down the mountains into the fog
From Travelling in China in Chengdu, China on Dec 09 '05
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In Langmusi auf fast 3500m angekommen bin ich gleich ins erste Hostel dass ich gefunden hatte. Das Langmusi Binguan was von einer jungen tibetischen Familie geleitet wird und der Mann sehr gut Englisch sprach, das er bei einem mehrjaehrigen Aufenthalt in Dharmsala/Indien gelernt hatte. Warmwasser was wie schon in Hezuo ein Fremdwort und obwohl in meinem Zimmer fuer ca. 3 Std ab Abend die Heizung lief war es voellig unzureichend und arschkalt. Ging mitsamt allen Kleidern ins Bett und dann am naechsten Tag auf eine Erkundschaftstour des kleinen Dorfes und der Umgebung... leider war es bewoelkt und von der Sonne keine Spur, so habe ich mich mit vielen Schichten Kleider ausgeruestet samt Handschuhen und Muetze. Zuerst kam ich wieder an einer obligaten grossen Monastry vorbei mit vielen versch. tibetischen Tempel und Stupas. War aber alles viel ruhiger und kleiner als in Xiahe. Lief dann weiter in dieser schoenen Bergwelt die zu dieser Jahreszeit natuerlich ein bisschen karg war und auch mit ein bisschen Schnee bedeckt. Kam dann an einem sehr heiligen Ort der tibetischen Dorfbevoelkerung vorbei: den Sky-Burial Platz. Hatte gar nicht gewusst dass die Tibeter auch eine solche Tradition haben... Erinnerungen an die Zoastrier im Iran wurden wach! Anstatt einem Begraebnis werden die toten Koerper an diesem mit vielen tibetischen Flaggen eingekreisten Ort den Voegeln dem "Frass" vorgeworfen. Bin mir nicht ganz sicher, aber an den meisten Orten von China ist diese alte Tradition und Brauch von der chinesischen Regierung verboten worden - doch hier in Langmusi ist es seit jeher Gebrauch und scheint wohl niemanden zu stoeren. Weiter ging es vorbei an einem Golok-Camp mit seinen Tieren und Hirten. Staunte nicht schlecht als ich sah dass diese Leute auch noch zu dieser kalten Jahreszeit in ihren Zelten wohnen, natuerlich werden sie mit Holz beheizt... aber ungemuetlich kalt duerfte es trozdem noch sein. Nach einer weiteren Stunde kam ich an einem kleinen Dorf vorbei und begegnete ein paar tibetischen Frauen die mit vollbeladenen Yaks von den Bergen runterkamen um wohl in ihr Wintercamp zu gehen. Hinter diesem Dorf sah man ploetzlich auf eine grosse Grassflaeche und in die Weite... hunderte von Schafen und Yaks weideten dort obwohl ziemlich verreist zu dieser Zeit. Die Goloks auf Pferden wachten ueber die riesigen Herden. Da es so kalt war lief ich die meiste Zeit und machte fast keinen Rast weil es mir zu schnell zu kalt wurde. Gegen Abend kam ich wieder nach Langmusi zurueck und der ungemuetliche Teil des Tages begann.. im Sommer waere ich gerne noch etwas laenger in dieser ruhigen Gegend geblieben, doch der Kaelte wegen beschloss ich am naechsten morgen frueh weiterzureisen.
