Margarita schoen mit ö
In and around Venezuela
Der Boden flimmerte von der unbeschreiblich wohltuenden Wärme, die Ihm in das von der Klimaanlage des Flugzeuges abgekühlte Gesicht blies. Das war sie nun...seine Trauminsel, auf der er vor hatte ,den Rest seines noch jungen Lebens zu verbringen. Da stand er nun, auf der Gangway und blickte nach unten. Er musste mit einem Gefühlsausbruch der Erleichterung kämpfen. 11.000 km von seiner alten Heimat entfernt ,gelandet oder besser gestrandet auf Margarita Island, Venezuela Suedamerika, Caribic... Mit 80 Deutschmark in der Tasche, einem Koffer, einer Gitarre und Angi,seiner treuen Schäferhündin. Geschafft !Er hatte es getan, ist ausgewandert , und das alles ohne die normalbürgerlichen Vorbereitungen zu treffen. Eine gültige Aufenthaltsgenehmigung hatte er nicht, es reichte erst einmal das 3 monatige Besucher Touristen Visa. Er war da. Das war erst mal das wichtigste überhaupt. Ganz schön abenteuerlich war diese Entscheidung schon, die er Uebernacht getroffen hatte. Auswandern ! Was für ein großes Wort. Auswandern! Weg gehen, abhauen, umziehen, alleine in eine neue unbekannte Welt, mit all den Risiken und Ungewissheiten. Aber welche Risiken geht ein Mann eigentlich ein, der die Schnauze so mega voll hatte, von einem Leben in einer Ihm fern gebliebenen Demokratie ? Es gab zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Möglichkeiten !Sein Leben zu beenden, oder die Flucht nach vorne. Die Wahl fiel ziemlich schnell und eindeutig auf die Flucht nach vorne. Es war sein erster Flug überhaupt, und wenn schon ,dann richtig dachte er. Die ganzen Mallorca Touris kotzen Ihn an. Mallorca...da schwimmt man hin ! In Gedanken an Angi ging er langsam und jeden Atemzug genießend die Rolltreppe runter. Mann ...flimmerte der Boden, so etwas hatte er noch nie gesehen , noch nie erlebt. Von unten sah man es noch viel besser. Die aufsteigende Hitze wurde plötzlich sichtbar. Zusammen mit den anderen Mitreisenden ,die voraussichtlich nur auf Urlaub hier waren und schon bald wieder diese Rolltreppe in der anderen Richtung besteigen werden, braun gebrannt und relaxed...zurück in �Ihr� Leben. Nee, das war nichts für Ihn...Ein zurück würde es für Ihn nicht geben...nach vorne war sein Ziel gerichtet, ganz nach dem Motto �wenn schon in der Gosse sterben, dann zumindest mit einer Palme über dem Kopf �. Er wusste eigentlich gar nicht wie das auf einem Flughafen so abgeht, wo bekomme ich meinen Koffer ? und vor allem wie bekomme ich meinen Hund wieder? Hat Angi den langen Flug gut überstanden ?dachte er so vor sich hin. Er folgte dem Menschenstrom in Richtung Terminal. Ah, da war sie schon, die Schlange. Hinten angestellt und wie alle anderen, den Reisepass in der Hand ,wartete er auf seine Abfertigung am Schalter. « Bien venido en Margarita « ,mit diesen Worten wurde er aus seinem Wachtraum gerissen. Eine freundliche Stimme einer bildhübschen jungen Dame am Schalter, nahm Ihm die Fassung. Das hätte er sich nicht träumen lassen und hoffte, dass alle Geschichten die er über Margarita gelesen oder gehört hatte wahr werden. Schöne Frauen, endlose Strände, Wellen ,Palmen ,Kuba Libre (Mentirosso ) die schönsten Frauen der Welt und Kokain bis zum abwinken. So hatte er sich seine Zukunft vorgestellt. Geil !Hier konnte er mit 28 Jahren noch einmal gaaanz von vorne beginnen, und das wichtigste überhaupt, er konnte sein wie er war, und nicht wie er in seiner Vergangenheit geworden ist, und erwartender Weise für sein Umfeld sein sollte. Diese Maske legte er vor Antritt seiner Reise am Frankfurter Flughafen ab. Die Einreise Formalitäten waren recht schnell und unproblematisch erledigt....weiter dem Mob nach...zur Gepäckausgabe. Doch wo war Angi ? Ohne ein Wort spanisch zu sprechen hatte er nun seine erste Aufgabe zu meistern,� Hol deinen Hund � dachte er sofort. Aber das sollte gar nicht so einfach sein wie er sich das vorstellte. Such doch mal einen Hund auf einem internationalen Flughafen, wenn du keine Ahnung vom Ablauf in einer solchen unbekannten, fremden Umgebung hast. In Frankfurt war das ja gar kein Problem. Kurz nachgefragt bekam er dort auch gleich alle benötigten Infos zum einchecken der Transportbox. Kein Problem ,man spricht ja deutsch. Aber hier in Venezuela.... er versuchte sich am Infostand mit seinem Schulenglisch, und wurde auch freundlich beraten. Also erst mal den Koffer und die Gitarre abholen, dann in die Schalterhalle und dort nach rechts abbiegen .Ein kleines Büro am Ende der Halle war sein Ziel. Er klopfte an die Tür und ein junger braunhäutiger Mann öffnete. �Hello Sir, wo is my dog ? � fragte er den jungen Venezuelaner. Doch kaum ausgesprochen kam schon ein Mitarbeiter der Airline mit einem Rollwagen, auf dem die Transportbox mit Angi stand. �Thats my dog � sagte er sichtlich erleichtert, als er seinen treuen Gefährten so schnell gefunden hatte. Und schon ging�s los. �Papeles por favor� sprach ihn der junge Mann an. Hmmm? Papeles ?was will der von mir, dachte er. Ahh, die Transport Papiere mit allen Unterlagen über Impfungen und so weiter, das musste es sein. Er war sich sicher dass in Deutschland in der Kürze der Zeit die er hatte, alles erledigt und vor allem bezahlt war. Er übergab dem Beamten die kleine blaue Mappe, die er vom Amtstierarzt erhalten hatte. Alle Impfungen und sonstigen Unterlagen befanden sich darin. Doch leider nur in deutscher Sprache. Der Beamte schaute sich die Papiere sehr genau an, und fragte Ihn dann nach 50 US $. Waaaaaas ?? 50 US ?? Ich habe doch alles bezahlt in Deutschland, und die Beamtin am Zoll in Frankfurt gab mir die Gewissheit ,dass alle Kosten beglichen wären, dachte er .Dass es sich um den ersten Abzockversuch handelte wusste er bis dahin noch nicht, weitere Versuche sollten noch kommen. Die 80 DM die er noch in der Tasche hatte würden jetzt im Moment schon aufgebraucht sein, wenn er diesem Beamten die 50 US geben würde. Er entschied sich dafür zu kämpfen, seinen Hund aus dem Zoll zu bekommen ,ohne zu bezahlen. Und dann ging es auch schon los .Mit Händen und Füßen versuchte er dem Beamten klar zu machen dass alle Kosten gedeckt waren. Nach einer halben Stunde zäher Verhandlungen gab der korrupte Beamte dann nach. (wahrscheinlich merkte er, dass es hier nichts zu verdienen gab) Er schaute sich noch einmal die Papiere an und gab den Hund dann frei. Angi war sichtlich verstört nach dem langen Flug in einer kleinen Transportkiste. Hatte sie doch die letzten 10 Jahre immer an seiner Seite ausgeharrt, und somit musste die Trennung und der Aufenthalt in einer Ihr unbekannten Kiste und ohne Ihn schon ganz schön schrecklich für Sie gewesen sein. Er gab Ihr Wasser ,dass sie dankend aus seiner hohlen Hand trank. So ,alles war soweit erledigt, er hatte seinen Koffer, seine Gitarre und nun auch noch seinen Hund wieder. Alleine in einer neuen Welt. Wohin sollte er nun gehen ? Erst mal raus aus dem Flughafengebäude. Schon kamen drei Kofferträger auf Ihn zu und bedrängten Ihn (dem Gringo ) seinen Koffer zum nächsten Taxi zu tragen, natürlich in der Erwartung auf ein großzügiges Trinkgeld. Diesen Gefallen konnte und wollte er diesen Koffergeiern nicht tun. �Thank you...ehhm Gracias � Er trug seinen Koffer selbst zum nächsten Taxistand. Aber er wusste zu diesem Zeitpunkt ja gar nicht wohin des Weges. Keine Freunde, Bekannte oder Familie die auf Ihn warten, waren da. Ihm wurde mit der Sicherheit des Todes klar, dass er hier alleine auf sich gestellt war. Ein kleiner Schauer überkam Ihn. Angst ? Das konnte schon sein. Was war das für ein Film in dem er sich befand. Hätte er vielleicht seine Reise doch besser vorbereiten sollen? Egal, dachte er. Er rieb den Zeigefinger gegen den Daumen, das internationale Zeichen für � was kostet das �. Der Taxifahrer meinte, er würde Ihn vom Flughafen nach Juan Griego bringen inkl Hund... für 500 Bolivares. Ja shit, er hatte ganz vergessen sein Geld zu tauschen. Wieviel Bolivares würde er wohl für seine 80 DM bekommen, und wie lange würden die Ihm reichen ? Nervös blickte er sich um und sah auf der gegenüberliegenden Seite ein Schild � Change, Cambio, Geldwechsel �. Geldwechsel, das war das Zauberwort. Da muß ich hin, dachte er und ließ den Taxifahrer wissen er müsse noch in die Wechselstube. Taxifahrer sind im Ausland immer mit ein paar Brocken unterschiedlicher Sprachen gerüstet. Und Englisch funktioniert meistens. Er bekam für sein mitgebrachtes Deutschgeld 20.000 Bolivares. Das war ein ganz schön großer Batzen Geld. Und die Zahl 20.000 Bs war überwältigend. Wie lange würde das halten ? Wir werden sehen dachte er. Er ging zurück zum Taxifahrer, und gab Ihm zu verstehen, dass er sein Angebot annehmen mochte, für 500 Bs nach Juan Griego. Auf geht�s ,sagte er zu Angi und nachdem seine spärliche Habe in den Tiefen des Kofferraumes der Caprice Classic Limo verschwand fuhr der Fahrer los. So saß er also auf der Rückbank eines Amischlittens auf dem Wege in eine Stadt von der er bis vor Kurzem noch nie gehört hatte. Die Straße vom Flughafen weg war recht neu und sehr gut ausgebaut, aber schon als sie den Highway verließen, wurden die Straßenverhältnisse dermaßen schlecht, dass der Fahrer nur sehr langsam voran kam. Sie fuhren auf der Küstenstraße Richtung Juan Griego. Alles war gut, alles war schön. Er hatte absolut keine Ahnung wohin Ihn der Fahrer brachte. Aber es kümmerte Ihn auch nicht im geringsten. Die Sonne schien heiß vom strahlend blauen Himmel und der Wind spielte mit dem Wasser, welches unentwegt auf die rauhe Felsenküste prallte. Die Wellen waren fantastisch, alles war fantastisch!
