Hallo Outback
From In 80 (+2) Tagen um die Welt in Alice Springs, Australia on Oct 22 '08
Am 23.10. ging es dann in medias res: Welcome to the Outback! Schon der Flug nach Alice Springs hat deutlich gemacht, wie gross Australien eigentlich ist: es dauerte von Sydney etwa drei Stunden! Waere ich mit dem Bus von Adelaid aus gefahren, so wie viele andere, dann haette es 21 h gedauert! Australien ist gross. Verdammt gross!!
In Alice Springs hatte ich mich dann fuer eine Nacht in Alice Lodge einquartiert, bevor am naechsten Tag das "echte " Outback-Abenteuer beginnen sollte. Alice selbst ist nicht sehr spektakulaer: etwa so gross wie Kulmbach aber noch langweiliger...Dafuer deutlich waermer, wir hatten so etwa 38 trockene Grad Celsius. Habe mit Melanie und Robin (zwei Kanadierinnen) kurz die Stadt unsicher gemacht und bin dann rel. frueh ins Bett gehuepft.
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Am naechsten Tag ging dann der lang erwartete Outbacktrip los, und zwar schon um 6 Uhr. Geplant waren drei Tage/zwei Naechte mit Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon. Rel. puenktlich fuhr dann auch unser Guide, Drew, vor und lud uns sammt Gepaeck in seinen Bus. Hier wartete schon der Rest der Mannschaft, insgesamt 21 mehr oder weniger junge Leute. Und dann ging es auch schon los, Richtung Kings Canyon. Erstmal zwei Stunden geradeaus durch die Wueste und dann hatten wir auch schon unser erstes Ziel erreicht: eine Tankstelle. Alle raus aus dem Bus, auftanken und weiter ging's. Und jetzt wurde es spannend. Drew war allmaehlich aufgewacht und fing mit dem an, was mich die naechsten drei Tage begleiten sollte: viel Fun und Party! Hurra.... Es ging damit los, das die Musik (shitty crap!) lauter wurde und wir einzeln nach vorne wanken mussten, um dem Rest der Mannschaft zu erzaehlen wie wir heissen, wo wir herkommen, wie lange wir schon unterwegs sind und was unsere Phobie ist. Toll! Meine Phobie: ueber Mikrophon irgendwelchen Leuten irgendwelche Dinge von mir zu erzaehlen und dabei auch noch moeglichst witzig zu sein.... War aber doch sehr interessant: "Hello, my name is Keiligh, I'm Adams girlfriend, I'm traveling for 6 months now and on Fraser Island a Dingo ate my peanuts....." Kurz, ich bin blond, bloed und lustig, who's next?
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Nach weiteren drei Stunden Fahrt und lustigen Spielchen (wir hatten drei Franzosen an Bord und der total lustige Drew musste dann ganz dringend demonstrieren, wie toll er franzoesisch kann......stundenlang! AHHH!!!) sind wir dann am ersten Highlight angekommen: Kings Canyon. Hier war ein drei h walk geplant und wir wurden mehr als einmal ermahnt, mind. drei Liter Wasser mit zu nehmen. Es war naemlich heiss und wuestig. Wir waren gerade zehn Minuten unterwegs, da viel den beiden deutschen Schaetzchen aus der letzten Reihe ( beide 18, voll cool und wohl zum ersten Mal von zu Hause weg) auf, dass 1l Wasser fuer beide evtl. doch nicht ganz ausreicht......Also nochmal alle zurueck. Dann ging es aber wirklich los. Und schon nach weiteren 15 min. kollabierte einer der Franzosen. Der war auch total gut ausgeruestet: nackter Oberkoerper, riesen Kamera unter dem einen und ein Puelleken Wasser unter dem anderen Arm. Ach, und Stoffschuehchen. Nachdem wir ihn wiederbelebt hatten ging es dann weiter, und diesmal kamen wir ohne weitere nenneswerte Zwischenfaelle wieder zurueck zum Bus. Es sei noch erwaehnt, dass der viel gelobte "Garden of Eden", in dem man im Teich schwimmen gehen kann, leider sehr ausgetrocknet war. Es hatte seit neun Monaten nicht geregnet und der Teich war nur noch ein uebel riechendes Loch...