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Obwohl meine Reise nach Zoeige nur etwa 6 Std benoetigte musste ich schon fruehmorgens um 5 Uhr aus den Federn da es nur einen Bus pro Tag gab.. alles Fruehaufsteher und ich waere also noch gerne ein bisschen unter meiner angewaermten Decke geblieben... die ersten 3 Stunden in diesem Bus werde ich in meinem ganzen Leben nie mehr vergessen. Hatte wohl noch nie so kalt wie dort. Man kann noch soviel Kleider anziehen aber ab einem gewissen Punkt friert man sich einfach den Arsch ab bei Minus Graden im Bus und den vielen Schlitzen wo es reinzieht. Die Fahrt auf der nun sehr schlecht werdenen Strasse war sonst sehr schoen und nach etwa 1-2 Stunden Fahrt durch diese eisige und weisse Berglandschaft mit seinen Doerfern, Flaggen, Yaks und Schafen kamen wir zu einer riesigen Grasflaeche auf immer noch ueber 3000m ueber Meer. Das sogenannte Aba-Grassland mit vielen kleinen Siedlungen und hunderte wenn nicht tausenden von Yaks... sehr beeindruckend! In Langmusi erfuhr ich noch in einem Gespraech mit dem Hotelleiter, dass in diesem Gebiet noch die wenigen Anhaenger der Boen-Religion zu finden sind. Das war mal die urspruengliche Religion von Tibet, bevor der lamaistische Buddhismus aufgekommen ist. Im Jahre 700 n.Chr. sind deren Anhaenger aber vom heutigen Staat Tibet verdraengt worden. Sie sind fuer Aussenstehende aber nicht von den Lamaisten zu unterscheiden. Doch Ihre Braeuche sind wesentlich verschieden. Sie umrunden ihre Tempel und Stupas im Gegenuhrzeigersinn, nehmen schwarze Farben wo die Lamaisten weiss benutzen und der groesste und wichtigste Unterschied: sie opfern Tiere, sprich sind schamanistisch veranlagt und darum ueberhaupt nicht beliebt bei den Lamaisten sowie der chinesischen Regierung. In Zoeige angekommen habe ich am Nachmittag ein bisschen Sonne und Waerme aufgetankt bis es wieder Abend wurde und mir eine weitere Nacht ohne Warmwasser und Heizung bevorstand.
Am naechsten morgen um 6 Uhr in der Frueh begann das gleiche Spiel wieder wie am Vortag.... nur heute gab mein Thermometer sogar minus 5 Grad an, ich spreche von der Bustemperatur und nicht der Aussentemperatur! In der ganzen Region wird uebrigens eine neue und supermoderne Neustrasse gebaut mit vielen Bruecken und Tunneln damit dann die Han-Chinesen noch schneller in allen Ecken des Landes sein koennen... doch was will da die Lokalbevoelkerung profitieren.. ausser Motorraeder besitzen sie so gut wie keine Transportmittel. Die Regierung wuerde besser mal in neuere Busse investieren mit Heizung.. waere der Bevoelkerung wohl mehr gedient.. doch lassen wir das! Zoeige liegt inmitten dieses riesigen Grassland, dass wir dann nach 2 Stunden durch eine Schlucht verliessen und wieder in eine Berglandschaft abtauchten und langsam das Tal runterfuhren. Mein Ziel war Songpan, ein groesseres Dorf das schon wieder viel touristischer daherkam als die vorigen Orten. Doch zu dieser Jahreszeit war eh nicht viel los und der erste Eindruck dieses Ortes hat mir sehr gut gefallen. Haben sie doch einen sehr eigenwilligen Baustil der Hauser der mich sogar an die Schweiz erinnert hat mit seinen Chaletartigen Holzhausern. Fand wieder ein billiges Hotel ohne auch nur Warmwasser und Heizung zu erwarten. Doch ich fand eine angenehme Ueberraschung vor... sie hatten eine Heizdecke im Bett, ahh war das ein Genuss und es war bitternoetig. Hatte das zweitemal das Vergnuegen einer Heizdecke, nachdem ich das mal vor ein paar Jahren in Australien in den BlueMountains gehabt hatte... remember Remo, Jerry?? Als ich am naechsten morgen aufwachte staunte ich nicht schlecht als ich eine Eisdecke am Fenster sah.. notabene an der inneren Flaeche... wollte nicht aufstehen und im warmen Bett bleiben, doch ich hatte einen Horsetrek gebucht und so blieb mir keine andere Moeglichkeit. War schon eine Ewigkeit her als ich das letzte Mal auf einem Pferd sass und da diese Region bekannt dafuer ist, wollte ich mir das nicht entgehen. Wollte urspruenglich eigentlich