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Ja, also, da bin ich wohl dann mal wieder!!...Es sei mir verziehen, dass ich so lange nicht die Kurve gekriegt habe, mal weiter zu berichten!
Ich sitze hier gerade am "Boat Quai" am Singapur River, in einem Cafe am Wasser, die Boote schippern so an mir vorbei und ich habe meinen kleinen Schreibfreund dabei... Dieses kleine Maschinchen ist wirklich Gold wert!
Also, wie auch immer, ich werde einfach mal an der Stelle weiterberichten, an der ich Euch so schnoede verlassen habe, letztes mal...
Ich bin also 3 Tage in Broome geblieben, wo ich eigentlich nicht viel gemacht habe, ausser einmal zu fuss und einmal mit dem Rad zum sog. Cable Beach zu pilgern. Dieser Strand ist einfach wunderschoen. Unendlich weit, heller Sand und glasklares (vorne) bis tiefblaues (weiter draussen) Wasser. Einfach koestlich. Schwimmen ist nur angesagt in einem Stueck, das mittels 2 Rotgelben Flaggen von der Strandwache (dem Baywatch...) jeden Morgen abgesteckt wird. Wegen Schwaermen von Jelly-Fish (der richtig verbrennen kann...) und gelegentlichen Hai-Besuchen nah an der Kueste.
Da faellt mir gerade auf, dass ich ja garnicht wirklich am Anfang angefangen habe....
Also, das erste Hostel naemlich, das da heist “Last Resort” war wirklich das aller aller “last Resort”! Als ich da ‘reinkam, zusammen mit einer netten Englaenderin, die ich im Grey Hound getroffen hatte, Daisy, kam uns schon der Chlorgeruch aus den Dusch-Raeumen entgegen... Das ganze Hostel stank danach. Die Leute waren zwar recht nett, aber als ich dann spaeter in die Kueche kam, habe ich tatsaechlich einen echten Kotzreiz verspuert... Einfach widerlich!!! Also gut, eine Nacht in diesem Verhau... das Dorm mit 6 Leuten war soweit o.k.
Am naechsten Morgen habe ich dann nach dem Fruehstueck meine Sachen gepackt und bin ‘rueber auf die andere Strassenseite - mehr oder weniger - ins YHA "Kimberley’s Club". Das war uebrigens der Dienstag, der 12. Juni. Da war’s dann zwar ein wenig teurer, dafuer aber waren die Kakerlaken wohl erzogen und sauber ;-) ...Nein, im Ernst, es war sehr ordentlich dort, Kakerlaken laufen halt ueberall mal so ‘rum, wo Garten und Gruen ist, 6-beinige, wie 2-beinige...
Spass beiseite (ist auch ein wenig beissend heute... weiss garnicht woher das kommt ;-) ) Leider hatten die nur fuer eine Nacht ein Bett frei, was leztendlich fuer mich bedeutete, dass ich am naechsten Morgen wieder an der Rezeption des aller lezten Resorts stand und die junge Dame dort, nicht nur ob des Wiedererkennens, freundlich angelaechelt habe, worauf hin sie mir kommentarlos das gleiche Bett im gleichen Zimmer wieder gegeben hat... Wie praktisch.... Die gleichen Leute waren auch noch im Zimmer... Manchmal klappts halt einfach!
Dienstag abend waren Daisy und ich dann noch in einer Kneipe im Staedtle, da war Life-Musik, sehr gute. Klassische Gitarre und Gesang von einem Australier, seines Zeichens halb chinesisch, halb britisch, soweit ich mich erinnere... Tolle Musik, wir haben uns eine CD gekauft hinterher. Ich habe sie auf mein Laptop kopiert, Daisy hat sie mitgenommen.
Wunderschoen. Wie heisst der Knabe doch noch gleich... Harii Bandhu, so heisst er. Am naechsten Morgen hatte ich mir dann (es ist Mittwoch, der 13. Juni - bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich doch mal ein wenig darauf hinweisen sollte, wann was stattgefunden hat ;-)...) ein Fahrrad geliehen. Nicht teuer, aber dafuer totaler Schrott... Mein verlaengerter Ruecken hat schon nach kurzer Strecke dermassen geschmerzt, dass ich nur vor mich hin geflucht habe und gleichzeitig versucht habe, auf einer Backe zu fahren - abwechselnd...