Zurueck im Bus wurde die Stimmung dann noch ein bisschen lustiger und die Musik noch lauter. Nach etwa einer Stunde Fahrt hielt Drew dann ploetzlich am Strassenrand, scheuchte uns alle aus dem Bus und rein ins Gebuesch: Feuerholzsammeln war angesagt. Yeah! Anja (meine Leidens- und Laestergenossin) und ich warfen uns ein paar skeptische Blicke zu und verschwanden dann mit den Girlies im Gebuesch. Es dauerte natuerlich nicht lange, und die erste der Suessen hatte ein boeses Aua und musste vom smarten Drew liebevoll verarztet werden. Die Jungs haben weiter Holz gesammelt, ich habe fotographisch dokumentiert....;-) Nachdem der ganze Kram dann aufgeladen war, ging es ins "Camp". Das "Camp" war ein Haufen Asche mit Wueste aussenrum. Drew hat dann ein bisschen in der Asche gewuehlt, ein paar Graeser drauf geworfen und schon hatten wir ein Feuerchen. Diesmal war ich tatsaechlich beeindruckt. Und dann ging es ans Kochen: erstmal wurden Freiwillige gesucht, die Gemuese kleinschnippeln oder sich sonstwie hilfreich beteiligen. Da ich mir meiner Kochkenntnisse voellig bewusst bin, habe ich mal das Rumsitzen, ins Feuer gucken und Bier trinken uebenommen. Das kann ich gut! Ausserdem wollte ich den armen Girlies nicht die Show stehlen, die alle sehr um die Gunst unseres Guide's bemueht waren. Chris, ein 18-jaehriger Klugscheisser aus der Schweiz uebernahm das Gitarre spielen und Singen. Was er wirklich gut konnte. Irgendwann, ich glaube es war so halb 10, gab es dann endich, endlich was zu essen. Ich war schon total verhungert und von einer Dose Bier total betrunken..... Und dann durften wir endlich ins Bett, bzw in den Swag. Das ist so eine Art Schlafsack, unten recht gut gepolstert und aus deutlich robusterem Material. Da stopft man dann erst seinen Schlafsack und dann auch noch sich selbst rein. Muss sagen, habe wirklich gut geschlafen.
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Um fuenf wurden wir dann von Drew geweckt. Boah! Es gab Porridge zum Fruehstueck und dann zack zack, aufraeumen und ab in den Bus! Wir hatten naemlich immer einen recht straffen Zeitplan. Es ging dann zu den Olgas, wo wir den Walk "Valley of the Winds" machen wollten. Drew hatte wohl nicht so recht Lust und meinte, wir gehen nur bis zum zweiten Lookout, danach waers eh langweilig und es wird dann ja auch so heiss.....Hatte aber nicht mit den Franzosen und dem Daenen gerechnet, die unbedingt die ganze Tour machen wollten. Der Daene, Peter, war uebrigens auch sehr interessant: 18 Jahre jung und ein absoluter Volltrottel! Irre!
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Mittags gab es dann Lunch, das wir erst wieder selbst kleinschnippeln sollten. Die Girlie-Front war wieder sehr aktiv, leider dann auch zuerst an den Toepfen, so dass alles leer war, als die etwas aelteren und langweiligeren Teilnehmer (also Anja, die drei aus Taiwan und ich) an die Reihe kamen. Tja.......
Danach dann noch ein Besuch im Cultural Village, nochmal ne Tankstelle und dann wieder ins Camp. Diesmal ein richtiges Resort mit teuren Bungalows, billigeren Campsites und ganz billigen Dreckplaetzen, auf denen wir dann wieder unsere Swags ausrollen durften. Diese Nacht gab es kein Feuer, sondern lustige Spielchen, wie z.b. 3-6-9. Man sitzt im Kreis zaehlt und darf dabei keine Zahl sagen, in der 3 o. 6 o. 9 drin vorkommt, sonst muss man in die Mitte, alle hauen einem auf den Buckel und schrein 3-6-9. Got it?
