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travelling east on the Silk-Road

From Travelling in China in Urumqi, China on Oct 31 '05

puschnije has visited no places in Urumqi
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Nach etwas mehr als einer Woche in Kashgar war ich genug erholt von meinen "Strapazen" auf dem Karakoram Highway und so ging es wieder weiter...

Mit dem meinem ersten Sleeper-Bus ueberhaupt ging es dann von Kasghar weiter Richtung Ueruemqi was wir dann 25 Std spaeter erreicht haben. War sehr ueberrascht ab der Qualitaet dieses Buses und nachdem mir ein paar Einheimische in Kashgar immer wieder den ziemlich teureren Zug empfohlen haben.... sehr bequeme Matrazen, eine gute Decke.. schlief wunderbar und nach Suedasien bin ich so oder so abgehaertet was das Reisen anbelangt. Ueruemqi ist scheinbar die am weitesten (ca. 4000km) vom Meer entfernte Stadt der Welt und da es schon gegen Mitte November zuging auch schon sehr kalt, aber immer noch zum aushalten. Die haben hier z.B. im Januar eine Durchschnittstemperatur zwischen -13-26 Grad was mir dann schon "fast" zu kalt waere. Habe in dieser Stadt ein paar Tage verbracht und trotz der schlimmen Luftverschmutzung (vorwiegend wegen Kohleverbrennung) hat es mir nicht schlecht gefallen. War sowas wie meine erste "richtige" Chinesische Stadt, wo heutzutage viel mehr Han-Chinesen wohnen als Uyghur Muslime... das war vor 10-20 Jahren noch ganz anders. Seither macht diese Stadt wie auch sonst an den meisten Orten in China einen unglaublichen Wandel durch und die ganze Stadt ist mit Kranen versehen und die hohen Gebauede spriessen nur so zum Boden raus. War viel im Uyghurenviertel wo auch sonst noch viele Minderheiten leben, wie zum Beispiel Chinesische Russen, Uzbeken, Kasachen.... kam da mal in eine gemuetliche Runde mit so "Ex"Russen und ihr koennt dreimal raten was dann angesagt war: Nastrovje und sie fuellten mich mit Vodka ab! Was ich ja erwartet hatte, aber dann doch viel extremer war wenn man es mit eigenen Augen sieht; haben die hier eine Konsumlust und shoppen scheint das Lieblingshobby der meisten Leute zu sein hier.. war in den Hauptstrassen mit all den Shoppingkomplex fast noch lauter & geschaeftiger als in Indien... und das im middle of Nowhere sozusagen... wie wird das wohl im Osten erst sein! Ging dort noch in das Museum of Xinjiang Uyghur Autonmous Region und obwohl ich ja kein riesiger Museumsfan bin war ich sehr beindruckt und verbrachte fast 3 Stunden dort. War sehr gut gemacht und auch in Englisch beschriftet ueber die Geschichte der ganzen Seidenstrasse, und sogar noch mit ein paar Mumien die sie erst im letzten Jahrzehnt aus dem Wuestensand gegraben haben. Das "schoenste" Exemplar war die "Schoene von Loulan", die angeblich 3800 Jahre alt ist und interessanterweise nicht chinesischer-, sondern indo-europaeische Abstammung ist. In einem anderen Raum hatte es dann einen Ueberblick aller Minderheiten in diesem ehemaligen Chinese-Turkestan... wow, habe ja gewusst dass das noch ein paar Voelker sind, aber gleich soviel. Sage und schreibe ueber 20 Minderheiten gibt es in diesem Gebiet. Voelker wo ich vorhin noch nie was gehoert habe.. ein paar Beispiele: Tartaren (nicht zum essen :), irgend ein Bulgaren-Volk), Daur (?), Xibe, Manchu (Mandschurei), Uzbeken, Tadschiken, Russen, Hui Muslims (zum Islam uebergetretene Han-Chinesen), Mongolen, Tibeter und natuerlich die Uiguren... sehr interessant und unter anderem wurde einem dargestellt wie diese Voelker leben, sich kleiden usw... viele unter ihnen fuehren hier in den Bergen immer noch ein halb-Nomadisches Leben und kommen nur im Winter runter wenn es viel zu kalt wird um in ihren Yurts zu bleiben. 

