Antarktis, der letzte Kontinent
From Around the world trip in Antarctica on Dec 01 '06
.... um eine Reise an die kaeltesten Orte der Welt zu machen mit eigentlich nur Klamotten fuer einen Sommerurlaub. Aber hey, wir stehen dazu...
Da die Karte von der Antarktis leider keine detailierte Ortebeschreibung zulaesst werde ich in diesem Eintrag daher etwas anderst verfahren. Ich gliedere den Bericht nach den jeweiligen Tagen und den Orten wo wir waren.
man muss schon ein wenig verrueckt sein....
Zuerst aber mal etwaz Info zur Antarktis. Sie ist der suedlichste Kontinent der Erde und ist fast ganz von Eis bedeckt. Wem gehoert sie? Eigentlich keinem bestimmten Land. Es gibt ein Antarktisbund dem 50 Nationen angehoeren und diese regeln alles. Viele haben Landansprueche, viele aber auch nicht. Lustig ist nur das viele die selben Landansprueche haben. Wieviel Menchen leben in der dort? Ich glaub ich hab ne Zahl von 1200 im Winter und ca. 3000 im Sommer gehoert. Es gibt aber keine richtige Stadt sondern nur Aussenposten und Forschungseinheiten der einzelnen Laender. Alle diese Laender haben auch beschlossen das fuer die naechsten 50 Jahre der Kontinent rein fuer die Wissenschaft zur Verfuegung stehen soll. Es duerfen also keine Rohstoffe abgebaut werden oder Tiere im grossen Umfang gefangen werden. Jedoch ist es wie im internationalen Gewaesser mit der Rechtslage etwas kompliziert, da niemand da ist der das auch wirklich ueberwacht und ggf. Massnahmen ergreift. Aber es halten sich wohl alle recht gut daran. Die Frage ist nur ob sich auch alle noch daran halten und es friedlich daher geht, wenn Oel oder Rohstoffe mal leer werden und der Wettlauf auf die Rohstoffe in der Anarktis losgeht, jedoch viele Nationen die selben Laender beanspruchen....
Wieviel Touristen besuchen die Antarktis. 13000 jaehrlich. Also wirklich nicht viel. ( und wir gehoeren dazu ).
1. Tag Beagle Channel
nachdem wir in Ushuaia um 6 Uhr abgelegt haben mussten wir noch ca. 6 Std. durch den Beagle Channel fahren bevor wir auf hohe See kommen. Wir wurden in der Zeit begruesst und das Schiff wurde uns vorgestellt. MS Explorer, das erste Schiff das solche Fahrten je unternommen hat. Baujahr 1969 und 2.5 Mio Meilen auf dem Buckel. Uns wurde aber versichert das es schon mehrmals ueberholt wurde. Dann wurden uns die Zimmr gezeigt. Sehr coole kleine Zimmer, aber da es jeweils Doppelzimmer mit eigenem Bad waren, waren wir ganz gluecklich. Wir hatten schon alles erwartet. Schliesslich waren wir ja nicht auf einer Kreuzfahrt sondern auf einer Expedition. Vor dem Abendessen wurden dann die Seekrankheitspillen ausgeteit. Wir haben keine genommen, da es uns gut ging. Beim Abendessen mussten wir schon feststellen das wir wahrscheinlich, falls das so weitergehen sollte, etwas zunehmen koennten, da das Abendessen aus 4 Gaengen bestand. Als wir dann nach dem Essen in der Bar sassen und alle erzaehlten das sie eine Pille genommen haben, da es empfohlen wird kamen wir schon etwas ins kruebeln. Wir waren uebrigens 96 Passagiere und davon waren vielleicht 20 wie wir Backpackers die in Suedamerika unterwegs sind und die restlichen meist etwas aeltern waren extra fuer den Trip her geflogen. Es war eine sehr coole Mischung und es war abzusehen das es schoen 10 Tage werden.
Als wir dann nach den 6 Std. den Beagle Channel verliessen und die offene See trafen wurde es ungemuetlich. Man konnte kaum noch laufen und der wichtigste Spruch wurde " Eine Hand fuer dich und eine Hand fuers Boot ". Schnell mussten wir merken dass es doch rauh hergeht und so bin ich um 12 uhr nochmal hoch und hab mir vom Personal auf der Bruecke noch Pillen fuer uns geben lassen....
2. Tag Drake Passage
das schlimmste und gefaehrlichste Gewaesser der Welt. Die Passage zwischen Suedamerika und der Antarktis ist bekannt fuer ihre starke See. Viele Segelfahrer die um Kap Horn segelten haben das schon gespuert und viele haben auch schon dort ihr Leben gelassen. Die Dragepassage ist die Grenze die zu ueberqueren ist damit man in der Antarktis ankommt.