auf eine mehrtaegige Tour, doch nach sovielen arschkalten Stunden die letzten Tage brachte ich den Willen nicht auf und buchte nur eine Tagestour. Mit einem Guide und 2 chinesisch-tibetische gekreuzten Pferden ging es dann gemuetlich die Berge rauf bis auf 4000m... ahhh wunderbar nach sovielen Bergwanderungen den Berg raufzukommen ohne sich auch nur ein bisschen anzustrengen. Das Wetter spielte auch mit und es war ein schoner blauer Sonnentag mit herrlicher Aussicht auf die Berglandschaft. Dann kamen wir mal auf eine groessere Ebene und ich sagte meinem Guide dass ich unbedingt mal galoppieren moechte und ab gings... mein Gott musste ich mich festhalten, das schuettelt einem ja durch und durch und der Sattel war ploetzlich auch nicht mehr so bequem wie auch schon. Am Mittag machten wir dann in einem kleinen muslimischen Hui-Dorf Rast und assen einen Lunch, bestehend aus Yakfleisch, Tofu und Gerstensuppe und einem Bier. Danach ging es dann langsam wieder die Berge runter und mein Pferd wurde ein bisschen zickig und gehorchte mir nicht mehr so gut wie am morgen. Das runtergehen war auch nicht mehr so gemuetlich wie das raufgehen da man im Sattel immer wieder nach vorne gerutscht ist und es gab ziemliche Reibungen, die ich dann noch ein paar Tage anhand von kleinen Schuerfungen gespuert hatte. Da am naechsten Tag wieder schoenstes Wetter angesagt war, beschloss ich spontan noch einen Tag laneger in diesem schoenen "Schweizer" Dorf zu bleiben und ging zum Fluss der durch das Dorf fliesst und wo es sehr viele gemuetliche Teehauser hat wo die Einheimischen vorwiegend Kartenspielen und sehr laut miteinander schwatzen. Tankte Sonne, las und schrieb den ganzen Nachmittag und liess meine Bergroute so ganz ruhig und gemaechlich ausklingeln.
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Am naechsten Tag ging es dann mit dem Bus ein sehr schoenes Tal runter das mich ein wenig an das Berner Oberland erinnert hat, und zwar nicht nur landschaftlich, nein, auch weil so langsam aber sicher mussten wir dem strahlblauem Himmel adieu sagen und es wurde grauer und grauer..... was fuer ein Graus.
In Chengdu angekommen ging ich bei feuchtem Nebelwetter auf die Suche nach dem mir empfohlenen und in keinem Guidebook zu findendem Backpacker namens Sim's Cozy! War eine sehr gute Wahl und mein beste Unterkunft seit ich in China bin. In Chengdu blieb ich dann etwas mehr ueber eine Woche ohne auch nur einmal was anderes zu sehen als grau und noch mehr grau. Erinnerungen an die Winter bei uns zuhause kamen in den Sinn. Sonst hat mir Chengdu sehr gut gefallen und es ist eine sehr angehnehme Grossstadt mit freundlichen Einheimischen und alles ist nicht so gestresst. In vielen Paerken und den kleinen Seitengaessen hat es unzaehlige Teehauser wo die Einheimischen am (laut) schwatzen sind und am Tee trinken. Die Leute aus Sichuan sind bekannt als die lautesten Schwaetzer von China.. das Essen war auch ganz speziell... speziell feurig. Obwohl ich scharfes Essen ja gewohnt war nach so langer Zeit in Asien, hat es mir mehr als einmal fast die Zunge verbrennt. Chengdu ist wohl noch die Stadt in China wo die meisten Velos zu finden sind. Hatte auch mein Velo gemietet und war sehr gemuetlich unter den hunderten von Velos zu fahren.. der ganze Veloverkehr wird mit den Fussgaenger geleitet und man kommst so gar nie in die Naehe der anderen Fahrzeuge..
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An einem Tag ging es dann ins Panda-Reservat was ein absoluter Hoehepunkt in der Zeit in Chengdu war. Am morgen frueh war ich schon dort als die Fuetterung angesagt war.. die Pandas essen bis zu 40 kg Bambus jeden Tag und dann sind sie aehnlich wie die Koalas ziemlich traege fuer den Rest des Tages. Sind wirlich ganz niedliche Kerle die Panda Paeren. Zusammen mit einem englischen Paerchen verweilten wir eine ganze Weile in diesem grossen, gruenen und sehr schoen gemachten Park und konnten uns kaum davon trennen...
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