Was nu wohl kommt?
From Seelensuche in Südostasien (Januar+Februar 2008) in Vang Vieng, Laos on Jan 15 '08
So, nach 7 Naechten in Luang Prabang kommt nun doch der Abschied. Hab gestern fuer 90.000 Kip den public bus gebucht, was bedeutet, dass ich nicht den Express- oder VIP-Bus nehme, sondern den normalen Linienbus. Die Wahrscheinlichkeit 8 Stunden neben einem Huhn, einem Schwein oder was auch immer zu sitzen ist also nicht gering - macht die Sache aber auch spannend, 0der? Bin heute Morgen nochmal auf der Suche nach Reiseproviant ueber meine geliebten Maerkte gezogen, hab mir ne Ananas schnippeln lassen, 2 Baguettes, Erdnuesse und ein paar hier taeglich selbstgemachte luftgetrocknete ungefaehr handtellergrosse Chips gekauft und von Mutti hab ich mir Klebreis (ungefaehr sowas wie dicker Milchreis) mit Kokosraspeln in eine Bananenblatttuete einpacken lassen. Schnell noch ab ins Internet, e-mails checken (ja Anita und And so klappts) und nun ab ins Hostel, bezahlen, Tee trinken und aufs Tuk Tuk (dreiraedriges Moped mit zwei uberdachten Sitzbaenken), welches mich zur Busstation bringen soll warten. An der Busstation angekommen, Ticket gezeigt und???? This bus is not goeing!! You have to pay more money!! Einiges hin und her bevor ich die Busstation auf die Haelfte der Nachzahlung fuer den heute nur verkehrenden Express(ho ho) Bus runtergehandelt hatte. Also gings dann 2 Stunden spaeter als geplant in einem sehr vollen Bus, die Leute sassen auch auf so einer Art Kinderplastikstuhl im Gang und ab der 2. Stunde auch auf dem sowieso mit Gepaeck schon vollgestapelten dach, los nach Vang Vieng, welches laut Reisefuehrer ein Aktionpoint sein soll, also rafting, tubing (aufgelasener Treckerreifen, oben auf ich und dann ab in die Fluten, kajaking, climbing, trekking etc. etc. sein soll. Bin dann auch Abends nach einer schier endlos scheineneden Fahrt durch Berge, Berge, Berge, auch hier angekommen. Erster Eindruck, ok- alles so wie beschrieben, jede Menge Bars und Kneipen an der Hauptstrasse und auch ein paar Leute, aber nicht ueberfuellt.Die Butouerdurch Laos Norden ist einfach unbeschreiblich.
Die ganze Gegend sieht wie ne zusammengeknautschte Serviete aus, wie ein altiges Laken in Grossaufnahme. Was am Mekong schon in Ansaetzen zu sehen war, entfaltete oder besser zerknautschte und zerknitterte sich hier in 1000-facher Verfielfaeltigung. Die Strasse fuehrte nich einen Meter ueber ein Plateau oder eine Ebene, geschweige denn, dass ein Meter daran gerade gewesen aere - nein, Serpentinen bis zum erbrechen.. Nein 7,5 Stunden nur auf einer in die mindestens 45 Grad bis senkrechten Berghaenge gemeisselten Strasse. Also auf einer Seite immer eine bis zu 10 m hohe senkrechte Wand, dann ca. 8 Meter Strasse, davon 6 m asphaltiert und auf der anderen seite wieder nur steil abfallendes Gelaende. Der Bus fuhr an jeder Steigung im ersten Gang mit ca. 10 Stundenkilometern und dass bei Steigungen, die bis zu einer Stunde andauerten, runter gings dann ueber die nur in Serpentienen mit etwas mehr Geschwindigkeit unter viel gehupe vor jeder Kurve und davon gibt es wie ihr mittlerweile wisst, ja sehr sehr viele. Unterwegs Eingebohrenendoerfer, die diesen Namen wirklich verdienen, Bambushuietten und Huetchen, oft direkt neben der Strasse, da dort der einzig ebene Platz ist. Oft mit einer Seite schon auf Stelzen am Hang, da der platz nicht fuer die Huetchen ausreichte. Erschreckend fuer mich auch zu sehen, adss die Abholzung enorm weit vorangeschritten ist, Brandrodungen soweit das Auge reicht, fuer Felder, die dann anch ein paar Jahren, wenn die Asche weg ist nur noch unfruchtbarer Boden sind und dann in der naechsten Regenzeit erodieren, abrutschen, die Strasse ueberfluten und die Haenge abrutschen lassen. Ein teufelskreis, einerseits bringt die Strasse Geld in die Rehgion, (die Leute zieht es zur Strasse) andererseits wird auch die Gegend dadurch mehr besiedelt mit den oben beschriebenen Folgen.. Die kleine Laotin - Digh mit Namen_ zeigte noch ein anderes Problem der Laoten auf. Alles eas nicht mehr gebraucht wurde, flog aus dem Fenster, vom Kaugummipapier bis zur Plastiktuete mit Essensresten. Dementsprechend siehts auch ueberall aus, bis auf Luang Parabang, wo auf Grund des Weltkulturerbes Leute saubermachen. Auf der anderen Seite vom mekong sah es aber auch schon wieder anders aus - ueberall Schilder: Keinen Muell hinschmeissen! und drumherum Berge von Plastikmuell. Also noch ein weiter Weg fuer die Laoten zu lernen, dass die Natur Ihr groessten Pfand ist und die Touris eines tages ausbleiben werden, wenns so weitergeht.
Am Abend kurz vor Vang Vieng tauchten sie dann am Horizont auf. Die Karstfelsten!! Ungefaehr vergleichbar mit den Dolomiten wachsen hier auf einmal aus dem nur noch leicht huegeligen Gelaende, hunderte Meter hohe und senkrechte Felsmasive aus dem Boden. Ein atemberaubender Anblick.
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