Im Heck des Caprice versank er in Gedanken an die letzten Stunden vor seiner Abreise in Deutschland. Sein Vater brachte Ihn zum Flughafen in dem Glauben, sein Sohn wolle ein paar Wochen Auszeit nehmen. Vor dem Terminal in Frankfurt standen Sie und er sagte zu seinem Vater, dass er nicht vorhatte wieder zurück zu kommen. Sein Vater sah Ihn lange an, und meinte dann, �Wenn du dir sicher bist, dass dies dein Wunsch und deine Entscheidung ist, dann folge deinem Herzen und gehe, wenn du glücklich bist, bin ich es auch. Mutter würde genauso denken, würde Sie noch am Leben sein�. Er gab Ihm den Passierschein, sein Vorhaben umzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch 400 DM in der Tasche, nicht viel aber zumindest etwas um nicht ganz mit leeren Händen in der neuen Welt anzukommen. Er checkte seinen Hund und seinen Koffer ein, gönnte sich noch ein belegtes Brötchen und einen Kaffee ( für fast 10 DM !) und kaufte sich an einem Zeitungsstand das Buch � Das Schweigen der Lämmer � als Reiselektüre um sich die lange Flugzeit zu verkürzen. Blieben noch ca. 380 DM. Es wurde Zeit durch die Passkontrolle zu gehen. Eine blonde etwas dicklich wirkende Grenzschutzbeamtin schien Ihm einen sympathischen Eindruck zu machen , und er beschloss sich in der Schlange am Schalter dieser BG-Beamtin einzureihen. Als er an der Reihe war, schaute Sie in seinen Reisepass und tippte etwas in den Computer am Schalter. Sie schaute noch einmal zu Ihm auf, und bat Ihn dann mitzukommen. Er dachte sich nichts dabei, und folgte der Beamtin in einen Raum hinter dem Kontrollpunkt. Mehrere männliche Kollegen bildeten so etwas wie eine Gasse, durch die er durch sollte. Am Ende der Gasse erwartete Ihn eine offene Zellen Tür. Halt ! Stop ! Was soll das ? fragte er sichtlich in Panik geraten. �Herr Günther, sie sind verhaftet ! Bitte ziehen jetzt Ihre Schuhe und Ihren Gürtel aus und begeben sich in diese Zelle. Wir haben eine Haftbefehl gegen Sie vorliegen.� Das war�s !! Ende und Aus der Traum. �Einen Haftbefehl ? wegen was ?� fragte er. � Wir müssen das noch genau überprüfen, und solange sind sie festgenommen �.er zog seine Schuhe und seinen Gürtel aus, das waren sicherheits- Maßnahmen damit er sich in der Zelle nicht aufknüpfen konnte...solche Idioten, man braucht doch nur die Luft lange genug anzuhalten, dachte er..... Mit einem Schubs wurde er in die Zelle manövriert, und dann fiel die schwere eiserne Tür hinter Ihm ins Schloss . Das kann doch nicht wahr sein....Mit einem solch schnellen Ende seiner Reise hatte er nicht gerechnet, noch dazu, dass Ihm der Grund seiner Verhaftung nicht bekannt war. Viel schlimmer noch war aber der Gedanke an Angi, die sich Mittlerweilen bestimmt schon im Laderaum des Fliegers befand. Sollte Sie nun alleine nach Südamerika fliegen ? Er war sich sehr sicher , dass es sich hier um ein beschissenes Missverständnis handelte, aber in seiner aussichtslosen Situation konnte er nichts daran ändern. Gefangener auf dem Frankfurter Flughafen.... er dachte wieder an Selbstmord ! Nach ca. 25 min. wurde die Tür geöffnet und ein Beamter überbrachte Ihm die Nachricht über den Grund des Haftbefehles und der damit zusammenhängenden Verhaftung. Zum kotzen. Er hatte noch eine Geldstrafe zu bezahlen, die er eigentlich nicht mehr bezahlen wollte, ja er hatte es noch nicht einmal vorgehabt sie zu begleichen. Er wollte ja weg... für immer.. was interessiert einen da eine offene Geldbuße ? Ob er Bargeld besäße ? wurde er gefragt. Ja natürlich ,er habe noch ca 380 DM in der Jackentasche. Der Beamte telefonierte mit der Staatsanwaltschaft und meinte, wenn er die offene Strafe in Höhe von 300 DM gleich bezahlen würde, könne er seine Reise weiter antreten. Also bezahlte er die 300 DM und wurde auf freien Fuß gesetzt. Er eilte zum Schalter der Airline. Alle weg ! Inkl. Angi ,Gitarre und Koffer.. alle auf dem Weg nach Venezuela... ohne Ihn. Mist! Doch da sah er eine Stewardess, die ein Schild in die Höhe hob, auf dem Stand �Mr. Günther � Das bin ich. Sie warten auf mich. Er rannte so schnell er konnte zur Stewardess und schrie schon fast ,� Hier bin ich..� Sie meinte nur sie müssten sich jetzt sehr beeilen, denn der Flieger stünde schon in den Startlöchern. So ging er also in Frankfurt mit der Crew des Fliegers an Bord. Tränen rannten Ihm über sein Gesicht als er die Rolltreppe bestieg, mit Kapitän, Co-Pilot und allen Stewardessen dieses Fluges. Tränen der Erleichterung und der Vorfreude. Am Ende der Gangway verweilte er einen Moment um in Gedanken �Fuck you Germany � zu sagen. Er streckte die rechte Hand mit erhobenem Mittelfinger in die Luft und bestieg das Flugzeug.
�Senior estamos en Juan Griego. Hotel ?� Mit diesen Worten wurde er aus seinem Tagtraum in die Wirklichkeit zurückgeholt. Er verstand nur � Hotel� �No thanx� sagte er und der Taxifahrer hielt vor einer Bäckerei an. Nachdem er von seinen 20.000 Bs einen blauen 500 Bs Schein genommen hatte um den Taxifahrer zu bezahlen stand er nun da vor der �Panaderia Margarita� in Juan Griego. Ihm fiel sofort ein offener, dunkelblauer Toyota Landcruiser auf, indem ein junger gutaussehender, europäisch wirkender Mann saß, der vor der �Panaderia� parkte. Er ging auf den Toyota zu und fragte den jungen Mann auf englisch, ob er Ihm sagen konnte wo man hier billig Unterkunft finden kann. Zu seinem großen Erstaunen sprach der braungebrannte, blonde Langhaarige sehr gut deutsch. Er stellte sich als Enrique vor, und sprang fast schwebend aus dem Jeep. Mein Name ist Jack... welch Zufall , oder Schicksalsfügung ? Die beiden ,eigentlich die drei ,wenn man Angi mitrechnet, betraten das Straßencafe und Enrique bestellte zwei Kaffee mit Milch und Zucker. Seine schlechten Zähne passten nicht zu dem Rest seiner Erscheinung. Groß, muskulös, und einfach ein Weibertyp war er, aber seinen Zähnen nach zu urteilen musste er schon etliche Jahre ohne den Besuch bei einem Zahnarzt gewesen sein. Sie kamen recht schnell zum Hauptthema. Jack suchte eine Bleibe und wenn möglich etwas zum kiffen, besser noch etwas zum schnupfen, war er doch nun endlich im El Dorado der Kokser angekommen.
Alles gar kein Problem, er könne in seinem Appartement wohnen und Drogen hatte er auch auf dem Zimmer. Na Super ,dachte Jack, und nachdem Enrique dir Rechnung beglichen hatte, gingen beide zu Fuß um die Ecke in ein Apartmenthaus, indem Enrique wohnte. Jack fragte Ihn woher er so gut deutsch konnte, und Enrique meinte sein Vater wäre Kolumbianer und seine Mutter käme aus Bremerhafen. Dort wuchs er auch auf bis er dann vor 8 Jahren nach Kolumbien reiste um seinen Vater zu finden, den er bis heute nie gefunden hatte. Enrique holte unter seinem Bett einen großen Beutel feinstes Kokain hervor und legte erst mal ein paar klitzekleine Bahnen.... Jack dachte, dass es wohl nicht sein Ernst sein könnte so kleine Bahnen zu legen, aber Enrique versprach beste Qualität, die man nicht mit dem Scheiß in Europa vergleichen konnte. Er sollte Recht behalten. Nachdem Jack eine kleine Bahn von der Größe eines halben Streichholzes geschnupft hatte , explodierte in seinem Kopf erst einmal ein Sternenmeer Päng ! Das war bester Stoff... so etwas hatte Jack noch nie gezogen. Danach saßen Sie den ganzen Nachmittag im Zimmer und schnupften eine Bahn nach der anderen. Sichtlich overdosed lag Jack auf dem Bett und alles war schön... schöner als er es sich jemals vorgestellt hatte. Er lag megastoned auf einem Bett in einem Appartment in Venezuela.
Gegen 20:00 Abends meinte Enrique er wolle Ihm ein wenig Juan Griego zeigen und Ihm dabei ein paar seiner Freunde vorstellen. Also zogen Sie noch einmal an einer aus Butterbrot Packpapier gedrehten Grastüte und gingen runter zum Jeep. Jack machte seinen ersten Trip durch die kleine Stadt. Enrique war bekannt wie ein bunter Hund und wurde überall begrüßt . Das gefiel Jack sehr gut, und somit wurde er schon am ersten Tag seines neuen Lebens direkt in eine Clique von Aussteigern aufgenommen. Angi saß auf Jacks Schoß wie eine Königin, und sie war eine ! Sie hielten vor einer kleinen Bar die den Namen des indischen Elefantengottes Ganesh trug. Als sie die dunkle ,von einer Aircondition gekühlte Bar betraten, kam Ihnen gleich der Geruch von Räucherwerk und bestem Gras entgegen. In der Bar saßen drei bildhübsche, rassige braunhäutige Mädels an der Theke und dahinter ein Piratenähnlicher Westeuropäer, der eine schwarze Ibanez Gitarre spielte. Der Raum war erfüllt vom Klang der Gitarre und der sanften Stimme des Menschen hinter der Theke. Er spielte � The Boxer � von Simon and Garfunkel. Und wie toll, Jack dachte gleich daran mit Ihm zusammen zu musizieren, war aber so stoned, dass er echte Schwierigkeiten hatte zu sprechen. Der Gitarrenmensch stellte sich als Sebastian vor, und sagte er sei Holländer und Ihm gehöre die Bar. Enrique bestellte zwei Polarcitas ( in Venezuela gebrautes Bier ) und sie tranken gemeinsam mit Sebastian auf eine gute Zeit . Sie verbrachten mehrere Stunden in der Bar die sich langsam zu Füllen begann. Immer mehr Touristen und auch Einheimische Menschen kamen rein, um Sebastian bei seinem Gitarrenspiel zu hören. Er spielte göttlich und hatte eine super Stimme. Gegen 23:30 betrat eine Supermaus das Ganesh. So eine Frau hatte Jack zuvor nur in Magazinen oder im Fernsehen gesehen. Ein Traum ! Sie ging auf Enrique zu ,begrüßte Ihn mit Küsschen links, Küsschen rechts, dann kam Sebastian an die Reihe und nach einer Ewigkeit des Küsschen links und Küsschen rechts kam sie zu Jack und fragte in einem sueddeutschen Dialekt Enrique nach dem Namen seines unbekannten Begleiters. Jack war platt. Ist er doch 11.000 Kilometer von Deutschland weggeflogen und sitzt nun hier in einer schummrigen Bar am Ende der Welt mit deutschsprechenden Menschen. Wieso ist Ihm in Deutschland eine solche Frau nicht begegnet ? Ganz einfach weil sie nicht dort war .... Ihr Name war Emerald, eine übertemperamentvolle Rassefrau, die schon die halbe Welt bereist hatte, und sich nun hier in Margarita niedergelassen hat. Jack merkte recht schnell, dass hier im Ganesh alle die gleichen Gesinnungen hatten, Sex, Drugs, Rock� n Roll. Das ist Life, Yeah ! So hatte er sich auswandern vorgestellt. Er war immer noch wie in einem Zauberfilm, war er doch erst vor ein paar Stunden gelandet, fühlte er sich nun schon so heimlich, als ob er noch nie wo anders gelebt hätte. Auf den Toiletten wurde gekokst und gefickt. Das bemerkte Jack als er eines der vielen Polarcitas los werden wollte.Sebastian kam auf die Toilette und fragte Jack ob er auch wolle. Jack wusste nicht genau was Seba meinte, koksen oder ficken oder beides ? Er belies es beim koksen.
Im Ganesh war jede Nacht Betrieb bis zum Morgengrauen, und anschließend fuhren alle mit Enriques Jeep zum Strand Playa Caribe. Der Weg dahin führte an der Müllkippe vorbei. Es stank bestialisch und wilde Hunde, Ratten und Geier hatten die Müllkippe in ihren Besitz. Man erzählte sich, dass es Cuccarachas ( Kakerlaken ) dort gab die kleine Vögel fressen könnten, so groß seien Sie. Jack hatte noch nie ein solches Tier zuvor gesehen und glaubte ohne zu zweifeln an die Geschichten. Der erste Tag .... durchgezogen und ohne zu schlafen endete in einem morgendlichen Bad im Meer. Das war Freiheit, das hatte er gesucht, und gefunden. Emerald entpuppte sich als die schönste und ausgeflippteste Braut die Jack je gesehen und kennen gelernt hatte. Crazy Coke Girl. Sie alle frühstückten danach in der Panaderia in der Jack tags zuvor Enrique kennen lernte. Das war auch der Treffpunkt tagsüber. Nach dem Frühstück wurde es zu heiß und man beschloss zu Emeralds Finca nach Tacarigua zu fahren, um dort ein wenig zu chillen. Dort angekommen wurden sie von Frank , dem Mann von Emerald begrüßt .Ein schwarzhaariger ,tätowierter Kerl, der sofort sympathisch rüberkam. Mann puderte sich erst mal wieder die Nase frisch. Kokain gab es hier anscheinend überall in einem Maße welches Jack zuvor noch nie gesehen hatte. Frank holte aus einem Versteck im Garten eine Blechdose in der sich eine Handball große gelbe Kugel feinsten Kokses befand. Für Jack zu viel und zu gut , nach den Anstrengungen der vergangenen 72 Stunden war er am Ende seiner physischen Belastbarkeit angelangt und fiel in der Hängematte draußen auf der Terrasse in einen tiefen Schlaf ; Angi lag auf seinem Bauch und sah sehr glücklich aus. Wer kam zog ein paar Bahnen quatschte ein wenig und ging wieder, und das wiederholte sich den ganzen Tag lang. Jack bekam das alles nur am Rande mit, da er immer wieder eingeschlafen war. Er träumte von Emerald . Aber dieser Traum konnte nicht wahr werden, da Sie schon vergeben war. Bei Sonnen Untergang wachte er auf. Frank hatte schon ein großes Feuer entfacht, und marinierte gerade ein paar Steaks zum grillen. Man aß zusammen und fuhr dann gemeinsam im Jeep von Enrique zurück in die Stadt Juan Griego. Als Sie ein paar Runden gedreht hatten, hielt Enrique vor einem Hotel Namens Casa Barco. Dort trafen Sie auf einen Hünen von Mann, der auf den Namen Condor hörte.Man rauchte zusammen, schnupfte ein paar Bahnen und beschloss dann auf die andere Seite der Insel zu fahren, an den Touristenstrand Playa el Agua. Dort sei das Nachtleben zu Hause meine Enrique zu Jack. Er wolle Ihm dort die Musikerszene zeigen und Ihn ein paar weitern Freunden vorstellen. Sie fuhren zur Strandbar Cuaiqerie. Der Laden war schon knalle voll, als Sie ankamen. Eine Band spielte Lieder von den Stones und Eric Clapton. Die Musiker waren international zusammengewürfelt. Enrique bestellte ein paar Polarcitas und quatschte auf spanisch mit ein paar Prostituierten. Die Musik war klasse und Jack wünschte sich bald Anschluß an eine Band zu finden, denn er musste ja auch an etwas Geld kommen, die 20.000 Bs würden nicht ewig reichen. Enrique machte in der ersten Pause der Band einen Kontakt zu dem Sänger der Band. Richard Brudrue aus Quebec Kanada. Er stellte Jack vor und verbürgte sich ohne ihn jemals spielen gehört zu haben ,für ihn. Tatsächlich meinte Richard ,er könne noch einen Gitaristen gebrauchen, da seiner in verschiedenen Bands spielte und nicht zu allen Konzerten Zeit hätte. Auf die Frage was man da verdienen könnte, antwortete Richard 1200 Bs pro Abend. Umgerechnet ca 5 DM pro Abend. Das war nicht viel für deutsche Rechner ,aber in Venezuela war das ein kleines Vermögen. Jack war drinn! Zu dieser Zeit kostete ein Bier 23 Bs. Ein gegrilltes Hühnchen 120 Bs. Eine Schachtel Belmont Zigaretten 35 Bs. Ein Liter Benzin 5,2 Bs.und ein Gramm Koks 0,60 deutsche Pfennig. Jack träumte vom Reichtum, denn wenn er jeden Abend spielen konnte, würde er ung. 20.000 Bs im Monat verdienen. Im Monat !! 80 DM man stelle sich das mal vor. Die Rechnung war easy. 20 Bier am Tag 460 Bs. ,plus eine Schachtel Zigaretten und zwei Hühnchen ( eines für sich ,eines für Angi ) plus 2 gr. Koks macht Summa sumarum weniger als 1000 Bs pro Tag. Da konnte er sogar noch etwas auf die Seite legen. Das Leben war geil. So vergingen die ersten Tage im Flug, er hatte Arbeit, eine Bleibe, und neue Freunde.