Mit dem Bus ging es dann weiter nach Turfa, eine kleine Stadt wo 200m unter dem Meeresspiegel liegt, und bekannt ist fuer seine Rebbergen und die Trauben mit dem hoechsten Zuckergehalt weltweit und natuerlich auch fuer den Wein.. noch speziell, wenn man bedenkt dass hier vorwiegend Uygur Muslime leben, doch die Muslime hier sind nicht so konservativ und strenglaeubig wie in Suedasien... so habe ich jedenfalls den Eindruck gehabt. Natuerlich zaehlt das nicht fuer jedermann, wie auch in Suedasien nicht alle Muslime sehr konservativ sind und sehr strikt leben.. Habe dort im Bus ein Uyghur Maedel kennengelernt und die hat mich, als wir in Turfa angekommen sind, gleich mit nach Hause genommen und zum Essen eingeladen... hatte zuerst meine Bedenken von wegen muslimische Eltern und so.. war aber easy und sehr lecker! Danach gings ins Hotel, wo ich am naechsten Tag einen deutschen Architekten wo in London lebt kennengelernt habe und von diesem Augenblick waren wir fuer die naechsten rund 10 Tagen zusammen. Blieben zuerst ein paar Tage in Turfa und schauten uns die Gegend ein bisschen an, unter anderem eine historische alte Stadt der Seidenstrasse - Jiaohe. Schon die Fahrt dorthin war schwierig, da wir uns einmal mehr nicht verstaendigen konnten und unser Dreirad-Motorradtaxifahrer immer wieder zu anderen Orten fuhr.. nach vielen Umwegen erreichten wir Jiaohe dann doch noch. Obwohl sie in Ruinen liegt, waren ein paar Gebaeude und Tempel noch sehr gut erkennbar und man konnte sich ein wenig vorstellen wie diese "grosse" Stadt mal ausgesehen haben koennte. Die Lage dieser ehemaligen Stadt war auch sehr eindruecklich, sie trohnt wie eine natuerliche Festung auf einem langen, steilwandigem Felsplateau zwischen 2 Flusstaeler und im ganzen Horizont sieht man so eine Art Trockenhallen fuer all die Trauben. Natuerlich haben wir dann am letzten Abend auch noch einen Local-Wein versucht der sehr gut geschmeckt hat wenn auch ein wenig zu suess fuer meinen Geschmack... hat mich an einen portugiesischen Portwein erinnert!

Mit dem Bus ging es weiter Richtung Osten. Das Ziel war eigentlich Dunghuang, doch nach 7 Std im Bus beschlossen wir, noch einen Zwischenstop fuer eine Nacht in Hami einzulegen, was sogleich der letzte Ort in der Xinjiang Province war, und wo wir unverhofft einen ganz lustigen Abend im Hotelrestaurant erlebten. Als wir vom Abendessen zurueckkamen, hoerten wir noch Musik im Restaurant und steckten unsere Nase rein und sofort kamen ein paar ziemlich angetrunkene Maenner und zogen uns rein. Sobald sassen wir an einem Tisch und wurden mit Snacks und vorallem Schnaps eingedeckt... ein paar von denen konnten sogar ein wenig Englisch und so erfuhren wir, dass wir an einer 30-jaehrigen Jubilaeumsfeier aller Tieraerzte aus der ganzen Provinz gelandet sind... komischerweise waren alle Kasachen-Chinesen - die trinken also gleich wie die Russen :). Nach ein paar unvermeidlichen Tanzeinlagen mit den Frauen und einer peinlichen Karaokeeinlage torkelten wir dann schon ziemlich spaet ins Bett um dann muede und mit einem sauschwerem Kopf am naechsten Morgen viel zu frueh auf den gebuchten Bus zu gelangen, der uns schlussendlich nach Dunghuang brachte.


 

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