombardement mehr recht als schlecht wieder geflickt wurde. Alle Busse nach Hanoi waren schon voll (wir waren ja auch ziemlich spaet dran) und so blieb nur noch einer, den ich im normalen Leben wohl nicht fuer voll genommen haette fuer uns uebrig. Na gut alle rein und ab gings. Nach zwei Stunden der erste Zwischenstopp an einer dieser ominoesen Bretterbuden, wo komischerweise immer alle vorbeifahrenden Busse anhalten und essen gehen. warten, dass die Buscrew Nudelsuppe oder was auch immer gegessen hat und weiter - dachte ich. Bisher waren wir ja fast allein im Bus mit unseren paar Auslaendern, jetzt stiegen aber noch ein paar Asiaten dazu, die sich aufgrund ihres Auftretens auch schon sehr bald als Vietnamesen outeten. Wenn man zwei Wochen zurueckhaltende, ja fast scheue, zumindest im Umgang mit Auslaendern, auftretende Laoten gewoehnt war, waren die laut auftretenden, zum Teil agressiv wirkenden Vietnamesen schon sehr gewoehnungsbeduerftig. Also erster Eindruck - nicht so berauschend. Besser wurde es auch nicht, als wir dann zum oertlichen Drogenbaron oder was auch immer das war, jedenfalls gings durch finsterste Seitengassen ueber Felder und Hinterhoefe (stand so bestimmt nicht im Fahrplan drin) fuhren. Dann wurde der Bus beladen, Bettgestell, Kuehlschrank Autoreifen, Autokuehler, Felgen, Wasserschlaeuche und Saecke, Saecke und nochmals Saecke. Alles aufs Dach, in den Kofferraum und ein Grossteil der Saecke auch noch auf den Gang des Busses, so dass man eher drueber kriechen als laufen konnte, wenn man mal nach vorne musste. Also die etwas unangenehmen Vietnamesen an Bord, Waren aller Art und ab gings Richtung Lao/Vietnamgrenze. gegen 2 Uhr in der Nacht erreicten wir die naechste Suppenkueche, wo die Aussentemperaturen doch schon erheblich tiefer waren als im 25-30 Grad warmen Vientiane, also schnell die lange Hose an und Fleeceshirt ueber und warten!!!! Das dauerte dann bis 6 Uhr morgens und dann gings auch schon zum Grenzuebergang. an der Grenze alle raus zum auschecken aus Laos. Man stelle sich einen ca. 20 m langen und 2,50 m breiten Gang vor, in der Mitte an der rechten Wand zwei Din A4 grosse Counter , zu denen jeder musste. Und dass alles mit schaetzungsweise 300 Leuten. Zum Glueck zaehle ich mit meinem Gewicht hier schon zu den Schwergewichten, so dass wir Auslaender uns im Pulk doch ziemlich konsequent durch diese asiatische Menschensuppe schieben konnten, wenn ich auch zum Teil das Gefuehl hatte, Teil einer grossen Polonaise zu sein, weil ich zwischenzeitlich immer mal wieder einen kleinen Asiaten an mir haengen hatte, der so quasi durch die Asia-Menschensuppe surfte. Am Schalter nach ca 1 Stunde angekommen, dauerte es eine weitere bis unsere Paesse bearbeitet wurden und dann wieder raus aus der Suppe. Und weiter zur vietnamesischen Seite, zum einchecken.

Anderes Land - gleiches Bild, die dreihundert Leute von eben, an aehnlich aussehenden Schaltern und 2 Leute, die gewissenhaft alle Paesse pruefen. Unsere Paesse wurden dann auch gleich auf den Platz des Sachbearbeiters gelegt, der nur fuer uns zustaendig war - aber, da sass keiner. Also gut nach 10 Minuten die erste freundliche Frage an den netten Sachbearbeiter, der einen Stuhl weiter die einheimischen Paesse kontrollierte, wann denn jemand kaeme um die Overseapaesse zu bearbeiten. Freundliches laecheln 5 Finger, also 5 Minuten? oder lass mal alle fuenfe grade sein?......