Eines Abends beschloss man zum Restaurant Michelsitto zum Essen zu gehen. Michel war ein weltengereister Hamburger. Er hatte zusammen mit seiner Frau das Lokal gekauft ,renoviert und eröffnet. Der Laden lief super. Touristen Busse fuhren vor und die Fahrer holten sich ,während Ihre Gäste speisten, bei Michel Ihre Vermittlungsgebühr ab. Michel bezahlte an die Bus und Taxifahrer pro Gast den sie brachten 100 Bs. Da kam schon ganz schön viel Geld zusammen, für die Fahrer.
Nachdem die Weihnachtsaison vorüber war, wurden die Auftritte für die Band weniger. Man sprach vom � Business Loch�, die Zeit in der nur wenige Touristen auf der Insel waren. Jack kannte sich nun schon ein wenig aus, und nahm sich ein Por Puesto, das sind Autos die eine vorbestimmte Route abfahren und Leute transportieren. Man bezahlt nicht für die Strecke sondern für den Platz im Auto ( Puesto = Platz ). So kam es vor dass in einem alten Ami als bis zu 9 Personen , den Fahrer ausgenommen, saßen. Die Autos waren alt und klapprig, und würden nie einen deutschen Tüv passieren. Aber wer braucht schon einen Tüv ? Mit einem solchen Por Puesto fuhr er nach Tagarigua, seinen neuen Freund Michel zu besuchen. Es war gerade mal 11:00 morgens, und Michel kam gerade vom einkaufen zurück. Sie setzten sich ins Restaurant und tranken erst mal einen Cuba Libre. Jack erzählte Michel, dass er zur Zeit keine Arbeit hätte, worauf Michel spontan meinte, er könne bei Ihm in der Küche mithelfen, essen und trinken frei, und dazu noch 5000 Bs / Monat. Das war nicht sehr viel aber immerhin etwas. Während Sie gemeinsam auf das neue Geschäftsverhältnis anstießen, kam Frank und Emerald ins Restaurant. Da Micheles Restaurant im gleichen Dorf war, indem die beiden wohnten, und dort in Ihrem Hause auch Zimmer vermieteten, beschloss Jack bei Ihnen einzuziehen.
Es war ganz dunkel im Raum, und nur ein ganz klein wenig Sonnenlicht durchdrang die Kühle des Zimmers. Oben, neben der in der Wand eingebauten amerikanischen Klimaanlage waren 5 kleine Scheiben, ziemlich verdreckt, dachte Jack, aber immerhin Fenster. Alles in allem, das heißt die kleine separate Waschnische inklusive, waren es nicht mehr als 12 Quadratmeter; fast schon wie die Gefängniszelle vom Frankfurter Flughafen. An der linken Wand, neben der Tür, befand sich ein Bett, mit dazugehörigem Moskitonetz. Gegenüber stand ein kleines Schränkchen im Design der 60�er Jahre. Sein neues Zuhause befand sich auf der hinteren Seite des Hauses von Emerald und Frank, im ersten Stock. Er lag auf dem Bett und schlief traumlos ein. Morgens ,gleich nach dem aufwachen, ging er vor seine Zimmertür . Auf dem gleichen Stock befanden sich noch weitere Zimmer. Links von Jacks wohnten Emerald und Frank. Gegenüber wohnte Arlette, Emeralds beste Freundin und gerade aus dem Rotlichtmilieu in Deutschland entflohen, mit Blick über die Mauer nach vorne auf die Straße. Arlette war nach Margarita gereist um mit Ihrem schwulen Chiauwauwau Namens Danny, vom Heroinspritzen weg zu kommen. Eigentlich eine intelligente, hübsche Frau, die irgendwann mal aus akuter Geldnot zu strippen anfing. Schnell merkte Sie, dass es das leichteste der Welt war, willigen Freiern die Scheine abzuziehen. Sie machte in Ihren besten Jahren einen großen Haufen Geld, den sie aber nie richtig zu verwalten wusste. Irgendwann bekam Sie von irgendjemanden den ersten braunen Zucker zu probieren. Frisch beschnupft und selig ausgekotzt, war das für sie der beste Turn aller Zeiten. Kratzend und mit sich selbst sehr zufrieden rutschte sie langsam in den Heroinsumpf ab. Nach diversen Anläufen und selbstverarschungs- Therapien, nahm sie endlich die Einladung Ihrer Freundin an, und versuchte sich gerade im � KoksenläßtmichvomHeroinabkommen � Trick. Unten im Erdgeschoss befanden sich gleich nach der Terrasse, das Wohnzimmer. Der Geruch von Baygon ( Insektenvernichtungs Mittel ) mischte sich mit der aufgeheizten Mittagsluft, die der Ventilator lustlos wälzte, zu einem schwer einzuamtmenden Gasgemisch. Linker Hand befand sich ein leeres, zu vermietendes Zimmer (hübsch eingerichtet ) , ein separates Gäste WC und gleich im Anschluss eine Nische neben der Treppe die nach oben führte. In dieser Nische stand ein großer Tisch mit acht Stühlen. Gerade aus ging es in die geräumige Küche. Alles war typisch venezuelanisch. Die wichtigsten Wände und Ablagen waren gemauert und mit weißer Lackfarbe angemalt. Ein Gasherd mit Doppelflaschen Anschluss, diente hervorragend zum kochen. Ebenso der gigantische Kühlmonster Apparat der einen guten Teil der Küche einnahm, war bestens dafür geeignet ein Haus mit 5 Zimmern zur Freakpension umzugestalten.
Im Wohnzimmer lümmelte Frank ziemlich stoned auf der Couch herum und zappte sich durch die Flut von Soap-Operas. (Papi compra me algo�.).Ohne zu frühstücken ging er die paar Meter hoch ins Michelssitos. Es war gerade 11:00 morgens als er mit Angi über den von der Hitze flimmernden Asphalt ging. Angi lief wie ein Hase im Zick zack immer auf der Suche nach kühlen Auftrittsmöglichkeiten, und immer darauf bedacht auch nicht nur einen Fuß zu lange auf der heißen Straße zu lassen. Alles war ruhig und paradiesisch schön. Oben an der Hauptstrasse fuhr ein Por Puesto vorbei.. abgefahren, dachte er. Er lief hinten an der Veranda und am Badezimmer vorbei um das Haus herum. Eine Iguana ( Leguan) lag sichtlich satt und faul auf der Abdeckung des Wassertankes, und ließ sich die heißen Sonnenstrahlen gut tun. Michel erzählte einmal dass er alle paar Wochen den Tank säubern musste, und sich darin immer ein paar Schlangen, Cienpies ( Hundertfüßler ) oder Scorpione auffinden würden. So ein 25000 Liter Wasser Tank ist größer als man sich denkt. Micheles schwarzes Oldsmobil 442 ,mit dem Big Block acht Zylinder Motor, stand in der Einfahrt neben den Gäste WC�s. Ein Zeichen, dass er vom Einkaufen schon zurück war. Die hintere Küchentür stand offen und aus dem Inneren der Küche drangen neben mitreisenden Salsarhytmen auch schon brutzelnde Geräusche und Jack wusste, dass Michel schon bei den Vorbereitungen der Speisen für später war.� Hola muchacho� sagte Tom zu Jack ,als er diesen eintreten sah.� Hola Michel� antwortete er, während er sich die Schürze umband. Michel und Jack hatten am Abend zuvor einen Deal gemacht. Michel sagt jedes neue Wort nur einmal und Jack darf zu jedem neuen Wort einmal fragen. Ansonsten wird in der Küche nur noch spanisch gesprochen. Jack wollte so schnell wie möglich die einheimische Sprache lernen und Michel wollte ihm dabei helfen. � Am besten lernst du eine Sprache im Bett�, meinte Michel zu Jack. Was er damit meinte sollte Jack später erfahren. Die ersten neuen Wörter waren Cebolla ( Zwiebel ), Papa ( Kartoffel) Vinagre ( Essig ) Aceite ( Öl) Ajo ( Knoblauch ) und Cuchillo ( Messer ).Jack lernte schnell und schnipselte die Rationen an Gemüse ,die Michel für die Zubereitung der Salate benötigte. So ging es dann den ganzen heißen Tag. Schnippeln, saufen, schnupfen, rauchen, schnippeln... Marlena, die Frau von Michel, managte derweilen die gemeinsame Tochter und die Theke, sowie den Service im Lokal. Zwischendurch versorgte Sie die beiden in der Küche immerzu mit frischem Cuba Libre ( Cola mit Rum, Eis und Limetten). Es gab unterschiedliche Sorten von Rum, Pampero, Anejo, Grand Reserva und der Lieblingsrum der beiden, El Cacique. Während eines Arbeitstages in der Küche hatten die beiden einen täglichen Verbrauch von 3 Flaschen Cacique, 5 Gramm Monte ( Grass) und 2-3 Gramm bestes Weißes. Wenn um 23:00 Abends die Küche geschlossen wurde, hatten die beiden schon einen mega großen Helm auf. Eines Abends meinte Michel zu Jack,� Laß uns zusammen um die Häuser gehen, ich zeig dir die besten Ecken von Por la Mar, da lernst du das echte spanisch, und nicht das Langenscheid gelabere!� Die paar Gäste im Lokal konnten von Marlena alleine versorgt werden, die Küche war zu, und alle wussten das ! Michel kocht nur bis 23:00.... außer es kommen Freunde......