So schlimm sollte es fuer uns dann nicht kommen, aber als nachts um 5 uhr die See rau wurde und wir fast aus dem Bett gefallen sind, merkte wir schon wo das her kommt. Uns wurde zwar gesagt dass das immer noch leichte See sei, aber viele waren froh ueber die Seekrankheitspillen. Als Nebenwirkung waren alle aber die ganze Zeit ueber muede. Da wir 2 volle Tage auf hoher See mit den starken Wellen hatten war an diesem Tag nur essen, schlafen und morgens und mittags eine Unterrichtseinheit angesetzt. Schliesslich waren wir ja auf einer Expedition und wollten was lernen. Die Unterrichtseinheiten gingen ueber die Antarktis und Seevoegel. Eigentlich recht interessant. Doch da wir alle unter dem Einfluss der Pillen standen kam es doch hauefiger vor das Leute einschliefen.
3. Tag auf See und Ankunft in Elephant Island
nachdem wir die schnellste Ueberfahrt der Drakepassage in der ganzen Geschichte des Bootes gemacht hatten und anstatt zum Abendessen schon zum MIttagessen dort ankamen enschloss sich unser Expeditionsleiter fuer eine kleine Zodiactour ( Zodiac ist ein kleines Schlauchboot das wir benutzen um an Land zu kommen ). Jetzt haben wir aber nur eine kleine Spritztour gemacht um mal zu sehen wie die Wellen sich in so einen kleinen Boot anfuellen und um uns die Stelle anzuschauen wo 22 Besatzungmitglieder einer Expedition von 1916 unter der Leitung von Shackleton einen Winter dort ueberlebten bevor sie gerettet werden konnten. Wahnsinn. Die Expedition war damals aufgebrochen um den Suedpol zu finden. Da das Schiff aber im Eis steckenblieb mussten sie auf dem Eis alle ueberwintern. Als dann nach 6 Monaten der Fruehling kam, wurde das Boot aber nicht befreit, sondern durch die bewegenden Eismassen zerdrueckt. Daher mussten sie es zuerucklassen und haben auf dem Eis gezeltet bis soviel Eis geschmolzen war, damit sie mit den Rettungsbooten Richtung Land rudern konnten. Nach mehreren Tagen auf hoher See im Eis kamen sie endlich an der besagten Stelle an. Aber da keiner wusste das sie noch lebten, baute Shakleton ein Boot um so das er mit 5 Leuten ueber das ganz offene Meer segeln konnte um zu einer Walfangstation zu kommen. Bis heute ist diese Bootsfahrt die am mit abstand die schwerste Bootsfahrt der Seefahrtsgeschichte und eigentlich nicht zu schaffen. Auf der richtigen Insel nach 15 Tagen angekommen waren sie auf der falschen Seite und mussten einen Gebirgspass und mehrere Glechter zu Fuss ueberqueren um zu der Walstation zu kommen. Sie haben das in 36 Std. ohne Ausruestung 1916 gemacht. Alle Besatzungsmitgliedern wurden spaeter beim 3. Rettungsversuch gerettet. 2 Rettungsversuche vorher gingen schief. Reinhold Messner und noch 2 weitere Bergsteiger seines Kalibers haben diese letzte Strecke ueber den Gebirgspass mal nachgelaufen. Sie haben mit voller Bergsteigeraustruestung und deren Bergsteigerkoennen 3 Tage gebracht. Shakleton, der Seefahrer war hat es in 36 Std. geschafft. Bis heute eine der unerreichten Abenteuer. Aber wahrscheinlich interessiert euch das recht wenig... daher hoer ich jetzt wohl besser damit auf.
Also wir dan auf dem Zodiac und haben gleich unseren ersten blauen Eisberg gesehen, der so aussieht weil er eine andere Sauerstoffkonsistenz vorweist. Ansonsten war die Bootsfahrt super lustig. Haben Eis aus dem Wasser gesammelt damit wir abends fuer die Bar was hatten...
