10.07. - 11.07.06 Auf dem Weg in die heilige Stadt Touba
From Westafrika - I in Touba, Senegal on Jul 09 '06
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Auf dem Weg nach mussten wir in Diosmone umsteigen, um weiter nach Kaolack zu fahren. Dazu brauchten wir uns nur an der richtigen Stelle an den Strassenrand stellen. Das ist natürlich nicht gekennzeichnet, daher gilt es immer wieder, dies herauszufinden. Der Bus kam schon bald und alles lief so weit gut bis wir plötzlich anhielten und alle austeigen bzw. in einen anderen Bus umsteigen mussten. Da unser Französisch nicht so gut ist und das Meiste auch in Wolof gesagt wurde, wussten wir überhaupt nicht, was los war. Angeblich hatte der Bus eine Panne. Der andere Bus war schon voll und wir sollten uns nun auch noch da reinquetschen. Dann wurden Mark und ich jedoch wieder herausgerufen und wir sollten zum nächsten Bus laufen, der gerade angekommen war. Brav taten wir das, doch die anderen Busleute wollten wieder Geld für die Fahrt haben. Mit den doofen Touristen kann man es ja machen. Aber nicht mit uns! Während Mark noch mit dem Busfahrer diskutierte und ihm versuchte, die Situation zu erklären, lief ich schnell zurück. Zum Glück war der Bus noch da, denn sie hatten offensichtlich Probleme, alle Leute hineinzubekommen. Weil eine andere Reisende mir erklärt hatte, das man in solchen Situationen lauthals protestieren soll, tat ich das, so gut es ging mit meinen paar Brocken Französisch. Das hat tatsächlich geholfen. Jedenfalls durften wir wieder in den ursprünglichen Bus einsteigen, in dem wir dann nur noch mit einer Handvoll anderer Leute sassen. An der nächsten "Haltestelle" gab es dann einen öffentlichen Bus nach Kaolack, in den wir einsteigen durften, ohne erneut zu bezahlen.
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Kaolack
Also wir in Kaolack ankamen, mussten wir erst einmal einen Bankautomaten suchen, was nicht so einfach war. In Kaolack war es auch wesentlich wärmer, da sich die Stadt weiter im Landesinneren von Senegal befindet. Die Hitze war fast unerträglich und wir hatten unsere Rucksäcke zu schleppen. Wir wollten also möglichst schnell das Geld holen, etwas essen und dann weiter. Irgendso ein Typ wollte uns dabei behilflich sein. Da er symphatisch zu sein schien, liess Mark sich von ihm führen. Auf dem Weg zum Restaurant traf er jedoch einen Kumpel, der uns dann auch begleitete. Irgendwie kleben diese Leute dann auch immer wie Kletten an einem. Das war mir ja gar nicht recht. Mark bot ihnen jedoch an, mit uns zu essen - er ist einfach viel zu nett. Sie lehnten zwar ab, aber bestellten sich ein Bier und baten um eine Schachtel Zigaretten als Gegenleistung für die Hilfe. Das war so weit o.k., aber als die Rechnung kam, murmelten sie komisch herum und der "Nettere" verschwand mit der Kellnerin. Anscheinend versuchten sie an der Rechnung zu drehen. Da wurden wir stutzig. Sie bestellten dann doch noch Hamburger zum Mitnehmen und versuchten uns die ganze Zeit davon zu überzeugen, zusammen mit ihnen zum Bahnhof zu fahren. Wir entschieden, den beiden nicht zu trauen und allein weiterzuziehen. Das war eine gute Entscheidung, denn unser Taxifahrer nannte sie Banditen und wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Da hatten wir wohl noch einmal Glück gehabt. Wären wir mit einem befreundeten Taxifahrer der beiden gefahren, hätten wir uns vielleicht an einem einsamen Ort und unserer kompletten Sachen beraubt wiedergefunden.
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Djourbel
Für die Weiterfahrt nach Djourbel fanden wir direkt ein Buschtaxi für einen fairen Preis. Es war schon dunkel, als wir ankamen. Aus Sicherheitsgründen beschlossen wir, ein Taxi zu nehmen, um ein Hotel zu finden. An der Taxistation stürtzten sich auf einmal alle auf uns und redeten auf uns ein. Wir standen etwas hilflos in der Mitte, aber nichts passierte. Unser Fahrer hatte offensichtlich nur einen guten Preis verhandelt, so dass sich sämtliche Taxifahrer um uns stritten.
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Nach dem Einchecken sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Man könnte sagen, dass Djourbel eine typische senegalesische Stadt ist, nicht gross, keine besonderen Bauwerke zu sehen. Überall lagen die Leute draussen auf Schaumstoffmatten zum Schlafen. Ich habe keine Ahnung, ob diese Leute kein richtiges zu Hause haben oder es nur zu warm ist, um drinnen zu schlafen, da sie ja keine Klimaanlage haben - wahrscheinlich letzteres.
Wir haben aber eine Bar gefunden, wo wir noch einen Absacker tranken. Der Barmann war ganz überascht, dass ich auch einen Gintonic haben wollte. Ein Verrückter und ein Betrunkener rissen sich dann um unsere Aufmerksamkeit. Es war eigentlich ganz schön, senegalesischen Leuten zu begegnen und sich mit ihnen zu unterhalten, aber auch sehr schwierig, sich zu entspannen ... .
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Touba
Als wir am nächsten Tag in Touba ankamen, wurden wir als erstes von einem Polizisten angehalten und in sein "Büro" gebeten. Er erklärte Mark, dass eine Frau nicht so aussehen dürfte, wie ein Mann. Ich musste mir erst einmal einen Rock anziehen, damit wir weiter gehen durften. Danach war er zufrieden und schenkte mir ein breites Grinsen. Zum Glück hatte ich mir vor der Abreise noch einen Rock für die Reise durch Mauretanien besorgt! Ich hatte zuvor nie Probleme mit meiner Kleidung gehabt, aber hier schienen strengere Gesetze zu herrschen. Man darf hier auch kein Alkohol in der öffentlichkeit trinken und nicht rauchen.
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Die Besichtigung der Moschee in Touba war jedoch ein richtiges Erlebnis. Damit wir sie besuchen durften, mussten wir die Schuhe ausziehen und ich mir ein Tuch um den Kopf legen. Die Moschee ist riesig und wird stetig erweitert. Viele von den verwendeten Materialien stammen aus Europa und wurden eigens für den Bau der Moschee eingeflogen. Der Fussboden der Moschee besteht z.B. aus einem Material, das nicht so heiss wird, damit sich die Betenden nicht verbrennen. An einem Freitag Nachmittag nehmen hier nämlich ca. 10.000 Menschen am Gottesdienst teil. Die Innenarbeiten sind im marokkanischen Stil gehalten und sehr detailliert. Die Türme bestehen aus speziellem roten Marmor und die Türen aus fein gearbeitetem westafrikanischem Holz. Hier hat man es sich an nichts kosten lassen. Für Frauen gibt es einen abgetrennten, einfacheren Bereich ... .
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Noch am gleichen Nachmittag machten wir uns auf nach St. Louis, denn es war noch eine weite Strecke und wir hatten nur noch reichlich 2 Wochen Zeit, um Josè in Portugal zu treffen.
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