Sie wollten gerade in den 442 steigen, als ein blaumetaliger Dodge Van auf den großen Parkplatz vor dem Restaurant staubaufwirbelnd zum halten kam. Joseph !! Jack hatte schon von Ihm gehört, der junge Stinker mit eigenem Hotel auf der anderen ,der reichen Seite der Insel. Michel sagte ,er wäre ein ziemliches Arschloch, aber ein guter Kunde, der immer wenn er den Weg nach Tagarigua findet mit diversen Putas ( Huren ), Koks und Kumpels ,Wiskey saufend eine Stange Geld ausgibt. �Hola Michel � seierte Joseph ,gerade aus dem Van gesprungen, � gibt�s no was zum esse ?� Sein Dialekt kam Jack bekannt vor, ganz sauberes Deutsch war das nicht. Michel fragte Jack, ob er noch Bock auf Kochen habe. �Vamonos� sagte Jack. Großkotzige Umarmung auf dem Parkplatz. Wenn Joseph jemanden umarmte, sah das immer so aus als ob dir einer ein Leichentuch umlegte. Das sonnengebräunte Grinsen, das überhebliche von oben runter Gelabere... Jack konnte Ihn vom ersten Tag an nicht leiden. Alle Mann und Frauen setzten sich sofort an die Theke. Joseph bestellte Etiketta Negra, black Label für seinen ganzen Clan. Kaum serviert und runtergestürzt, ging Joseph zielstrebig hinter die Theke in die Küche. Alle folgten. Marlena dachte,�hoffentlich sind keine Zivilbeamte unter den Gästen.� Ihr war die Anwesenheit von Joseph und Konsorten sichtlich unangenehm. Jack sollte sie später von dieser Last befreien. Er hielt ein Butterfly Messer in der rechten Hand und eine Beutel Koks in der Linken. Mit dem Butterfly schnitt er die untere rechte Ecke des Plastikbeutels weg und ließ etwa 5 Gramm bestes Kolumbianisches Kokain auf die Marmorplatte rieseln. Joseph zerrieb die Kristalle mit einer Selbstverständlichkeit und mit einem Geschick, dass man denken musste er habe sein ganzes Leben lang nie etwas anderes gemacht; was auch so war. Er legte mit flinken Bewegungen ca 20 kleine Bahnen. Aus der Brusttasche seines Tropenhemdes nahm er einen 100 Dollar Schein und rollte Ihn zusammen.� Ladies first� spielte er den Gentelman und bot einer seiner hübschen geilen Huren den Schein an. Sie zog sich die Bahn bis in die Gebärmutter rein. Sniieeeeeeeeefffffffff.......Ähhhhhhh ! Jack hatte so einen Zug noch nie gesehen, und dachte irgendwie an Vorwerk Staubsauger. Nachdem sich die ganze Mannschaft frisch gemacht hatte, ging es nun darum wer was essen möchte. Michel war ein alter Fuchs im Gastrogewerbe und wusste, dass Joseph und Gefolge nun wild durcheinander bestellen würden und dies ein Chaos in der Küche hervorrufen würde, und empfahl den unentschlossenen Stoneheads, eine Grillplatte mit Lomitto ( Rinder Filet ) und Steaks und Spieße und dazu Papas a la Michel, und Salat. Alles zusammen ohne die Getränkerechnung zu berücksichtigen 200 U$ ! Wie gesagt, Joseph war ein Darmausgang, aber man konnte an Ihm den Umsatz einer Woche machen :o)
Alle gingen in den Gastraum und Jack und Michel stellten ein paar Tische zusammen. Marlena nahm die Getränkebestellungen auf und verschwand hinter dem Tresen. Josephs Clan war schon ganz schön heiß unterwegs. Alles in allem waren es Joseph und sechs weitere Männer, sowie fuenf Latinas und eine weiße Frau. Der musste der König von el Agua sein, dachte Jack ironisch... er fühlt sich zumindest so. Wahrscheinlich hatte er mal ein paar Keys erfolgreich geschmuggelt und sich davon dann hier nieder gelassen und mit Hotel und soweiter auf seriös gemacht. Schlauer hatte Ihn das nicht gemacht, so eine Nuß. Jack war verärgert und spürte wie das Adrenalin Ihm gaaaanz langsam die Adern hoch kroch. �Jack � sprach Michel Ihn an, �vamos a preparar treze ensaladas� �Was ?� erwiderte Jack . �Dreizehn Salate richten�, sagte Michel ohne vom Hackbrett hochzuschauen. Er zerlegte und zerstückelte gerade fachmännisch ein komplettes Rinder Filet für die Aasgeier draußen. Bob stand wie ein Erpresser neben Ihm. Michel gab Ihm ein Stückchen von dem Filet und der rote Dobermann schnappte es sich und trottete aus der Küche in den Gastraum. Er ließ sich vor der Theke nieder sinken und verschlang langsam das Stückchen Fleisch. Michel machte sich oft einen Spaß daraus und führte Bob seinen Gästen vor. Er hielt es für eine kluge Entscheidung den Wächter der heiligen Hallen, zu präsentieren. Venezuelaner haben in der Regel Angst vor Hunden und vor allem von Dobermännern die rohes Fleisch bekommen. Soweit zur Einbruchs und Überfall Prävention. Jack richtete die dreizehn Portionen Salat und Michel meinte,� du wirst sehen dass der Bob das meiste von der Platte bekommt. Denn glaub doch nicht dass einer von denen auf Koks was essen kann. So war es dann auch. Sie richteten die Platte und die Beilagen mit den Salaten und servierten sie zeitgleich zu dritt für alle Gäste. Oh...Ahh...Super�Bueno�Chevere�.so hörte man es von Josephs Tisch. Der bestellte bei dieser Gelegenheit gleich eine weiter Flasche Etiketta Negra (die 4 Mittlerweilen ) und blinzelte Michel zu. Mit einer fast unsichtbaren Kopfbewegung deute er Michel in die Küche zu gehen. Jack und Michel gingen in die Küche und kurz darauf kam Joseph dazu. �Mensch Michel, du kensch doch den Rafael von Tirano. Der sucht für sein Strandrestaurant am el Agua junge dynamische Deutsche. Das iss ne Goldgrub, wenn du jemand woisch, dann sag Bescheid.� Augenzwinker, Prost ! Er hatte unbemerkt das Butterfly geöffnet und sich am Beutel Koks zu schaffen gemacht. Drei gute Lines... unter Freunden, gell ! Für jeden ä Fette ! Er machte drei dicke fette Koksbahnen und nahm wieder aus der Brusttasche seines Tropenhemdes einen neuen 100 Dollar Schein. Sniieeeef,schnuuuuupf,.....ahhhh ! Jetzt du ! Michel zog, Jack zog und fiel um. Das war zuviel des guten. Wegetreten lag er in der Küche auf dem kalten Boden. Bob der Dobermann leckte Ihm das Gesicht ab. Langsam kam er wieder zu sich. � Bist du Okay ?� Er sah nur die Umrisse eines Kopfes , wusste aber dass es sein Freund Michel war. � Si� presste Jack hervor. Das Zeug ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig stark, hörte Michel Jack sagen. Wow. Er saß auf einem Stuhl in der Mitte der Küche und das helle Neonlicht schien nun noch heller zu sein. Grell in seinen Augen, schmerzten seine Augen, schloß er seine Augen. Als er sie wieder öffnete war alles schön, mit �ö�. Später standen sie an der Bar. Michel hatte keine Gäste mehr ,und verriegelte das Eingangs Tor mit einer großen schweren Kette. Es gab ja keine Mauern, alles war aus Pallos gebaut, sah fast aus wie ein großer Käfig. Joseph und seine Freunde waren gegangen und hatte fast 1000 US$ da gelassen. Ein guter Abend für Michel. �Verschieben wir das spanisch lernen in der Gosse auf morgen, � grinste er. In Gedanken an den erfolgreichen Abend versunken drehte er eine dicke Tüte mit Punto Rojo, dem besten Gras ohne Samen. Sie rauchten noch ein wenig vom gemeinsamen Joint, als Angi sich unter der Theke bemerkbar machte. Sie wollte nach Hause. � Gut ,alte Mäd�l � sagte Jack zu seiner Hündin, und verabschiedete sich von Michel. � Hasta manana � � Si pues, hasta manana �. Es war eine Sternenklare Nacht, und der Mond schien voll und hell auf den sonst unbeleuchteten Weg runter zum Haus��
Frank, Emerald und Arlette saßen im gemeinsamen Wohnzimmer und diskutierten über Arlettes Heroin Problem. Angi war schneller im Haus und begrüßte mit wilden aufgeregten Gesten Emerald, die sich liebevoll um die Hündin kümmerte. Arlette versprach gerade hoch und heilig, dass Sie es dieses mal sicher schaffen würde, den es gäbe ja kein Heroin auf Margarita, war ihre simple Logik. Jack hörte sich das alles eine Weile an und ging dann auf sein Zimmer. Im Kopf war alles sehr gemütlich. Der Tag erschien noch einmal vor seinen Augen und mit diesen Gedanken schlief er ein.
Am nächsten morgen wachte er gut ausgeschlafen auf. Die Sonne schien und Schatten schmissen bizarre Bilder an die Wand. Vor seinem Fenster stand ein unbeschreiblich alter Mangobaum, und gleich daneben eine Kokospalme. Das Spiel des Sonnenlichtes war einzigartig. Es kam einem vor, als ob der Himmel mit einer riesigen Lampe die Erde beleuchtete, und dieses Licht bis in das kleine Zimmer von Jack vordrang. Die aufgewirbelten Staubpartikel tanzten in dem fächerartigen Sonnenstrahl. An der Wand wechselten die Schatten Ihre Rolle in dem immerwährenden Schauspiel. Als der Wind etwas nachließ, verweilte der Schatten eines Blattes der Kokospalme einen kleinen Augenblick an der Wand. Der Anblick war betäubend schön, und veranlasste Jack dazu in den Garten zu gehen und ein ca. 240 cm langes Palmenblatt nach oben zu bringen. Er stellte das Blatt ausgebreitet zwischen sein Bett und der Wand. Traumhaft, das gibt das Gefühl immer unter einer Palme zu schlafen... so wollte er dann auch einmal sterben, dachte er. Mit diesen positiven Gedanken ging er runter in die Küche. Auf dem Tisch in der Nische neben der Treppe, fand er einen Zettel für sich. �Sind zum Playa Caribe. Gruß Emerald und Frank.� stand mit knallrotem Lippenstift darauf geschrieben. �Have a nice day �. Angi wollte anscheinend auch an den Strand, und da es gerade mal 8:30 in der Frühe war , beschlossen die beiden mit Franks Fahrrad nach Juan Griego zu fahren, um am Playa Caribe ein morgendliches Bad zu nehmen.
Angi war nun schon 10 Jahre lang treuer Weggefährte Jacks. Sie benötigte keine Leine, und lief neben dem orangeroten Mountainbike her. So etwas kannten die meisten Einheimischen nicht. Ein Hund war nur dazu da getreten zu werden, oder auf den Hof aufzupassen. Die Strecke fuhren die beiden zuvor nur mit dem Por Puesto für 20 Bolivares . Aber Jack wusste, dass er durch die Dörfer Santa Ana ( dort befand sich auch das Polizeirevier für diese Region,) Pedro Gonzales, La Vecindad, und Altagracia radeln musste. Im Armenviertel direkt vor Juan Griego mit dem Namen Los Millanes, befand sich auch die hiesige Crackdealer Szene. Jack radelte gemütlich durch die Dörfer und wurde hin und da auch schon von den Chamos ( den Jungen ) und den Malandros ( Straßen Gangstern ), die er durch Michel kennen gelernt hatte, begrüßt. Das gab ihm wieder das Gefühl akzeptiert zu sein, dabei zu sein, ja zu Hause zu sein. Zwischen Los Millanes und Juan Griego befand sich ein kleiner , von den Fischern angelegter Seitenkanal, der bestialisch nach Gülle, toten Meerestieren und sonstigen Stadtabfällen stank. Darüber verlief eine alte Brücke, die noch aus der Kolonialzeit stammen musste. Nach der Brücke, die parallel zum Strand von Juan Griego verlief , begann auch schon die Strand Einkaufsmeile. Ein Ladengeschäft neben dem anderen, genauso wie an tausend anderen Stränden der Welt. Die Strasse führte direkt zur Panaderia Margarita, Jacks erste Station. Als er langsam daran vorbei fuhr, rief ihm Enrique zu, der gerade einen Cafe con leche ( Milchkaffe ) schlurfte. Jack stieg vom Fahrrad ab und stellte es gegen das kleine Mäuerchen. � Was geht ab Alter ?� fragte Ihn Enrique. � Wir fahren runter zum Playa Caribe, gehst du mit ?� antwortete Jack. Enrique rief den Kellner ,indem er ein Geräusch von sich gab , das ungefähr so klang � gst gst �. Milano , so lautete dem Kellner sein Name, kam im Schnecken schleich Tempo zum Tisch herüber. Enrique bezahlte seinen Kaffee und die drei verließen die Panaderia. Franks Fahrrad verluden Sie im Heck des blaumettaligen Landcruisers, und Angi nahm auf dem Schoß von Jack Platz. Enriques blonderote Mähne wehte im Fahrtwind des offenen Jeeps. Sie fuhren aus Juan Griego heraus an der historischen Burg El Fortin vorbei über den Strand La Galera . An diesem Strand hatte die French Connection, wie sie von allen hier genannt wurden, ein gutgehendes Strandrestaurant mit dem Namen El Sitio. Junge Franzosen mit Geld ohne Ende, schnellen ,Hochsee tauglichen Jachten ( für was sie die wohl brauchen ? ), hübschen Frauen und willigen Putas. Jack sollte sie später noch kennen lernen......