Trotzdem bin ich dann noch zum sog. "Getheome Point" geradelt. Das ist ein Stueck heiliges Land der Aboriginals, wo Ende des 19. Jahrhunderts von einem Franzosen dann auch mal ein Leuchtturm gebaut wurde. Ich bin ziemlich lange dort geblieben, habe auf den Felsen gesessen und aufs Meer geschaut. Die Farben des Steins dort, die Stimmung, die Voegel und Unmengen von Libellen... Ein absolut verzauberter und beeindruckender Ort. Ein Ort, an dem die "Ancestral Beings" erschaffen haben. Sehr stark spuerbar. Irgendwo in den Felsen einige Meter draussen sollen dann auch mehrere Dinosaurier-Spuren zu sehen sein, allerdings nur bei very, very low tide...
Naja, ich war jetzt nicht so super wild d’rauf, mir Dino-Tapsen anzusehen (jeder archaeologisch fanatische Mensch kann das sicherlich so ueberhaupt nicht verstehen... ‘muss ich mit leben).
So, ich hatte ja bereits am Dienstag morgen bei einem wwoof-Host angerufen, ca. 200 km von Broome entfernt (!!). Der hatte gesagt, das er Donnerstags jeweils nach Broome gefahren kommt und bei dieser Gelegenheit dann auch Wwoofer mitnehmen, bzw. absetzen kann...
Leonard (Lenny) hatte mich gebeten, Donnerstag morgen dann noch mal kurz durchzuklingeln. Genau das tat ich dann auch, nachdem ich aus dem Hostel ausgecheckt hatte.
... wie’s wohl am Canale Grande so ist?... tschuldigt bitte, aber das flitzt mir gerade so durch den Kopf, waehrend ich meine Gedanken samm’le und auf’s Wasser stiere und die Boote vorbeischippern sehen... (Da muss ein anstaendiger Europaer ja wohl auch wenigstens einmal im Leben gewesen sein, oder?!)
Wo warich?? (Insider fuer Familienmitglieder...;-) ) Also, um mal weiter zu kommen hier: Donnerstag morgen also Lenny angerufen, der dann 15 Min. spaeter schon vorbeikam und mich und mein Gepaeck im ziemlich abgerockten Jeep mitgenommen hat. Es folgte dann noch eine Einkaufstour durch Brooms Gewerbebetriebe und zum Schluss noch ein Einkauf im Supermarkt. Dort trafen wir dann auch noch Steffi. Eine Deutsche. Auf deren Vorankuendigung im Auto hatte ich zwar mit einem “oh, really, how nice!” reagiert, um ehrlich zu sein, was ich ehrlich gedacht hatte klang eher so: “ oh nein, nicht so ‘ne 22-jaehrige blonde Steffanie, so rosa-T-Shirt-Maedel.. .bitte!”.... Die Steffi, die ich dann treffen sollte, war eine wahre Offenbahrung an Mensch, eine jener Personen, die man wohl nicht so oft trifft... Es war einfach toll, wir haben uns auf Anhieb verstanden und, zumindest fuer mich, war die Woche im Busch, auf die ich gespannt war, bereits richtig gut!
Wir haben dann gemeinsam den gigantischen Einkauf fuer die Munget-Community (da, wo wir hinwollten, an der Beagle Bay - fuer den, der ‘ne Karte hat...) in den Haenger und in den Jeep verstaut, Zag ist dann noch zu uns gestossen dann sind wir 3 Std. groessten Teils ueber rote Sandpiste zu dieser Community an der Kueste gebraust. Teilweise mit 100 Sachen im losen Sand, es war ziemlich beeindruckend. Aber Lenny hat in seinen Manoevern nicht eine einzige Unsicherheit gezeigt, ich denke, nach Jahren im australischen Busch kann man dann Sandpiste fahren...