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Ach, jetzt haette ich ja beinahe das Highlight des Tages unterschlagen: wir fuhren zum Uluru Sunset Lookout. Von hier hat man einen schoenen Blick auf den Rock, der anfaengt zu leuchten, wenn die Sonne untergeht. Was nett aussah. Interessanterweise gibt es einen Lookout fuer normale Leute und einen nur fuer Busse......D.h. wir waren nicht alleine......Sondern neben uns noch ca. 100 andere. Was das Ereignis etwas, wenn nicht sogar ganz kaputt macht. Drew hat nebenbei gekocht, es habe wieder irgendwas ins Sosse.
Am letzten Tag dann der Uluru Base Walk. Drew wollte nach Hause und trieb uns mal wieder zur Eile an, wir sollten den Walk doch bitte in zwei Stunden schaffen, er wartet am Bus auf uns. Die Runde ist uebrigens 10km und wenn man dabei noch ein bisschen gucken, plaudern, Fotos machen und schlendern will, sind 2h ganz schoen schnell um.....Die boese Annika hat dann einfach so gemacht wie sie wollte und sich wie bloed gefreut, dass die Girlies mind. 20 min auf sie warten mussten! Yeah! Reserviert mir meinen Platz in der Hoelle!
Dann ging es zurueck Richtung Alice Springs. Die Stimmung an Bord war mittlerweile nahezu unertraeglich, die Witze gingen immer mehr in die Richtung maennlicher Geschlechtsorgane und Anja verabschiedete sich mit den Worten "Heute singt fuer sie: das Niveau!" unter die Kopfhoerer ihres MP3 Players.
Bevor wir dann endlich zurueck waren, mussten wir noch an einer Camelfarm anhalten und Kamel reiten. Ich war mittlerweile in totaler Antihaltung und habe gebockt: sprich, mich geweigert.
Zurueck in Alice kam dann noch das Beste: die Abschiedsparty! Wir haben uns nochmal alle zum Dinner und Besaeufnis getroffen, was wirklich sehr cool war! Die Girlies hatten alle Tonnen an Makeup im Gesicht und traegerlose Tops an, die natuerlich immer rutschten. Dann wurde nochmal mit letzter Kraft versucht, den Guide abzuschleppen, der aber schon irgendwelche Pillen eingeworfen hatte und nicht mehr auf dieser Welt war. Der "kollabierte" Franzose, auch erst 19 wie sich rausstellte, trank mit seinem Kumpel Wein um die Wette und wurde spaetnachts von der Polizei aufgegriffen, als er ziellos durch die Wueste irrte. Der Schweizer wurde aus der Bar entfernt, nachdem er sein bestes Stueck vorgezeigt hatte und quasi im Hostel eingesperrt. Habe ihn dort wie ein Affe an der Tuer ruettelnd vorgefunden. Der andere Franzose versuchte, alle Frauen zu kuessen und fuhr auch mit der Polizei nach Hause.
Was ein Spass!!!
Teilweise war die Tour aber doch auch nett. Der Uluru war sehr beeindruckend und unter den Sternen mitten im Outback schlafen fand ich auch toll. Und die Girlies waren mitunter sehr unterhaltsam.....:-)
Jetzt bin ich in Airlie Beach und warte auf mein Boot, das mich nach Long Island bringen soll, eine der spektakulaeren Whitsunday Islands. Habe mich nach o.g. Erlebnis gegen eine Sailing Tour entschieden, und eine poshes all inclusive Resort gebucht. Leider ist das Schiff kaputt, deshalb haenge ich hier rum. Sie hoffen, dass es um 12 Uhr faehrt. Und das hoffe ich auch!!!!
Viele Gruesse!!!
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