Nach weiteren 10 Minuten, unsere Paeesse setzten schon Schimmel an, wieder die freundliche Frage nach dem Sachbearbeiter und wieder das freundliche laecheln 5 Finger..... Nach weiteren 10 Minuten hab ich dann die Strategie geaendert und mit all meinem Wortschatz und mit gewaltiger Stimme durch den Sprechschlitz gedroehnt, totale Ruhe im Raum, eisiges Schweigen auf der Seite der Offiziellen, ein tiefer Blick des Sachbearbeiters in meine nun nicht mehr freundlichen Augen, ein griff nach rechts - nein nicht zur Waffe, sondern zu dem Glatten (fuer alle dies nicht wissen, dass ist der ganz neue bei der Armee, also die aermste Sau unter diesem Planeten) der dort sass und fleissig einheimische Paesse stempelte. Der sprang auch sofort auf, setzte sich zu unserem Stapel Paesse und fing an zu arbeiten. Wieder ein tiefer Blick des Offiziellen in meine nun nicht mehr grimmig schauenden Augen und als ich anfange zu lachen, merkt er wohl, dass er mir auf den Leim gegangen war. Dieser bevorzugte Service kostete uns zzgl. zur offiziellen Einreisegebuehr am Ende jeweils noch einen Dollar pro Pass, weil die ohne diesen Dollar einfach nicht mehr durch den Durchreichschlitz passten. Geschafft!!! Fuer 2 Stempel sage und schreibe 4 Stunden gebraucht - Zeit spielt keine Rolle!! Das Wetter war saukalt, weil hoch in den Bergen und dazu noch so ein feinstaubiger Nieselregen, der dierekt aus der Wolke in der wir steckten auf uns niederging. Also waren wir waehrend der 4 Stunden schoen nass, schweinekalt und durchgefroren als es wieder in den Bus ging. Jetzt schnell Heizung an und schon ist es ruck zuck gemuedlich! Heiz-was??? In diesem Bus gabs ausser voellig zugigen Fenstern nichts was funktionierte, also kein Licht und nichts. Also alles anziehen was greifbar war, was sicher mit einem Fleeceshirt uber meiner Hose und die Fuesse in den Aermeln lustig aussah und - gefroren, geklappert und gebibbert. dazu noch die asiatische Eigenart, die Bustuer waehrend der Fahrt offen zu lassen, wenn nicht von aussen grad ein Eisbaer Einlass begehrt. Haengt wahrscheinlich damit zusammen, dass der Busfahrer so die letzte Moeglichkeit offen haben will um aus dem Bus zu kommen, wenn er einen Crash nahen sieht. A propos Crash - einfach unglaublich, Ueberholmanover unter lautem hupen, Lichthupen und wilden Brems- und Beschleunigungsmanoevern, einfaedeln Zentimeter vor dem Gegenverkehr und hupen, hupen und hupen. Irgendwie sind wir dann in Vientiane nach 27 Stunden, voellig verfroren angekommen, gleich ins naechste Hotel, kochend geduscht und nach 20 Minuten sogar die Fuesse wiederbeleben koennen. Noch ne Nudelsuppe um die Ecke, ein Bierchen mit den Aussies aus dem Bus und dann ab ins Bett und schlafen. Hab mir dann heute morgen am 24.1. gleich fuer 20 Dollar ein schoeneres Hotel, zwar teuer, aber mit Fruehstuck und kostenlosem Internet mitten in der Altstadt gesucht und nu rein ins schier unglaubliche Getuemmel. In Vietnam kommst du nur ueber die Strasse, wenn du den Verstand ausschaltest und konsequent aber langsam die Strasse ueberquerst. Aus den Augenwinkeln nur die paar Autos im Blick haben, aber die Mopeds absolut ignorieren. Wenn man langsam geht, bremsen die nicht etwa, sondern die haben mehr Zeit ungebremst an dir vorbeizurauschen, koennen also eher abschaetzen wo du sein wirst, wenn sie auf gleicher Hoehe mit dir sind. Mopedfahren funktioniert hier wie Auto fahren, also immer laut hupen, an einer roten Ampel die ausnahmsweise mal nicht ignoriert wird schoen nebeneinander aufstellen und auf Gruen warten. Problem ist nur, dass der gemeine Vietnamese sich nicht hinten anstellt, wenn die erste Reihe am Haltebalken voll ist, sondern links daneben. Also stehen sich bei Gruen auf beiden Seiten auf gesamter Strassenbreite bis zu 20 Mopeds gegenueber, die es dann laut hupend schaffen sich nach dem losfahren wieder auf ihre Spur zu quetschen und weiterzufahren - irgendwie so eine Art moderner Gladiatorenkampf. So nu gehts ab in die Altstadt.


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