Ich hab’ dann doch ab und zu mal einen Blick aus der Heckscheibe geworfen, um sicher zu gehen, dass der Haenger noch ‘dran ist, bzw. die Sachen und Gepaeckstuecke im Haenger noch vorhanden sind... Es ist alles migekommen...
Die Woche in Munget war eine meiner schoensten auf dieser Reise bis jetzt. Soviel kann ich schon sagen. Es leben dort Lenny mit Jacinta und deren 4 Kindern - Prachtkinder! Ausserdem noch Zag und Trish mit 2 Kindern. Community ist das ganze deswegen, weil Lenny halb Aboriginal ist und das Land Aboriginal-Land ist. Er hat es also von seiner Grossmutter geerbt. Unter Community hatte ich mir erst etwas Groesseres vorgestellt.
Jedenfalls leben die beiden Familien direkt am Meer, die Haeuser umgeben von native bush. Ein unendlicher wunderschoener Strand, eine ganze Bucht nur fuer die Menschen, die dort leben. Es war schon absolut beeindruckend. Und der Sand und die Sandklippen in leuchtendem Australien-Rot! Einfach wunder-wunderschoen!!
Die wwoofer wohnen dort in einer eigenen Huette mit einem Platz hinterm Hauw, wo man Feuer machen kann. In der offenen Huette sind 3 Zelte aufgestellt, so als Schutz gegen Muecken und anderes Getier.Ach ja, und die Kompost-Toilette war hinterm Kamel Paddock, so ein, zwei Schrittchen (!!!) von unserer Huette weg, was fuer Abends und Nachts bedeutete, sich mit Taschenlampe in die Buesche zu schlagen und den eventuellen Schlangen ein Gespraech aufzuzwingen... Die Dusche war dafuer in der Huette, wunderbares Regenwasser!!! Kochen mussten wir nicht ueber dem Feuer, in der Huette gabs einen Gaskocher und sogar einen Kuehlschrank...
Hatte ich schon erwaehnt, dass wir frische Lebensmittel selbst mitbringen mussten? Das hatte mich und Steffi anfangs doch etwas stutzig gemacht, da gerade das ja eigentlich beim wwoofen abgedeckt sein sollte...
Dazu muss ich sagen, dass unsere Arbeit auf der “Farm” (4 Kamele und ein paar Baeume) tatsaechlich aus 1-2 Stunden Kameldung sammeln und Garten aufraeumen bestand.
Das mit dem Kamel Kacke sammeln fand jeweils morgens statt und war teilweise schon witzig. Zumindest in den ersten Tagen lief naemlich Mudgar, der halbwuechsige Baby-Bulle immer frei ‘rum und ist von einem zum anderen geschlurpt um jemanden zufinden den er zwicken konnte und der vielleicht mit ihm spielte...Hahaha, das mit der unterschiedlichen Koerpergroesse hat er nicht so ganz begriffen, also hiess das immer mal uebers Gatter hechten, damit dieses Jungkamel nicht auf einem rumgehueppt ist... Spaeter hatte ich es dann mit dem Nase-Zwicken recht gut ‘raus und wenn er dann noch nicht aufgehoert hat, hab’ ich ihn einfach angebunden. Woraufhin er die wunderbaren typischen Roehrlaute von sich gegeben hat, klasse!!
Doch, fuer mich war’s ein langgehegter Traum, mal mit Kamelen zu arbeiten! Ich bin auch bei der naechsten 2-stuendigen Tour, die Lenny dann mit Kunden (Touristen) gemacht hat mitgelaufen und habe Melli, die coolste und schoenste Kameldame (nicht Kameliendame!!!) gefuehrt. (Waehrend Mudgar wie ein komplett Bescheuerter um die kleine 3er Karawane ‘rumgesprungen ist und alle zum Wahnsinn getrieben hat... Ich glaube, die Frauen mit ihren Toechtern waren teilweise nicht ganz so begeistert, vor allem als Molly, die doch ziemlich haessliche aeltere Stute komplett ausgetillt ist und die Frau im Sattel vor ihr 1, 2 mal erfolgreich in den Hintern gebissen hat...
