4.07. - 9.07.06 Saloum Delta
From Westafrika - I in Ndangane, Senegal on Jul 03 '06
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Am Dienstag hatten wir einen anstrengenden Reisetag. Unser Ziel war das Saloum Delta, um mit einem Piroque (Kanu) durch die Mangroven (Kanaele) bzw. zu den Inseln des Deltas zu fahren.
Djifere
Als Ausgangspunkt fuer die Kanufahrt waehlten wir den auf einer Halbinsel gelegenen Ort Djifere aus, ca. 80 km suedlich von Dakar. Das scheint nicht so weit zu sein, allerdings dauert es hier viel laenger von A nach B zu kommen. Die Verkehrsmittel sind nicht nicht vergleichbar mit deutschen Standards. Man hat die Wahl zwischen dem etwas bequemeren und zuverlaessigeren, aber teureren Buschtaxi (Kombis vom Typ Peugeot 504) oder Bussen, in denen die Leute fast aufeinander sitzen und die oefter Pannen haben. Im Buschtaxi (taxi brousse) haben wir mit 8 Leuten gesessen, im Bus mit 25 Mann + ein Typ, 5 Ziegen und Gepaeck oben auf dem Dachgepaecktraeger. Vom Sicherheitsstandard (wenn man ueberhaupt davon sprechen kann) nehmen sich jedoch beide nichts. Ich habe schon Fahrzeuge gesehen, die unter den Pedalen voellig durchgerostet waren, die Spiegel fehlten, die Windschutzscheibe war gerissen und mit Aufklebern von moslemischen Bekanntheiten geflickt worden.
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Wir mussten mehrmals umsteigen, da es keine Direktverbindung gibt. Die Busse und Taxis fahren meistens nur zwischen zwei groesseren Knotenpunkten hin und her. Das bedeutet viel Wartezeit. Bis sich so ein Bus gefuellt hat und sich die Fahrt fuer den Fahrer lohnt, kann es bis zu drei Stunden dauern. Die Strassen sind teilweise auch sehr schlecht, mit vielen Schlagloechern. Wir hielten mehrmals an, um Leute ab- und aufsteigen zu lassen. Als wir dann total verstaubt ankamen, waren wir ziemlich erledigt und froh, direkt eine nette Unterkunft zu finden. Fuer die Strecke nach Djifere haben wir ca. 5 Stunden gebraucht.
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Der Campement lag direkt am Strand. Ich nutzte die Gelegenheit und bin erst einmal ins Meer baden gegangen. Sehr schade war, dass der Strand rings herum total verdreckt und zugemuellt war.
Das Dorf ist noch nicht an die Elektrizitaet angeschlossen, so dass wir schon dachten, wir wuerden das Halbfinale zwischen Deutschland und Italien verpassen. Die Leute hier sind jedoch erfindungsreich. Dank einer Autobatterie konnte der Fernseher betrieben werden. Wahrscheinlich war es der einzige im gesamten Umkreis, denn ich hatte das Gefuehl, das ganze Dorf da war, um sich das Spiel anzuschauen. Leider hat Deutschland verloren! Aber ich war nicht einzige, die das bedauerte.
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Ndangane
Am Mittwoch wollten wir eigentlich die besagte Kanutour machen. Allerdings stellte sich heraus, das das in der Nebensaison von Djifere aus zu teuer ist. Also entschieden wir uns, zu dem als touristisch beschriebenen Ort Ndangane zu fahren und unser Glueck dort zu versuchen.
Auf dem Weg dorthin teilten wir uns ein Taxi mit ein paar anderen Leuten, so dass wir zu zweit auf dem Beifahrersitz Platz nehmen mussten. Zum Glück fuhren die anderen nur 10 km mit. Sie transportierten jedoch im Kofferraum einen Kanister mit Benzin und als sie ausstiegen, stellte sich heraus, dass dieser nicht richtig geschlossen ode undicht war und unsere Rucksäcke in Benzin getränkt waren. So ein Spass! Ich versuchte ruhig zu bleiben und erst einmal nicht weiter daran zu denken. Das fiel mir nicht leicht!
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Ab Palmarin wich der Fahrer von der Haupstrasse ab, um offensichtlich eine Abkürzung nach Ndangane zu nehmen. Das Resultat war ein platter Reifen und es gab keinen Wagenheber im Auto! Somit lief der Fahrer erst einmal zum nächten Dörfchen, um einen zu besorgen, während wir geduldig unter einem Baum (im Schatten), zusammen mit vielen ungewöhlich grossen Armeisen, warteten ... .
Als wir dann endlich ankamen, machte ich mich als erstes daran, die Rucksäcke zu waschen, in der Hoffnung, das Schlimmste herauszubekommen. Das ist zum Teil gelungen, allerdings stanken sie immer noch schrecklich nach Benzin. - Ich war total frustriert!
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Zur Besserung meiner Laune trug ein Event der Besonderen Art an diesem Abend bei. 5 senegalesische Musiker spielten auf ihren Tam-Tams afrikanische Musik. Alle jungen Leute im Dorf waren gekommen und einer nach dem anderen tanzte dazu. Es war eine grossartige Show und ich bin froh, dabei gewesen zu sein. Allerdings wurde ich auch zweimal zum Tanzen aufgefordert. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wie man sich zu solchen Rhythmen bewegt. Am nächten Tag wurde ich ein paar mal darauf angesprochen und gelobt. Natürlich war das pure Höflichkeit und der Versuch, Konversation zu betreiben, aber vielleicht habe ich mich doch nicht zu dumm angestellt für eine "Weisse".
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Am Donnerstag haben wir dann die ersehnte Kanutour durch die Mangroven gemacht und es hat uns sehr gefallen. Wir haben ein paar Pelikane, Störche, Flamingos und andere Vögel gesehen. Danach sind wir zu der Insel Mar Lodj (wie Mark Lodge) gefahren und wollten uns eigentlich nur kurz umsehen und dann weiterfahren. Doch dann trafen wir auf Felix alias "Picasso", der darauf bestand, uns durch das Dorf zu führen. Da wir nicht wussten, was uns erwartete und wir auch nicht unhöflich sein wollten, gingen wir mit. Es war die reinste Abzocke! Wir wurden zu einem Markt geführt, wo sich die Frauen mit ihren Waren auf uns stürzten. Wir wurden unter ihnen aufgeteilt und jeder getrennt zu ihren Ständen gebeten. Die ganze Zeit in Dakar bis hierher habe ich es geschafft, nichts zu kaufen. Hier war das nicht möglich, man wurde regelrecht gezwungen. Die Frauen mussten ja ihre Kinder ernähren! So ging das dann weiter. Es gab ja auch noch zwei Maler ... und am Ende bat uns Picasso noch um eine Spende für sein Dorf. Das war dann zuviel des Guten. Er konnte kaum noch laufen und seine Alkoholkasse wollten wir ganz bestimmt nicht füllen. Leider ist Drogen und Alkoholabhängigkeit hier weit verbreitet.
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An den nächsten Tagen haben wir nicht viel gemacht. Wir sind einfach in dem Hotel geblieben und haben uns erholt vom Stress der letzten Tage des Umzugs in Deutschland. Das fiel uns nicht schwer, denn das Hotel war sehr schön und es gab sogar einen Pool. Mark hatte es auch mit Durchfall erwischt und ich hatte Magenschmerzen. Wir wissen nicht wovon, nur eins ist klar: Es kann alles gewesen sein.
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