El Sitio war das letzte Restaurant am Playa la Galera. Anschließend kam ein kleiner Berg hinter dem sich die Müllkippe befand. ( Man erinnert sich an die riesigen Cuccarachas !) Wilde streunende Hund, die so abgemagert waren, dass Jack sich wunderte, wie die überhaupt noch so rennen können, belagerten den Jeep.Aber Hunger macht Beine ! Angi war auf eine solche Konfrontation nicht vorbereitet und winselte verängstigt. � Halt jetzt bloß nicht an.� befahl Jack seinem Fahrer. Enrique steuerte den Jeep gekonnt zwischen den Schlaglöchern und der Hundemeute hindurch. Von der Müllkippe ging die Straße nach unten und die Sicht war unbeschreiblich schön. Der Strand ,das Meer, der Himmel...alles zusammen in einer Perfektion die seines Gleichen suchen kann. Wunderschön! Enrique wusste wo die Clique sich immer aufhielt. Bei Mercedes am Kiosk Il Pulpo. Der weiße CJ5 von Emerald und Frank stand auf dem Parkplatz vor der Hütte. Daneben das blaue Geländemotorrad von Condor. Der war also auch da. Sie gingen um das Kiosk herum und Angi sprintete auch schon sofort ins Wasser. Auf Baststühlen saßen da Arlette und Emerald, mit einem Caiperinha in der Hand, und einem knappen Etwas als Badeanzüge an. Arlette hatte aber noch ein langärmeliges Jäckchen darüber.� Na ja, vielleicht ist die frische Meeresbrise heute morgen noch zu kalt für das Mädel�, dachte Jack, und wusste nicht dass Sie bloss Ihre vom Heroin vestochenen und verspritzten Arme nicht zeigen wollte. Condor stand groß, und schwäbisch mit einer Flasche Polar ( Venezolanisches Bier ) in Blickrichtung Strand , und schaute grinsend ( schon stoned ?!) den brechenden Wellen zu ( Condor grinste immer ! und wird wahrscheinlich auch mal grinsend begraben ... mit einer Flasche Bier in der Hand ) Angi stand mit den Vorderfüßen im Wasser und bellte unentwegt auf die Wellen ein. Zwischen zwei kleinwüchsigen Dattel Palmen hing Frank in einer Hängematte und alles war schon wieder schön, mit �ö�. Enrique begrüßte die Mädels wieder mit einem supercharmantem Lachen und Küsschen links, Küsschen rechts. Es war gerade erst 10:00 morgens, und die Sonne erwärmte schon wieder gnadenlos alles was nicht im Schatten stand. Der Sand war so heiß, dass Jack sich fast die Füße verbrannte als er zu Angi hinunter an den Strand lief. Er zog sein T- Shirt über den Kopf und ließ es in den weißen Sand fallen. Sein braungebrannter muskulöser Oberkörper bildete für einen Betrachter einen anmutigen Kontrast zum strahlend blauen Himmel und Meer. Er stürzte sich in das kühle Naß und wusste wieder, dass seine Entscheidung Deutschland zu verlassen , richtig gewesen war. Man trank an diesem Vormittag noch ein paar kühle Getränke, und Enrique fuhr Jack und Angi zu Michelsittos Restaurant. Michel hatte das meiste schon erledigt, und bat deshalb Jack erst einmal ein Glas Cuba Libre für beide zu machen. Kaum hatten Sie die ersten Schlucke getrunken, kamen auch schon die anderen vom Strand nach. Condor als erster mit seiner Geländemaschine. Frank, Emerald und Arlette mit ihrem schwulen Chiuwauwau, Danny,und parkten den CJ5 neben Enriques Jeep. Sie bestellten etwas zum trinken und Frank baute erst mal eine dicke Tüte. Man musste auf Margarita übervorsichtig sein, wenn man Drogen konsumieren wollte. Es gab Sie zwar an allen Ecken, aber verboten waren sie trotzdem. Enrique klärte Jack über die wichtigsten Gesetze auf. Regel 1: Respecto. Wenn du einer Amtsperson gegenüber stehst, versuche nichts zu machen, was diese Person als � faltan Respecto � bewerten könnte, oder auf gut deutsch, mit diesem ungeschriebenen Gesetz kann dich jeder Bulle wegen irgendetwas auseinander nehmen und sagen, du hättest ihm nicht genügend Respekt erwiesen. Also was lernt man daraus ? Maul halten !!. Das kannte Jack aus Deutschland nicht. Da müsste es auch so ein Gesetz geben, das Ausländern in Deutschland auf einfachste Art und Weise gute Manieren beibringt. Aber in Deutschland erlauben sich alle Alles ! � Gut�, dachte Jack, das kann man sich merken. Regel Nr. 2: � Droga es Droga� oder auch Droge ist gleich Droge. Man unterscheidet nicht zwischen harten und weichen Drogen. Alles was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt ist gesetzeswidrig und somit strafbar. Für einen Joint kann man schnell bis zu sechs Jahren Knast bekommen. Die Menge ist egal, ein Gramm oder zehn Kilo, vor dem Gesetz ist das gleich zu behandeln. Mindeststrafe 16 Tage bis zur Vorführung bei einem Haftrichter. Schwerer Tabak ! Und sie alle saßen da draußen auf der Terrasse an der Straße und bekifften sich lachend. Wenn jetzt eine Polizeistreife oder schlimmer noch eine Guardia Nacional ( Militär Cops ) vorbei käme, wären sie alle erst einmal gebastet. Aber zum Glück kam ja niemand. Wenn man von draußen in das Innere des Lokales schaute, fiel einem auf, das ein großer Teil der Dekoration mit viel Liebe selbst hergestellt worden ist. In der Karibik kann man Träume leben..... und man hat in der Regel die Zeit ,Muse zu betreiben. Michel hatte in dem benachbarten El Cercado , einem Artisano Dorf ( Künstler ) selbst hergestellte Ton Töpfe gekauft, und sie zu Lampem umfunktioniert. In der linken Ecke hatte er einen kleinen Schrein eingerichtet. Mit einem Fischerboot, welches mit unterschiedlichsten Farben bemalt wurde, einem Fischernetz, Korallen, Muscheln und Sand. Condor, der im Casa Barco ein Zimmer hatte, fragte gerade Emerald, wie viel es kosten würde, fest bei Ihnen einzuziehen . Emerald sagte 5 U$ / Tag, das waren für einen Langzeittouristen super erschwingliche 150 Dollar im Monat. Condor bezog noch am gleichen Abend das Zimmer neben Arlette im ersten Obergeschoss.
Gegen 14:00 kamen der erste Reisebus vorgefahren. Die Reisegäste nahmen draußen auf der Terrasse Platz. Es war eine herrliche Sicht auf den vor Ihnen liegenden Bergrücken. Der Busfahrer lehnte locker an der Theke und hatte seine Ray Ban nach oben geschoben. Jack vermutete ,dass es ein Araber war. Michel zählte die bestellenden Gäste und kam auf 17 Personen. Vorwiegend deutsche, aber auch Franzosen und Holländer waren dabei. Macht für den Fahrer 1700 Bs. Mit nur einer Station. Das nennt man ein gutes Geschäft gemacht. ( Das stammt übrigens aus einer Zeit in der Geschäftsleute vor Abschluss eines Deals zusammen gegessen hatten und dann gemeinsam zum Scheißen in die Toilettenanlagen gingen. Da saßen sie auf einem Donnerbalken nebeneinander, und während sie �geschissen � hatten , also ein Geschäft machten, schlossen sie Ihren Handel ab. Und somit hatten sie zusammen ein �Geschäft� gemacht. Und die Moral von der Geschicht ? Nun weiß man warum man als Kunde meistens angeschissen wird ). Nach dem Essen wird er wohl noch zu den Artisanios fahren, wo seine Fahrgäste dann Kleinkunst, Hängematten, Strohhüte oder sonstige Bastelarbeiten kaufen können, natürlich wieder mit Gewinn für den Fahrer. Und zum Sonnenuntergang noch mal an einen besonderen Strand mit gekühlten Cuba Libres, Cervecittas oder Caiperinahs. Wieder gegen Zubrot ! So ein Bus oder Taxifahrer verdient je nach dem bis zu 5000 Bs am Tag. Nicht schlecht wenn man vergleicht, dass Jack von Michel 5000 Bs im Monat bekommt.
Marlena hatte alle Hände voll zu tun um alle Bestellungen aufzunehmen. Für die beiden in der Küche ging es jetzt erst mal stressig zu. 17 Essen a la Card, das geht ohne Organisation nicht. Michel bewies einmal mehr, dass er ein voll Profi war. Egal ob Lomitto, oder Huhn, Schnitzel oder Steak, er hatte alle Abläufe konkret im Kopf. Wusste, wann welches Fleisch in die Pfanne musste und wann wieder raus. Jack richtete derweilen 17 Ensaladas ,ganz nach dem Rezept von Michel. Man sollte ja draußen nicht bemerken, dass Michel die Salate nicht mehr selbst richtete. Viele Gäste kamen um sein Lomitto in Orangen Pfeffer Sauce zu essen. Dieses Gericht hatte Ihn zum Insider Chef gemacht. Keiner auf der Insel konnte diese Soße kopieren, aber viele versuchten es. Bekannt wurde seine Kreation in einer Zeit in der er noch mitten in der Umbauphase des Restaurants steckte. Der zwielichtige Freund Josephs, der auf der Suche nach jungen Deutschen war, die sein Rancho Aleman leiten sollten, hieß Rafael. Rafael hatte ein Traum Hotel mitten in die Landschaft gezaubert. Die Auffahrt zum Hotel war alleine schon eine Reise wert. Dallas live, so JR. Jewing mäßig. Mit einem botanisch perfekt angelegtem Garten. Das Hotel wurde ganz im Kolonialstil traditionell weiß gehalten. Die ganze Insel war mit einer mehreren Metern dicken orangeroten Sandschicht überdeckt. Raffiniert hatten die Gärtner die Beete so angelegt, dass der rote Sand immer wieder Kontrastpunkte setzte . Die Terrasse war offen gehalten und romantisch gedeckte Tische luden zum dinieren ein. Rafael war ein großer grobkantiger Nürnberger, und es ging ihm der Ruf voraus, im Zuhälter Milieu von Nürnberg ein ganz ein großer gewesen zu sein. Kein freundlicher Zeitgenosse, aber auf gönnerischer Weise immer für einen da. Er hatte bis zur Neueröffnung seines Beach Houses noch keinen Koch finden können, und Michel sprang für 14 Tage ein. 14 Tage die Michel nie mehr vergessen wird. Anyways. Zur Eröffnung gab es Lomitto mit Orangen Pfeffer Sauce und handgeschabten Spätzlen. Und das in Venezuela ! Gaumenfreude breitete sich aus, und das Beach House hatte in den ersten 14 Tagen jeden Abend Gäste die man bald nicht mehr zählen konnte. Michel bekochte alle. Darunter auch enge Freunde von Rafael. Der General der Guardia Nacional, hohe PTJ Beamte ( Kriminalpolizei ), einige Militärs und Politiker, einfach alles was Name und Rang besaß und auf der Insel wichtig war. Dass sich hinter all den guten Bekannten, die Rafael immer mit Handschlag begrüßte und sie persönlich an reservierte Plätze führte ( später stellte es sich heraus, dass diese besonderen Plätze von Rafael immer mit einer Kamera überwacht wurden....) eine breit angelegte Korruptions- und Bestechungskampagne befand, ahnte damals noch keiner.
Nach Ablauf der zwei Wochen war Michel mit seinem eigenen Restaurant fertig und lud zur Eröffnung ein. Rafael hatte von nun an keinen Koch mehr. Besonders schwierig gestaltete sich die Suche nach einem ebenbürtigen Nachfolger für Michel. Um es an dieser Stelle kurz zu machen... es fand sich keiner. Michelses Restaurant war wie schon erwähnt zum Insider Tipp geworden. Die Geschäfte liefen gut , und er konnte auch schon bald etwas Geld in eine 8000 Watt Parkplatzbeleuchtung und in ein an der Strasse stehendes Reklameschild, investieren. Um zu sagen , dass es hier mehr als nur Essen gab, sondern auf das besondere seiner Küche bedacht, ließ er in großen Buchstaben � Restaurant Michelssito, Hay mas que comida * � schreiben. ( * Hier gibt es mehr als nur Essen ). Dieses Schild sollte ihm später noch ganz schöne Probleme bereiten.
Aber es hatte den erwünschten Erfolg gebracht. Stand das Restaurant doch oben an der Straße im Niemandsland zwischen Santa Ana und Tagarigua, und beim vorbei fahren fast nicht sichtbar, konnten nun alle ,die die Strasse entlang fuhren ,bei Tag und bei Nacht das Reklameschild lesen. Michels legte sehr großen Wert darauf dass bei einer solchen Reisgruppe alle warmen Speisen auf einmal serviert wurden. Das kam aus seiner Zeit als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff. Alles war wie immer perfekt und Marlena ,Michel und Jack servierten den wartenden, hungrigen Urlaubern feinste Küche mit gehobenem Service und ( grins ) auf der �Reisebusspeisekarte� waren immer alle Preise um 100 Bs. erhöht. Somit bezahlten die Gäste den Fahrer immer selbst.Was fuer ein Fuchs... Es wurden Bilder gemacht und alle waren fröhlich. Der Laden lief. Bis ein Chaos in die Idylle brach. Auf dem Parkplatz kamen nacheinander 7 Militär und Polizei Fahrzeuge zum stehen. Die Staubwolke zog durch die Pallitos direkt ins Restaurant. Die Reisegäste waren fast nicht mehr zu erkennen. In Windeseile und genau geplant , umstellten ca. 25 Soldaten das ganze Gelände um das Lokal. Ein hoher Kriminalbeamter schritt langsam von zwei Maschinengewehr bewaffneten Kämpfern einer Sondereinheit begleitet durch den Staub in das Innere des Ladens. Alle Anwesenden wurden gebeten sitzen zu bleiben. Was für ein Film! Der Mann von der PTJ hielt einen Durchsuchungsbefehl in der Hand. Darauf wurde Michels vorgeworfen in Besitz illegaler Drogen zu sein. Das konnte nur eine Falle sein, dachte Michel. Er hatte in dem hinteren Raum ein kleines Büro eingerichtet. Darin befand sich ein kleines Filmdöschen mit etwas Weed drinne. Wenn sie das finden würden wäre er am Arsch. Sie durchsuchten fachmännisch alle Ecken und Nischen, konnten aber selbst im Büro nicht fündig werden. Nach ca. einer halben Stunde verließen sie das Lokal wieder. Die Reisegäste waren sichtlich verstört und gingen auch bald nach dieser Aktion.
Emerald, Frank, Enrique und Condor saßen regungslos auf Ihren Plätzen und sprachen nur ganz leise miteinander. � Gracias a dios � meinte Enrique, und holte aus den Tiefen seiner Boxershorts sein Tütchen Koks hervor. Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Marlena stand im Durchgang zur Küche und grinste Michel an. Sie war ein Engel. Hatte sie doch geistesgegenwärtig das Filmdöschen in die Wildnis hinter dem Haus geschmissen. Wer oder was steckte da dahinter ? In Margarita war es schon an der Tagesordnung, das bewaffnete Einheiten Razzien durchführten. Oft auch Willkürlich, und ohne Grund oder Hinweis. Natürlich waren deren Ziele des öfteren auch Hotels, Restaurants usw. von wohlhabenden Ausländern. Aber oft steckten auch böse gemeinte Machenschaften dahinter. Alle waren echt geschockt , hatte doch jeder hier am Tisch etwas mit Drogen am Hut.