4. Tag Brown Bluff + kurz vor Snow Hill
Heute war unser erster Landgang geplant. Das war auch der einzigste geplante Landgang auf dem Festland der Antarktis. Mit dem Schritt auf den Strand dort hab ich somit alle 7 Kontinente der Welt bereist und Vinka 6 von 7. Nur Noramerika fehlt und das hauptsaechlich aus Visagruenden :-)
Es war super cool. Wir sind durch Pinguine gelaufen und konnten sehen wie sie bruehten und Vink hat auch zweimal ein Baby gesehen. Wir waren 3 std. an Land und haben auch viel Zeit damit verbracht einfach mal irgendwo sitzen zu bleiben um zu schauen wie die Tiere so reagieren. Super lustig. Pinguine sind einfach die coolsten Tiere.... aber in Worte kann man das garnicht fassen. Schaut euch einfach die Bilder an.
Auf dem Boot zurueck gab es erstmal Mittagessen und das brauchten wir auch. Als wir so beim Essen sassen fuer das Boot schonmal weiter. So um 2 Uhr erreichten wir ein Eisfeld und das Schiff zeigte mal seine Eisbrecherqualitaeten. Wahnsinn. Anfaenglich sind wir wie Ein Messer durch Butter geklitten, aber als das Eis dann mal ueber 1 Meter dick war blieben wir stecken. Da dort gerade eine Groessere Ansammlung von Walrossen vorkam wurde geschaut ob da Eis dick genug ist und dann durften wir alle raus aufs Eis. Super cool.
5. Tag Paulet Island
Heute mussten wir schon frueh raus, da es um 6.45 Fruehstueck gab. Danach waren fuer heute 2 Landgaenge angesetzt.
Der erste ging auf Paulet Island. Ganz anderst wie der Landgang von gestern da es viel mehr Eis gab und bitter kalt war. Hier haben wir wieder Pinguine, Robben und Seevoegel beobachten. Was soll ich dazu sagen. Schaut euch die Bilder an. Ich weiss nicht was ich dazu sagen soll und die einzelnen Namen interessieren euch bestimmt nicht...
Der zweite Landgang wurde wegen zu starkem Seegang abgesagt. Daher hatten wir nur die ueblichen Unterrichtseinheiten und ein wenig Zeit uns auszuruhen. War schon alles recht anstrengend, besonders weil man durch die Pillen immer muede war. Abends war dann noch das Captians Dinner.
6. Tag Curverville Island, Lemaire Channel, Port Lockroy
Heute war ein vollgepackter Tag. Morgens wieder ein Landgang und diesmal einer wo nur Schnee war. Super cool. Die Pinguine machen da vielleicht ne Sauerrei. Am Ende konnten man dort auch noch etwas den Hang runterrutschen. Das war ein Spass. Und jetzt kommt wieder die Geschichte mit de Skilift aus Bariloche. Da sagte ich ja schon das Vinka so Spass am Skilift hatte.Ihr haettet sie erstmal bei rodeln erleben sollen. Ist als einzigste 5 mal runtergerutscht. Jetzt willl sie auch umbedingt in Winterurlaub fahren. Wahnsinn oder. Im Sommerurlaub den Winterurlaub lieben gelernt.
Mittags wollten wir dann nach Port Lockroy einer Aussenbasis von England wo man ein kleines Musuem anschauen kann. Da aber auf dem Weg dort hin uns durchgefunkt wurde dass bereits ein Schiff dort ist haben wir noch eine Zodiactour gemacht. Wir sind ca. 45. durch die Eisberge im Lemaire Kanal gefahren. super cool. in den Zodiacs merkten wir schon dass das Wetter schlechter wird. Am Ende hatten wir Windgeschwindigkeiten bis 60 Knoten. Der Wind war eiskalt und wohl koennen solche Windboeen innherhalb von Minuten entstehen indem der Wind ueber die Berge mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Kmh runterschiest und dann aufs Wasser trifft.... Sowas hatten wir da. Dort waren wir auch am suedlichsten Punkt unserer Reise angekommen.
Nach Port Lockroy sind wir dann nach dem Abendessen gefahren. Bis dahin wurde es noch schlechter und es schneite und die Wellen waren richtig hoch. Aber dank unseres guten Teams konnten wir doch an Land. Da es hier ja eigentlich nier dunkel wird war es auch kein Problem es es schon 22 Uhr war. Abends bin ich dann mit den Jungs noch in die Sauna und ein Bierchen trinken. War richtig lustig. Nur mit Badehose um Mitternacht hinten auf dem Boot in der Antarktis zu stehen. Aber es sollte noch besser werden.