Ich fand’s toll bin auch spaeter auf genau der biestigen Molly geritten, irgendwie mochte ich sie...
Die Nachmittage haben wir, das heisst, Steffi, Andrea aus Oesterreich, Pip aus England und ich entweder in unserer Huette verbracht und irgendwas Nettes zusammen gemacht, oder jeder ist so seiner Laune nach an den Strand laufen gegeangen, oder hat in der Sonne gelegen oder ist durch die Gegend gewandert. Es war alles in allem sehr entspannend. Wir haben tolle Gespraeche gehabt und abends beim Feuer vor unserer Huette getrommelt und Musik gemacht. Das war schon richtig klasse!! Ich habe natuerlich waehrend dieser Tage unglaublich schoene (und viele) Muscheln gesammelt. Und Lenny hat mir den Baum gezeigt, aus dessen Aesten man Klanghoelzer macht. Hab’ dann auch ein paar schoene geschnitzt und sie Andrea zum Geburtstag geschenkt. (Andrea, oder Anschie, wie wir sie genannt haben, war uebrigens in den lezten Wochen bei “meiner” wwoof-Familien in Katherine.... schon witzig, wir haben uns gemailt und uns uebers Essen und die Farm ausgetauscht...
Am Donnerstag der folgenden Woche (21.6.) sollten wir eigentlich wieder zurueck nach Broome. Zumindest ich wollte dann wieder zurueck, weil ich zu dem Zeitpunkt noch dachte, dass ich am 28.6. schon nach Singapur fliegen wuerde. Das alles ganz anders kommen sollte, musste ich dann schon nach kurzer Zeit erfahren...
Letztendlich sind Steffi und ich dann schon am Mittwoch morgen mit Zag nach Broome geduest. Dort angekommen haben wir erst mal in einem Laundromaten (Wasch-Salon) halt gemacht und Steffi hat ihren gesamten Waeschebestand durchgetrommelt, waehrend ich mehrmals zwischen Laundromat und Visitor Center hin und her gelaufen bin (was man nicht im Kopf hat...) um ‘raus zu kriegen, welches der Hostels am Cabel Beach noch freie Betten hatte und um den Grey Hound fuer den naechsten Tag Richtung Darwin zu buchen. Das aber erst, nachdem ich noch schnell zum Airport gelatscht war, um ‘raus zu kriegen, was es kostete, ein Auto in Broome zu leihen und in Darwin zurueck zu geben.... Hahaha, reden wir nicht mehr d’rueber!!!
Wir sind dann mit dem Bus ins Cable Beach Backpackers gefahren und haben den Tag mehr oder weniger am Strand verbracht. Abends hat Steffi mich dann zum Essen eingeladen; in dem Restaurant, von dem aus man den Sonnenuntergang verfolgen kann, klasse!
Donnerstag abend also (21.6.) nach einem letzten Strandtag, Abfahrt zurueck nach Katherine. 23 Std. mit ein paar Pausen. Andrea war dann auch im Bus, wir waren also zu dritt. War ‘ne nette Busfahrt!!
Wir sind Freitag gegen 7:00 abends in Katherine angekommen. Ich bin dort ausgestiegen, Steffi ist weitergefahren bis Darwin. Andrea war schon am morgen in Kununurra ausgestiegen. David Higgins (mein wwoof-Host von vorher) hat mich abgeholt, netterweise. Das war fast ein bisschen ein Gefuehl, wie nach hause kommen, sehr eigenartig...
Ich hatte ja bis zu dem Zeitpunkt vor, 2 Tage in Katherine zu bleiben und mich dann nach Darwin auf zu machen, von wo aus ich am 28. Juni den Kontinent verlassen wollte....
Wie anders es dann doch kommen kann.... Zu lesen im naechsten Bericht!!
...So, und nachdem ich jetzt eine halbe Stunde lang umsonst versucht habe diese vermaledeiten Photos up zu loaden, und es nicht funktioniert hat, also die Bilder vielleicht beim naechsten mal.... Tut mir leid!! ...so, geht doch....




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