Der Nachmittag verlief soweit ruhig und erst gegen Abend, als die Sonne schon untergegangen war, kamen wieder ein paar Leute vorbei. Die Nachricht von der Razzia bei Michel hatte schon Ihre Runde gemacht. Und somit kamen dann doch noch mehr Neugierige als potenzielle Gäste. Michel und Jack beschlossen nach 3 Flaschen Cacique und diversen Fröhlichmachern , heute den angefangenen Spanischkurs anzutreten. �Auf geht�s nach Por la Mar�. �Nach Por la Mar !�
Jack fragte Michel ob er wohl den 442 fahren dürfte, und Michel gab Ihm die Schlüssel. Als der Motor startete und Jack mal so richtig aufs Pedal stand, vibrierte das ganze Auto, und man konnte die freiwerdende Kraft des Aggregates spüren. Acht Zylinder im grossen Motorblock roerten wie eine Horde wilder Baeren.Wohin des Weges , wollte Jack wissen. Wir fahren nach Asuncion und von dort nach Por la Mar. Um nach Asuncion zu kommen mussten die beiden über eine unbeleuchtete sehr schlecht ausgebaute und überhaupt nicht gesicherten Straße über einen Berg fahren. Jack kannte die Strecke nicht so gut, und schon gar nicht besoffen nachts um diese Uhrzeit. Michel gab Regie Anweisungen wie Jack zu fahren habe,� Vollgas, bremsen rechts, vorsichtig ! steil nach oben Vollgas usw. Plötzlich ließ es einen tierischen Schlag gegen das Bodenblech und gleich darauf einen weiteren. Pock,pock !! Jack trat auf die Bremse und der Wagen schleuderte etwas nach links. Kam aber trotzdem noch vor dem Abgrund zum stehen. � Was war das � schrie Jack . � No se � antwortete sein Freund. Beide stiegen aus und liefen ein paar Meter zurück. Da lag ein Baumstamm auf der Strasse. Solche Idioten, dachte Michel. Als sie näher kamen sahen sie dass es sich hier nicht um einen Baumstamm handelte , sondern um den Kadaver eines 3 Meter langen Königspythons. Das war der Schocker vor dem Herren. Jack hatte eine solche riesige Schlange noch niemals zuvor gesehen. Er wollte sich ein Stück des Leders heraus schneiden aber der tote Schlangenkörper lag schon zu lange auf der Strasse, und begann schon zu stinken. Er beschloss es zu lassen.Sie waren schon ein paar Meter zurückgelaufen, als Jack nochmals umdrehte und Michel sah in unverständlich an....Jack holte den toten Körper des Reptils und verfrachtete Ihn in der unendlich wirkenden Tiefe des Kofferraumes des amerikanischen Wagens. Baunz ! Kofferraum zu und den noch laufenden 8 Zylinder Motor wieder zum heulen gebracht, donnerten Sie weiter in die Nacht ..über den Berg.... nach Por la mar. Alles in allem benötigten die beiden ( inkl. Schlangenbeschau und Abtransport ), 22 Minuten.Michel meinte das wäre keine schlechte Zeit, aber er hätte die Strecke schon schneller gefahren. � Du Arsch kennst die Strecke ja auch wie deine Hosentasche� erwiederte Jack. In Por la Mar angekommen reduzierte Jack erst mal die mörderische und halsbrecherische Geschwindigkeit, der 442 7,0 Liter Big Block brabbelte nur noch leicht vor sich hin... ein Geräusch das man von normalen Autos nicht kennt ..schon gar nicht in Deutschland.... Sie parkten den Wagen vor einer schummrigen Bar in einer noch schummerigen Strasse. Auf einem rot beleuchtetem Schild , das an zwei etwas sehr verrosteten Ketten am Vordach des Gebäudes , über dem Eingang hang, war zu lesen � La Terassa� ( Terasse oder Puff oder Bar oder Drogenhöhle ??? Keine Ahnung dachte Jack und folgte Michel ins dunkle Loch dieses Etablisments. Seine Augen gewöhnten sich erst sehr langsam an das dunkle Licht, aber drinnen dröhnte Salsa Musik aus nicht sichtbaren Lautsprechern, die überall zu stehen schienen. Es roch nach Zigaretten und Marihuana, Schweiß, Geschlechtsverkehr und Alkohol. Geile Mischung dachte Jack. Michel war verschwunden und Jack versuchte Ihn irgendwie zu finden. Aber Michel war bestimmt nicht weit, wahrscheinlich in einem Separee um sich einen blasen zu lasen, auf dem Klo um ne fette Linie Koks zu ziehen oder einfach nur langweilig an der Theke um etwas zum trinken zu bestellen. Also suchte Jack sich seinen Weg zur Theke. Volltreffer da stand er an der Bar und so wie es ausschaute war er nicht das erste mal hier, den der Barkeeper griff mit einem gekonnten dreh seiner rechten Hand in ein Regal über dem Tresen und beförderte eine Flasche Anis ( para pelear los gallos = man flösst Anis den Kampfhähnen vor dem Kampf ein damit sie aggressiver werden ) hervor. Mit großen Lettern die sehr wahrscheinlich von einem Edding Marker stammen stand für jeden sichtbar � Michael� drauf; Also hat der Kerl hier ne Flasche stehen .Gut. Wir bekamen auf Michels Order zwei Gläser mit Eis dazu auf den Tresen gestellt. Der Barkeeper schenkte ihnen ein, satt und voll. Sie waren ja eigentlich schon sehr gut verladen, aber das war ja nicht die Mission, sie wollten ja spanisch life Unterricht machen. Salut mein Freund, sagte Michel und reichte Jack das Glas. Salut erwiderte dieser und sah zu wie Michel das Glas in einem Zug leerte .Tschupp und weg dachte er und goß sich die klebrige Brühe in den Hals. Jaaaaaaaaaa !!!! Hrrrrrrrr!!! Ok. Anis ist nicht das beste Getränk bringt einen aber ganz schön schnell auf andere Gedanken wenn man total verkokst ist. Tranquillo. Sie mussten ganz schön laut sprechen, denn die Merenge Musik war sehr laut. Wie soll man denn da spanisch lernen ? Ach scheiß drauf noch ein Gläschen und dann ein Näschen und dann ein Häschen. Das Leben war schön, und die angebrochene Flasche Anis auch schon fast leer. In der Bar waren ziemlich viele Menschen, 2/3 Männer ,davon ca. 10 Touristen ( was nicht zu übersehen war, mit Ihren Bauchtaschen ( Coalas genannt) und Ihren T-Shirts mit � Isla de Margarita � oder so drauf, und 1/3 bezahlbare schwarzhäutige Schönheiten, die sich im horizontalen Gewerbe ihr tägliches Koks verdienten. Plötzlich stand sie vor ihm, klein, zierlich mit einer unbeschreiblichen Ausstrahlung. Ihre Augen glühten und bestimmt Ihre Muschi genau so. Hübsch dachte Jack,zu hübsch um ne Hure zu sein. Was sie nicht wusste war dass Jack im tiefsten inneren ein sehr roh-( mantischer ) Mann war. Seine spanisch Kenntnisse waren zu dieser Zeit recht bescheiden ( Cerveca, Perico (Koks) Monte ( Marihuana) Colita ( Schwanz in diesem gelernten Sinne war es aber der Pferdeschwanz von Michels, den er wie Karl Lagerfeld nach hinten gebunden trug und noch ein paar Schimpfwörter) Die süße Maus griff Jack zwischen die Beine und hatte seinen dicken Riemen in der kleinen Hand. Sie sah ihm tief in die stonden Augen und sagte in diesem Moment ganau das falsche.� Fucki fucki five thousand� Jack spürte einen Schwall von Erregung in sich aufsteigen, aber das war kein geiles Erregungsgefühl no way, es war Wut. Die primitive direkt Anmache der Hure ging Ihm gegen den Strich. Sie kam mit Ihren heißen Lippen ganz nah an sein Ohr und sagte so etwas wie � quero tu cola � Ich will deinen Schwanz. Jack griff mit der rechten Hand in seine Hosentasche um sein Hakenmesser zu zücken und gleichzeitig mit der linken Hand in die langen schwarzen Haare der kaffeebraunen Nutte zu greifen. Auf deutsch und ziemlich unverständlich sagte er zu Ihr � Du willst meinen Schwanz, und ich möchte deinen� und schnippelte Ihren langen schwarzen Pferdeschwanz mit der rasiermesserscharfen Klinge ab. Es schien als ob die Zeit in der schummrigen Kneipe stehen geblieben sei, nur laute Salsa Musik dröhnte noch aus den Lautsprechern. Dem Mädel verschlag es die Sprache als Sie Ihren Zopf in der linken Hand Jacks sah. Die Luft war dick und man konnte das knistern spüren, welches geradezu aus jedem Anwesenden strömte. In einer noch dunkleren Ecke am Ende der Bar, gleich neben den nach Urin und Fäkalien stinkenden Toilette, stand ein großer schwarzer breitschultirger Zuhälter langsam auf. Noch bevor er etwas sagen konnte, schrie Michel ihn auf spanisch an. Jack hatte keine Ahnung was das Thema des Gespräches war, war sich aber sehr sicher, dass es mit dem Haarabschneiden zu tun hatte. Michel schrie regelrecht über die Tanzfläche und lauter als die Musik die aus den Boxen dröhnte. Der schwarze Lude verzog sein Gesicht zu einem blöden grinsen und Michel sagte zu Jack, dass es nun genau der richtige Zeitpunkt wäre zu gehen. Sie drehten sich beide um und suchten sich Ihren Weg Richtung Ausgang. Als sie endlich nach einer unvorstellbaren langen Zeit ( so das sukzessive Gefühl, das nach einem gigantischen Ausbruch von Adrenalin die Oberhand gewinnt ) draußen in der stinkenden Stadtluft standen, sagte Michel zu Jack �Das hätte uns beiden das Leben kosten können, du verrückter Idiot, was hattest du dir dabei gedacht, der Hure die Haare abzuschneiden ?� �Nichts � antwortete Jack, mit einem lässigen Schulterzucken, die Haarsträhnen und das Messer immer noch in den Händen. Gott sei dank, war Michel als Haudegen in den Bars und Kneipen bekannt wie ein bunter Hund, das hatte Ihnen die Situation gerettet. Sie ließen den 442 dort stehen wo sie Ihn vorher abgestellt hatten, und Jack verstaute seine Trophäe in der Hosentasche. Als sie so durch die Strassen und Gassen von Por la Mar liefen, kam Michel die Idee das man eigentlich auf diesen Schreck erst mal ein Näschen ziehen sollte. Beide verschwanden wie dunkle Schatten in einem Hauseingang. Michel zog aus seinem Socken ein Beutelchen Koks heraus. Hier roch es nach Muell und Urin, �eklig�dachte jack Die alte traditionelle Art die Jack in Deutschland immer bevorzugte ( Spiegel warm machen, etwas Pulver mit einer Klinge vom vielleicht vorhandenen Stein abschaben, etwas warten und dann mit der Klinge je nach Stonedgrad länger oder kürzer zu häckeln) fiel hier in Venezuela aus. Man zog das weiße Gold einfach ordinär mit einem alten abgewetztem gerollten zwanzig Bolivares Schein in die Nase, direkt aus dem Beutel, und ohne echte Kontrolle wie viel man eigentlich wirklich gezogen hatte .Hhhrrrrgggg....Ahhhhhhhhh....Snniiiieeeeeffff. PÄNG!!! Nun waren sie wieder alert genug um Ihren nächtlichen Trip weiter zu erleben. Die Häuser und Gassen sahen eigentlich alle gleich aus, und wenn man das erste mal unterwegs ist verirrt man sich leicht in diesem Dschungel aus Mülleimern, streunenden Hunden, Bars, Pubs, Bordellen.Michel war ein ausgezeichneter Nachtführer, er kannte nicht nur alle wichtigen und unewichtigen Kneipen , ne er kannte auch jeden Türsteher, jede Hure, jeden Barmann...einfach jeden, so kam es Jack zumindest vor.Sie landeten in einer weiteren Taverne... Name unbekannt.� Hola Michel� sagte der Typ hinter dem Tresen.