7. Tag. Deception Island und Half Moon Island
Heute sollte es nochmal ein Hoehpunkt unserer Reise geben, die ja an sich schon ein Hoehepunkt war. Wir gingen in der Antarktis im Meer schwimmen. Natuerlich nur wer wollte. Machbar wurde das duch eine Insel mit einem Vulkan. Dort konnte man am Strand Loecher kraben und aus denen kommt dann kochendheises Wasser das ins Meer fliest. Somit konnte man an der Stelle mit einem Sandwall ein netten kleinen Pool bauen der recht warmes Wasser hatte. Super lustig. Wir haben ein bild da steh ich schon in der Badehose da und Vinka hat noch tiefste Winteraustruestung an. Wie immer wollte ich ja auch einer der ersten sein die ins Wasser gehen. Prblem dabei war nur, das die kleinen Graeben vom Strand noch nicht gezogen waren, oder gerade erst damit angefangen wurde. Somit war noch kein Wasser ins Meer gelaufen, oder kaum welches. Erst dachten sie auch das das wir keinen Wall machen muessten. Aber als ich und paar andere ins Wasser sind und verzweifelt etwas von dem warmen Wasser suchten, da es so verdammt kalt war, entschieden sie doch grossflaechig hinein Wall anzulegen damit dahinter sich das warme Wasser sammeln kann. und somit in kleiner Pool entstand. Ihr muesst euch mal die Bilder anschauen, eins davon ist wie ich gerade nach warmen Wasser suche und vorher im Meer war, das uebrigens ne Temperatur von Minus 1 bis Minus 2 Grad hatte. Salzwasser gefriert erst bei 1,8 Grad und da leichte Eisbildung vorhanden war... also verdammt kalt. Aber geil, wer kann schon sagen er war in der Antarktis schwimmen. Von unseren 97 Leuten waren glaub ich 62 schwimmen, egal wie alt oder dick... mal wieder die beste Quote die es je gab.
Als wir auf dem Boot wieder ankamen testeten wir erstmal wieviel Leute in so eine Schiffssauna passen. Also 12 waren drin und ich bin mir sicher das noch 1 bis 2 mehr reingepasst haetten.
Nachmittags war dann unser letzter Landgang geplant. Half Moon Island. Dort ist auch eine argentinische Forschungsstation gewesen. Allerdings war die noch unbesetzt da sie nur ueber den Sommer betrieben wird. wir sind dort etwas wandern gegangen, da sie groesser war als die anderen und konnten nochmals alle Tiere sehen die wir auch vorher schonmal gesehen hatten.... war recht angenehm mal wieder etwas zu laufen und festen Boden unter den Fuessen zu haben. An der Station war auch ein cooler Wegweiser mit Staedten aus der ganzen Welt. oder eigentlich nur aus Argentinien + Muenchen. 13542 KM oder so. muesste jetzt auch nochmal auf dem bild nachschauen. Da aber unser Bus in 45 faehrt und ich das hier noch fertig bekommen will, schau ich nicht nach.
8. Tag Drake Passage
morgens um 5 Uhr wurden ziemlich alle gewegt da starker Seegang wieder eingesetzt hatte. Wir waren auf dem Rueckweg nach Ushuaia und somit 2 Tage in der Drage Passage. Den Tag hat fast jeder im Bett verbracht und ausser Fruehstuecken und abendessen haben wir auch nicht mehr gemacht. Der Seegang war einfach wahnsinnig. Also schon schwerer Seegang, das hat auch die Crew zugegeben.
9. Tag Drake Passage und Cap Horn
Heute wurde die See zum Glueck wieder etwas ruhiger. Kurz nach dem Fruehstueck sind wir dann an Cap Horn vorbei gefahren. Leider konnten wir nicht so nah wie geplant da der starke Seegang des letzten Tages und der vergangen Nacht eine andere Route nicht zulies. Aber gerade als wir vorbei gefuhren zog es etwas auf und man konnte das Land sehen und einen Regenbogen drueber. Super cool, leider aber auf den Bildern schlecht zu sehen. Von hier brauchten wir noch 12 Std. bis nach Ushuaia zurueck wo wir kurz vor Dinnerzeit ankamen. Dort angekommen gab es erst Abendessen und dann noch eine Charity Versteigerung. Super lustig. Da wir echt paar reiche Leute dabei hatten wurden da mehrere tausend US Dollar geboten. Das hoechste war 3 Leute haben jeweils 2000 Dollar fuer eine Karte bezahlt. Wir haben dann auch hoeren muessen das der eine Vorstandsmitglied in einer IT Firma ist. Leider etwas zu spaet kennengelernt, da wir an dem Abend unser letzter war. Morgens nach dem Fruehstueck haben wir ausgecheckt. Alle Jungen sind am Abend vorher noch von Bord um was trinken zu gehen. Wir kamen um halb fuenf heim und mussten um 7 Uhr schon wieder raus.....
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