Boat trip on the Yangzi River through the 3 gorges
From Travelling in China in Chongqing, China on Dec 15 '05
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Mit dem Bus ging es weiter ins nicht weit entfernte Chongqing, die viertgroesste Stadt von China. Es ist eine Industriestadt und dementsprechend war die Luftverschmutzung einmal mehr wieder gigantisch, glaube nicht dass die dort viel Sonne haben in ihrem Leben. Habe kuerzlich in einem Bericht gelesen, dass von den 10 Staedten mit der groessten Luftverschmutzung nicht weniger als 7 in China beheimatet sind. Jaja, da bleibt fuer die kommunistische Volkspartei noch viel zu tun.
Habe mich dann dort entschieden auf eine 3 taegige Bootsfahrt zu gehen nach Yichang und dann dort nach Shanghai. Wollte diese Gegend noch einmal sehen bevor sie dann mehrheitlich von Wasser beflutet wird wegen eines der groessten Bauvorhaben der Geschichte.
Der Drei-Schluchten-Damm
Seit Jahrhunderten ist der unberechenbare Yangzi Fluss fuer die Chinesen eine Quelle des Traumas, und viele Herrscher traeumten davon, den Fluss, der rund alle zehn Jahre schlimmste Ueberschwemmungskatasrophen verursacht, zu zaehmen. Im Jahre 2009 wird der Mensch wohl endgueltig die Kontrolle uebernehmen. Nach fast 100-jaehriger (!) Planungsarbeit begann man mit dem Bau am Damm, weltweit das groesste Projekt dieser Art - die 1983m lange und 185m hohe Mauer laesst einen kuenstlichen See entstehen, der sich ueber 760km durch die 3 Schluchten bis nach Chongqing erstrecken soll.
Wie so alles im Leben hat alles 2 Seiten... Ying und Yang eben.
Die Investoren stuetzen sich in erster Linie auf das das hydroelektrische Potenzial des Dammes - seine 26 Generatoren werden 18.2 Mio. Kilowatt und damit 10 % des gesamten Engergiebedarfs von China erzeugen. Es steht auch ausser Zweifel dass dieser schwach entwickelte Landstrick durch die Nutzung der Engergie und den Verkauf ins Ausland durch diese Gewinne betraechtliche Verbesserungen der Infrastruktur zu erwarten hat. Das Argument der kommunistischen Partei ist der Hochwasserschutz... obwohl fuer die nicht minder gravierenden Ueberschwemmungen der Nebenfluesse des Yangzi wird der Damm kaum etwas ausrichten. Nach Meinung vieler Experten waere es auch sinnvoller, effektiver und billiger gewesen, eine Reihe kleinerer Daemme entlang dieser Zufluesse zu bauen. Doch da waeren wir bei einem der groessten Probleme die ich mit der Regierung von China habe angelangt. Alles muss groesser, teurer und noch aufwendiger sein ohne Ruecksicht vor Verlusten - die kuemmert das so ziemlich einen Scheiss.
So nimmt das Projekt seinen Lauf.. die Gesamtkosten uebersteigen das Budget schon beiweitem und vor 2 Jahren kam es schon zu Rissen in den noch unfertigen Mauern und Schluesen, was unter grossem Kostenaufwand repariert werden musste. Im ganzen mussten oder muessen 2.5 Mio Einwohner umsiedeln da ihre alte Heimat in den Wassermassen versinken wird. Dieses stark umstrittene Umsiedlungsprogramm hat auch zu schwer wiegenden sozialen Konflikten gefuerht, weil die Menschen teilweise auf anderer Leute Besitz angesiedelt wurden. Nicht zu reden von den historischen Relikten udn Staetten, die den Fluten zum Opfer fallen werden. Auch oekologisch betrachtet ist das Projekt voellig inakzeptabel: Chongqing, eine der groessten Industriestaedte Chinas, wird seine Abwaesser direkt in den neuen See einleiten, und selbst die chinesische Regierung gesteht ein, dass der Damm durch die Verschlammung innerhalb von 70 Jahren unbrauchbar wird, sollte in der Zwischenzeit keine neue Loesung in Sicht kommen.
Die Reise war sehr lustig wenn auch ziemlich kalt und bei grauem Wetter. War der einzige auf dem Boot der keine Tourgruppe gebucht hatte, und so konnte ich mir die verschiedenen Exkursionen selber aussuchen. War echt lustig zu sehen diese ganzen chinesischen Tourgruppen mit dem Fuerher voraus, Faehnchen und Megaphon in der Hand... war laut, manchmal zu laut! Hatte ziemliches Glueck dass sich mit Steve von Neuseeland und Tsuyoshi, einem Japaner noch zwei andere Traveller auf dem Boot waren und wir hatten wirklich eine gute Zeit zusammen. Der Hoehepunkt war am zweiten Tag, als wir durch die 3 Schluchten fuhren, 3 Passagen wo links und rechts riesige Felsen in den Himmel ragen und wo lange Zeit unpassierbar warm, bis sie vor langer Zeit dann an paar Stellen mit Explosionen den Weg frei fuer die Handelsschiffe machten. Spaeter am Tag ging es dann mit einem kleinen Boot noch zu den 3 kleinen Schluchten wo die Landschaft schoener und schoener wurde und der Fluss immer enger wurde und auch auf beiden Seiten Felsen aufrugen. Auf der ganzen Strecke sah man schon die leeren Hausern die in ein paar Jahre unter dem Wasser versinken werden.
Am letzten Tag kam dann eben noch der Staudamm.... ich wollte eigentlich gar nicht gehen da wir erst am Abend dorthinkamen und es ziemlich teuer war. Doch weil Tsuyoshi nicht gehen wollte hat er mir das Billet ziemlich billig gegeben. Mit meinen chinesischen Mitbewohner in meinem Zimmer hatte ich dann aber ein ziemliches Trinkgelage und als es soweit war, war ich schon ziemlich betrunken und habe gar nicht soviel mitgekriegt... lol. Doch eines weiss ich noch... es ist wirklich unglaublich riesig.. mit all den Lichtern, Haeusern fuer die Arbeiter ist dort quasi aus dem nichts ein Stadtgebiet entstanden... in ein paar Jahren.. einmal mehr, die spinnen die Chinesen!
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