� Hola Alvero� erwiederte Michel. Er stellte Jack als seinen �loco Amigo � ( verrückter Freund ) vor, und mit einem eindeutigen Zeichen ( bekannt als Kussmund, mit den Lippen nach vorne gestülpt, welches bedeutet � was geht ab �oder auch anderes ) fragte der Barkeeper ohne Worte Michel ob es was zu schnupfen gäbe. Jack stand daneben und verstand erst mal gar nichts, außer dass Ihm klar wurde, dass es hier eine Zeichensprache oder besser gesagt eine Gestik Sprache gab in die er noch nicht eingeweiht war. Michel nickte und der Barkeeper bewegte sich in ein kleines Zimmer direkt hinter der Theke. Er schob einen Vorhang der eine echte Rarität war zur Seite. Die hunderte von Kronkorken aus denen der Vorhang bestand glitzerten teils golden teils rot oder auch grün, je nach dem wie welcher Strahler sie erfasste, und klingelten eigenartig, als Alvero durch Ihn schritt. Michel gab Jack mit der gleichen Geste ( Lippen zum Kussmund nach vorne gestülpt ) zu verstehen dass sie in den Raum hinter der Theke gehen sollten. Keiner der anwesenden Gäste interessierte dieser Vorgang, schien normal zu sein...es war normal! Hinten im Raum oder eher in dem Kämmerchen, stand in der Mitte ein handgefertigter, handbemalter und vor Dreck verschmutzte Tisch. Seine Farben erinnerten an den Versuch ein Möbelstück herzustellen das dem mexikanischen Santa Fe Stil ähneln sollte.... es blieb bei dem Versuch. Eine alte vergammelte und durchgefickte Matratze lag links davon auf dem Boden. Es gab keine Stühle. Jack wunderte sich wieso der Tisch da war.. aber was solls...Von der Decke hing ein Kabel an dem eine 40 Watt Glühbirne verzweifelt versuchte Licht in die Kammer zu bringen. Aber anstatt helles Licht zu werfen, kämpften sich die Strahlen durch das Gelbe des Nikotins und Süffs das über die Jahre an der Birne hängen geblieben ist. Genug Licht zum schnupfen, rauchen und ficken allemal !Michel griff wieder in seine Socke und holte das kleiner gewordenen Plastiktütchen hervor. Er öffnete es und lugte rein... es war der spärliche Rest vom Fest, und somit beschloss er das Tütchen einfach leer zu machen.Er rollte einen 100 Bolivar Schein zusammen, steckte das eine Ende in das Plastiktütchen und das andere in seine Nase. Mit einem tiefen schnief zog er sich seine Ration in eines der Nasenlöcher. Mit seinem rechten Daumen rieb er sich die Nase auf der Seite in der er sich das Pulver gezogen hatte.Er warf seinen Kopf nach hinten und lies das Pulver ein paar Sekunden wirken. Dannach gab er Schein und Tütchen weiter an Jack, der es Ihm gleich tat. Alvero zog sich dann den Rest in die Nase und öffnete das Tütchen um es sauber zu lecken. �Leckfolie� kam es Jack in den Sinn. Mit einem breiten zufriedenen Grinsen , das seine schlechten Zähne zeigte zerknüllte Alvaro das Tütchen und schmiss es zu den etwa 20 anderen Plastikknöllchen in die Ecke. Nachdem Sie sich nun wieder � frisch � gemacht hatten gingen sie zurück in den Schankraum. Voll stoned saßen sie eine Weile regungslos und unfähig zu sprechen an der Bar. Alvaro präparierte solange drei Mentirossos ( Ausdruck für Cuba Libre,bedeutet �Luegner�denn Cuba war nicht frei und immer noch von Fidel Castro regiert, deswegen Lügner) .Viel Eis, viel Rum etwas Gin, etwas Limone und ein braunes Gewürzzeug ohne Namen. Als das Eis in den Gläsern klingelte wachten Michl und Jack aus Ihrer Lethargie auf. �Salut� sagte der Barkeeper und reichte jedem ein Glas des starken Getränks. Jack wusste nicht mehr wie viel an diesem Abend er schon geschnupft getrunken und geraucht hatte, er fühlte es einfach nicht mehr.Als sie eine kleine Weile so saßen kamen wieder die Mädels, die in jeder Bar sitzen um nach zahlungswilligen Freiern Ausschau zu halten, an die Bar. Für Michel gab es von den Huren Küsschen links und rechts, und eine wollte wissen wer der andere Typ sei. Michel stellte Jack wieder vor und sagte auf deutsch zu Ihm er solle ja keine Scheiße bauen. Er sagte zu den Mädels das Jack sein verrückter Freund sei, der Haarsträhnen von Frauen sammelte. Das freute die Mädels und willig ließen sie sich von Jack jeweils eine Strähne Ihres Haares abschneiden. Nach ca. einer Stunde betraten der große Schwarze aus der Terassa mit seinen Mädels die Bar. Und der Schwarze kam direkt auf Michel zu. Er würdigte Jack mit keinem Blick und sprach etwas auf spanisch zu Michel, der wiederum dann als Dolmetscher Jack erklärte dass der Schwarze gerade gesagt habe dass er Glück gehabt hätte denn ohne Freund wäre er sicher nicht so einfach aus der Bar gekommen. Unwissend darüber dass Jack ihm im Ernstfall wahrscheinlich den Hals anstatt der Haare abgeschnitten hätte, wie gesagt verrückter Freund. Die hübsche Pferdeschwanzlose Nutte war auch dabei und als sie den anwesenden Mädels die Geschichte erzählte fingen alle an zu lachen, keiner wusste wahrscheinlich genau den Grund Ihres doofen Gelächters aber der war auch gar nicht wichtig, Hauptsache die Lage war geklärt und alle waren Happy. Das Leben war schön mit �Ö�. Es war so gegen 5:30 in der Frühe als Michel und Jack total breit den Weg zum 442 suchten und nach kleineren Umwegen auch wieder fanden. Sie stiegen beide in den Ami ein und diesmal fuhr Michel nach Hause. Genug spanisch für heute dachte Jack. Sie kamen im Restaurant an und tranken noch einen letzten Mentirosso zusammen. Jack legte sich in eine Hängematte und schlief trotz des vielen Kokains recht schnell ein. Nach Hause gehen wollte und konnte er momentan nicht.
Gegen 11:00 war es so heiß in dem Restaurant, das selbst ein Kamel nicht mehr hätte schlafen können. Jack kroch immer noch stoned und betrunken aus der Hängematte und ging nach draußen. Michel hatte nicht schlafen können und stand mit freiem Oberkörper unter der Freilicht Dusche. Er versuchte sich mit der pisswarmen Brühe wieder fit zu bekommen denn es begann ja wieder ein Arbeitstag in der Küche. � Buenos Dias � sagte Jack zu seine Freund. �Hola� erwiderte dieser. Was für eine Nacht. � Gehst du mit mir einkaufen ?� fragte Michel Natürlich sagte Jack. Sie bestiegen wieder den 442 und fuhren nach Santa Ana zum einkaufen. Michel hatte eine kleine Liste von Lebensmitteln die er benötigte, auch Cacique Rum stand mit darauf. So zwei bis drei Flaschen täglich tranken die beiden ohne große Probleme während ihrer Arbeitszeit in der Küche. Die Fahrt war kurz, denn schon im nächsten Dorf mit dem schönen Namen Santa Ana ( erinnerte Jack an Carlos Santana ) hatte Michel seinen Händler bei dem er immer für sein Restaurant einkaufte. Die Liste war recht lang, denn es war viel Betrieb gewesen in den vergangenen Tagen und die Truhen waren fast leer. Michel präparierte immer seine Saucen im großen und fror Sie ein, Bolognese, Carbonara etc. Pizza Teig wurde auch immer en gros gemacht und rationiert eingefroren. Das ermöglichte dem Profi Abends wenn der große Schwung kam oder auch wenn eine Busladung erwartet wurde schnell 30-35 Gerichte zeitgleich zu kochen und im besten Fall auch gleichzeitig zu servieren. Das war das große Geheimnis seines Erfolges, man hatte fast immer gleichzeitig alle Bestellungen am Tisch und so gehörte es sich auch, das hatte er auf der MS Taurus gelernt. Steward war er damals und bereiste die ganze Welt. Die MS Taurus war das größte Kreuzfahrtschiff seiner Zeit, und es war ein Privileg auf Ihr Steward sein zu dürfen, ungeachtet vom guten Verdienst. Nach seiner Zeit auf dem Weltenkreuzer ließ er sich auf der Insel Margarita nieder und beschloss mit seiner Frau , die er auf der MS kennen gelernt hatte, ein eigenes Spezialitäten Restaurant zu eröffnen. Aber das ist eine Geschichte die für sich alleine ein Buch füllen könnte. Jorge hieß der etwas in die Jahre gekommene Lebensmittelhändler begrüßte die beiden herzlich, gehörte Michel doch zu seinen Stammkunden die fast jeden Tag bei Ihm einkauften. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht immer alles so frisch wie nur irgend möglich zu liefern, und diese Aufgabe erfüllte er auch voll und ganz. Es gab nur noch am Hafen morgens um 3:30 frischeren Fisch . Manchmal nach einer durchzechten Nacht und wenn er dazu noch fähig war, ging Michel direkt zum Strand und kaufte bei den Fischern direkt wenn die betrunken und high von Bazuko ihren Fang nach Hause brachten ( Bazuko ist der üble Rest der bei der Herstellung von Kokain unten in der Pfanne hängen bleibt. So�n braunes Zeugs das dann wie Crack in einer Dose, oder Pfeife geraucht wird. Macht nach wenigen malen probieren total abhängig. Die User verwahrlosen und tun alles dafür um es zu bekommen, Lieber Finger weg !!) Aber heute hatte Jorge alles und mehr . Michel kaufte ein paar Kilo Red Snapper ( Pargo ) 10 Lomittos ( Rinderfilet ) 5 Kisten Salat, 3 kg Chuletta ( Kotelett vom Schwein ) zwei schöne Dorados und einen Kingfisch. Limonen hatte Michel selbst im Überfluss im Garten, genauso Mangos, Papaya und gamburcitos ( kleine super süße Bananen) Platanos ( Kochbananen ) kaufte er direkt vom Wagen wenn dieser seine tägliche Runde machte, genauso wie Melonen, Maracujas, Orangen, Kokosnüsse etc. Jorge verpackte alles in Zeitungspapier und steckte es in eine überdimensionierte Kühlbox, die Michel mitgebracht hatte. Etwas Eis drauf und dann trug er die Truhe zu Michels 442. Michel öffnete den Kofferraum und wurde schlagartig käse weiß und bleich. Er drehte sich um und kotzte in hohem Bogen alles was noch nicht so recht verdaut war und was vom gestrigen Tag und Abend noch in seinem Magen war, auf die vor Hitze flimmernde Strasse. Jack glaubte ein zschhhhhhhh zu hören als die lauwarme Kotze auf den heißen Asphalt traf. Eigentlich war es ein nettes Farbengemisch welches sich langsam auf der Strasse verbreitete und langsam in sich verlief bis es fast wie ein Gemaelde vom verrueckten Dali aussah, und irgendwie dachte Jack an �New Art Design�. Kotzbilder zu fotografieren wäre eigentlich ne Marktlücke die man in New York auf einer Promi Party vorstellen konnte. Leider kannte er niemanden in New York und wusste auch nicht wie er eine Einladung für eine Promi Party bekommen könnte. Er beschloss den Gedanken an Kotzkunst irgendwo in seinem Gedächtnis aufzubewahren und vielleicht später mal den Versuch zu starten eine Mark daraus zu machen. Aber wieso das ganze gekotze eigentlich. Jack lugte in den Kofferraum und es fiel im wie Schuppen von den Augen. Die verdammte Schlange von gestern Abend hatten beide total vergessen, das ist einer der Nachteile vom Suff und Drogenkonsum, alles erlebt sich intensiv, aber im nächsten Moment ist es Vergangenheit und meistens auch schon wieder vergessen oder von neuen Ereignissen überholt und zur Seite gedrängt. Der Python stank bestialisch und beide wunderten sich fast gleichzeitig , wieso sie vorhin nichts davon gerochen hatten. Jorge stand daneben und beobachtete beide mit gemischten Gefühlen, der eine hat den Kofferraumdeckel in der Hand und kotzte glückselig vor sich hin, der andere steht daneben und war so in seine neue Geschäftsidee vertieft, dass er alles um sich herum zu vergessen schien. Jorge war ein hart gesottener Bursche, den nichts so schnell aus der Fassung bringen konnte, aber als er über den Rand der Kühltruhe hinweg in das innere des Kofferraumes spähte, ließ er die Truhe schlagartig fallen drehte sich herum und fing ebenso an zu kotzen, Jack dachte nur � Scheiße dass ich genau jetzt keine Kamera dabei habe, dass wären schon zwei Ausstellungstücke in meiner New Yorker Galerie �, und insgeheim wunderte er sich ein bisschen, wieso er eigentlich nicht kotzen musste. Da die andern beiden absolut nicht dazu fähig waren das tote Tier aus dem Kofferraum zu nehmen, und es ja eigentlich sowieso Jacks Trophäe war und es in seiner Verantwortung lag, nahm er den stinkenden Kadaver aus dem Ami heraus, und trug Ihn an den gegenüberliegenden Straßenrand, mit der Hoffnung das die streunenden Straßenköter sich ein Festmahl genehmigen könnten. Als er wieder zurück war, hatte Michel und Jorge ihr Geschäft für diesen Tag abgeschlossen. Michel sagte zu Jack dass er nun erst mal ein Tütchen rauchen musste und einen starken Mentirosso benötigte, um den Kotzgeschmack wieder los zu werden. Sie gingen in den Bodegon an der Ecke und genehmigten sich jeder erst einmal ein großes Glas Mentirosso. Nachdem sie sich Ihren Level wieder einigermaßen hergestellt hatten, und Michel seine Kotzgeschmack weggespült hatte, stiegen sie in den 442 und fuhren Richtung Tacarigua.
So ähnlich verliefen die nächsten Tage und Nächte und Jack lernte jeden Tag etwas mehr spanisch, kokste jeden Tag etwas mehr und .....das Leben war schön, mit �ö�.
Es war Mittwoch, mitten in der Woche und die Insel war nicht gerade super besucht zu dieser Zeit, klar es war ja auch keine Temporada ( Saison ) , und zum Beginn derer dauerte es noch gut 6 Wochen. Somit waren Michel und Jack ,recht früh für den heutigen Tag, ziemlich breit und straight. Der Abend verlief mehr als ruhig und als um 22.30 immer noch niemand etwas zu essen bestellt hatte, beschloss Michel die Küche zuzumachen und rüber nach el Agua zu fahren um die Lage dort zu peilen. Auf der Seite des Tourismusses, konnte man wie in einem Spiegel das Geschäft ablesen. Für jeden der ein Geschäft irgendeiner Art führte, war El Agua Maßstab für Umsatz. Denn ganz logisch, es kamen zu dieser Zeit in der Saison ca. 2000 Gäste täglich auf die Insel, alle Hotels und Pensionen und privat Vermieter etc. zusammen waren geschätzte 3600 Betten. Der normale Temporada Rhythmus war folgender ...Hotel leer > Temporada fängt an > Hotel jeden Tag voll > Leute gehen und Leute kommen, jeden Tag 2000 Personen. Hmmmm eigentlich auch für Jack sehr interessant, denn wenn die Temporada endlich da war konnte er damit rechnen wieder als Musiker angeheuert zu werden. Die beiden beschlossen nachdem Sie die Küche aufgeräumt hatten noch ein paar Näschen zu ziehen und für auf den Weg noch etwas von Jacks Monte ( Grass ) in ein echtes deutsches Jointchen zu drehen. ( der Unterschied liegt daran, dass es zu dieser Zeit in Margarita fast keine Rolling Blättchen zu kaufen gab und die meisten sowieso Butterbrotpapier benutzten. Damit rollten Sie sich kleine runde fette Purgrasstüten, ohne Filter...) nicht heute !! Heute gab es Blättchen ( Smokings von Michel ) und reichlich Grass, also fette Tüte nach fetter Nase. Jack war gerade fertig die Tüte zu drehen, als Michel Ihm den abgeschnittenen Strohhalm reichte, mit der typischen Lippen Kussmund nach vorne Bewegung . Jack nahm das Röhrchen und steckte es sich in das rechte Nasenloch ( seine bevorzugte Seite ) . Michel reichte Jack die Kachel mit den fetten Linien drauf. Vier hatte er gemacht, zwei waren weg... logische Folge Jack hatte zwei fette Lines für sich eins links und eins rechts... das Leben war schön mit �Ö�.......Michel suchte verwirrt nach seinen Autoschlüsseln, vergas dabei ganz dass er seine Schlüssel immer stecken lässt eben damit er sie nicht verliert, und wenn ein paar Malandros die Kiste klauen , dann sollen sie nicht noch was kaputt machen, denn weg ist die Kiste im Opferfalle immer, geknackt oder mit Schlüssel, no problem...ja schon gut das Zeug.. Mittlerweilen war es fast Mitternacht und auf der anderen Seite der Insel erwachte langsam das Nachtleben, mit oder ohne Gäste, es war immer irgendwo irgendwas los auf el Agua.Jack konnte es nicht mehr länger mit ansehen und sagte zu Michel er solle doch einfach in den 442 einsteigen und er würde den Wagen nach el Agua fahren . Michel folgte Jack nach draußen und ging zur Fahrerseite des 442. Er beugte sich durch das immer offene Fenster und fasste nach dem Lenkradschloss, tatsächlich der Schlüssel steckte wie immer im Zuendschloss . Michel entschied lieber selbst zu fahren, den die letzte Aktion mit Schlange überfahren und Haareabschneiden lag noch gar nicht so lange zurück. Diesmal wollte er lieber selbst fahren. Er stieg hinter das weiße Leder Lenkrad. Es war ein originales Lenkrad wie fast alles ( ne eigentlich nicht ) original war.... na ja der Motor war nicht original und ein paar Teile am Tren delantero ( Vorder Achse )waren auch nicht mehr ganz original ;o) Der Auspuff war schon drei mal nicht original und die Weber Doppelvergaser Anlage ( 4 Stück !!!) war absolut überhaupt nicht original. Original war der Wagen immer nur dann wenn Michel Ihn fuhr. Die beiden gehörten zusammen wie ein Liebespaar... Michel und sein Oldsmobile. Bueno Er startete den 8 Zylinder Big Block und ließ Ihn kurz heulen / fauchen besser gesagt. Danach ließ er Ihn im Stand bei 800 Umdrehungen / Minute vor sich hin blubbern. Blob Blob Blob Blob 8 fette Zylinder ,geiles Geräusch machen die . Jack saß neben Ihm ready for anything. Der Wagen hatte eine typische drei Gang Automatik Schaltung ,und man konnte die Gewalt des Motores richtig spüren, als Michel den Schathebel auf �Drive� stellte.Die Katze war gesattelt .Mit durchdrehenden Reifen eine fette dichte Staubwolke aufwirbelnd verschwand das Gespann über den unbeleuchteten Parkplatz Richtung Asuncion, der Hauptstadt der Insel. Fast die gleiche Strecke die sie erst vor kurzem fuhren, über den Berg da wo Jack die Schlange gefunden hatte.Mit dem kleinen Unterschied, dass es in Asuncion am Crucero nicht weiter nach Porlamar ging, sondern die beiden bogen an der Bomba ( Tankstelle ) links ab Richtung Salamanca, da wo auch der Tierarzt seine Praxis hatte. Über Salamanca, nach Paraguachi am Strand Parquitto vorbei nach El Tirano und dann nach El Agua.Sie nahmen die große Einfahrt runter zum Strand, entlang der Restaurantes und der kleinen Pubs.Der feuerrote 442 war mehr als bekannt auf der Insel ( und auch das einzigste Oldmobil 442 auf der Insel ) und somit kamen die beiden aus dem Grüßen der Pannas ( Freunde ) gar nicht mehr herraus.Blob Blob, hörte man den fast im Stand drehenden Big Block.Sie parkten den Wagen vor Seniora Irmas Live Restaurant Cuaiquerie. Es war immer gut hierher zu kommen.Der Laden war gemächlich voll, aber es kamen gegen später noch ein paar Touris vorbei die auch an der Bar dann ein paar wenige Drinks nahmen, die meisten waren eh schon zu voll ... All inklusives Reisen macht die kleinen Läden kapputt. Die Leute geben kein Geld mehr aus, Sie ballern sich die Birne im Hotel voll und gehen dann noch ein bischen um die Häuser, aber wirklich Geld ausgeben tun die Allinklusivies nicht. Meistens bezahlen Sie ihren Urlaub erst nach dem Sie wieder zu Hause angekommen sind.Es war also noch nicht richtig der Bär los, als die beiden Händeklatschend an den Tresen gingen.Irma bezahlte Ihren Musikern nicht sehr viel ,aber Sie garantierte den Bands auch in einer schlechten Saison und über die Zeit wenn nichts los ist auf der Insel, bei Ihr zu spielen. Später hörte Jack den Spruch von Ihr � Bei den anderen Restaurant und Strandbar Besitzern isst du immer nur einmal fett, bei mir bekommst du das ganze Jahr über Brot �macht Sinn, ne? Somit war auch an diesem abend für Live Musik gesorgt. Die Band spielte in Ihrem zweiten Set Lieder aus der venezuelanischen Folk Szene, Traditionelles und hier und da etwas von J.J.Cale. Michel und Jack saßen am Tresen und man hatte smal talk mit anderen an der Bar. Als die Band zu spielen aufhörte, um eine Pause zu machen, ging Jack vor auf die Bühne, um den Sänger und Ovation Gitaristen mit Namen Carlo anzusprechen. Die beiden hatten sich schon ein paar mal vorher flüchtig gesehen. Jack spielte, wenn er spielte, bei dem Kanadier in der Band. Richard hatte zu dieser Zeit keine Auftritte, da er es bevorzugte den � großen � Reibach während der Temporada zu machen. Gringo halt ! Carlos hatte ein Jahres Engangment bei Irma, verdiente also das ganze Jahr über etwas weniger als Richard mit seinen Mannen, hatte aber im Endeffekt immer etwas � Brot � dank Irma.Carlos schaute rüber zu seinem Gitarero mit dem unglaublichen deutschen namen Walter ! Wie klein die Welt doch ist ,dachte Jack. Walter zog in der Pause gerade eine neue Seite auf seine schwarze Les Paul auf, und nickte mit einem Gitareenpick im Mund grüßend zu Jack rüber.Carlos hatte die Menatalität einer Schlaftablette, langsam, gemütlich , ausgeglichen und zufrieden wirkte er auf Jack. Er hatte in der rechten Hand ein Glas Whisky mit Eis und man sprach über die gute alte R&R Zeit. Da waren Sie beim richtigen Thema angekommen . Jack fragte Carlos,dannach warum Sie nicht ein bischen peppigere Musik machen konnten, und Carlos antwortete darauf, dass es Irma in den ersten zwei Sets nicht erlaubte zu rocken, Sie wollte, dass Ihre Gäste während dem Essen leicht live berieselt wurden. Aber später dann werden sie Stones und Clapton und Doors und Pink Floyed und und und spielen.Jack fragte ob er vielleicht ein Set mit jammen konnte, hatte er jetzt auch schon eine Weile nicht mehr live gespielt. Carlos fragte Walter nach seiner Meinung , der erwiederte immer noch an der Saite drehend und das Gitarren Pick im Mundwinkel, � Si como no � also warum nicht. Carlos fragte Jack ob er auch Bass spielen könne und der antwortete mit der gleichen Phrase die Walter just einen Augenblick zuvor von sich gab mit � Si como no �. Bueno man lachte, und als Walter dann endlich fertig war mit Saiten aufziehen, beschloss der Rest der Band in Carlos alten Dodge Dart eine Runde um den Strand zu drehen, denn Irma hatte Ihre Augen überall und Sie duldete auf gar keinen fall schnupfen auf den Toiletten. Während dessen war auch Michel dazugestoßen und begrüßte die Pannas mit Handschlag Abklatsch( amerikanische Kopie der Shake Hands ) Technik.Man verließ in einer kleinen Gruppe die offene Strandbar und ging zielstrebig auf Carlittos alten 72 Dodge zu. Es war immer wieder faszinierend wie viel Platz in den alten Amischlitten zu finden ist.Aber man konnte das ja an den Por puestos sehen, und somit verschwand die gesamte Band inkl. Michel und Jack in der Limusine.Carlitto startete den 8 Zylinder und man fuhr sehr langsam an der Strandpromenade vorbei bis ans Ende und dann links hoch zur Strasse. Dies war ein guter Abschnitt, denn man konnte sehen was vor und hinter einem geschah. Also raschel raschel jeder sein Tütchen aufgemacht und geschnupft. Jack sah das erste mal wie die Musiker hier schnupfen, Walter nahm das Gitarren Pick das er immer noch im rechten Mundwinkel hatte endlich herraus und trocknete es an seinem T-Shirt mit dem Aufdruck von Van Morrison , ab. Dannach benuzte er die kleine Plastikscheibe wie eine Schaufel und spachtelte sich etwas in die Nase. Pancho, der chilenische Drummer, hatte natürlich genauso wie Michel und Jack, kein Gitarrenplättchen einstecken und er fragte auf spanisch ob er Walters Pick benutzen konnte.Der reichte Ihm seinen Koks Beutel und das Plättchen. Carlos tat das alles währendem er weiter am fahren war. Es schien als ob die Rundstrecke um den Strand herum genau ausgemessen war um 7 Mann in einem Dodge, rollend zu stonen. Das letzte Tütchen wurde saubergeleckt ( Leckfolie ; man konnte den Rest aus dem Plastiktütchen auch an einer feuchten Votze abschmieren um es danach wieder abzulecken ohne Syphillis auf der Zunge zu bekommen, sagte Norbert,ein alter Freund von Jack und thailandgereister Leckfolienerfinder) als Carlos seinen Dodge wieder auf den gleichen Parkplatz vor dem Cuaiqerie parkte. Mann hatte beschlossen den Abend zu eröffnen. Der Laden war mittlerweilen, obwohl es noch keine Temporada war, brechend voll. Huu, Walter ging zielstrebig auf seinen 80 Watt Peavy Verstärker zu, drückte den Powerknopf und drehte das Volumen über die Hälfte auf.Er war nun in seinem Element Rock�n Roll ! Die zwei vorherigen Sets waren nur Dinnermusik und eigentlich mehr als langeweilig für die meisten Musiker der Band.Aber nun ab dem dritten Set waren alle Kanäle offen, die Gäste hatten gegessen, und waren schon recht besoffen ,oder sonst wie beturned.Es musste so gegen 23:45 gewesen sein als Walter anfing dub dub du du dub dub du du du dub dub zu spielen...�Sympathy for the devil� von den Stones. Jack hatte mittlerweilen den Bass umhängen und stieg in das vorgegebene Riff ein Bum bum bub bub bum bum bu bu bum während Pancho einen noch nie zuvor gehörten Caribischen Rhythmus dazu auf dem Schlagzeug trommelte.Yeah das klang cool...Anstatt der originalen Congas Bongos oder was auch immer die Stones spielten.� Please allow me to introduce myself , im a man with love and faith� sang Carlitto genauso langweilig wie er zuvor mit Jack gesprochen hatte,Morphium verdächtig .In der zweiten Strophe konnte Jack es nicht mehr aushalten und ging an das Microphon von Walter und gröhlte mit seiner geilen Stimme � Ive been around St. Petersburg, when i saw it was time for an change...� Das Publikum tobte, Walter flippte an der Gitarre aus, und Carlos schloß die Augen und genoß was immer in seinem Kopf abging.Die Stimmung drohte zu explodieren, als Walter ein ca 15 Minütiges Gitarren Solo spielte, die Gäste tanzten auf der ueberfuellten kleinen Tanzflaeche und zum Teil auch auf den Tischen und Stühlen und gröhlten � dub duh....dub duh...�Die Band war nun nicht mehr zu bremsen.Und als der letzte Trommelwirbel das Ende des ersten Songs ankündigte, konnte auch Jack sich nicht mehr halten. In den ausklingenden Tönen des Stones Songs rief er seinen Mitmusikern zu � Cocaine � und begann in den donnernden Applaus hinein mit der Bassgitarre das Riff von Claptons Song � Cocaine � zu spielen. Dadam dadam dab dah.... bum bum dadam dadam dab dah.... bum bum � If you want to hang out you gotta take it out ... und die Menge schrie �COCAINE!� Walter war der brillianteste Gitarrenkünstler mit dem Jack jeh zusammen gespielt hatte, ein Genie, der seinesgleichen nur schwer zu finden war, später stellte sich herraus dass er als Mensch ein ziemlicher Arsch war.Aber so sind Sie halt die Genies.Irma machte an diesem Abend mehr Umsatz als jemals zuvor in einer Zeit außerhalb der Saison. Die Band spielte und improvisierte den � Roadhouse Blues � von den Doors, rockte Smoke on the water und dieser Set schien unendlich zu sein. Nach fast einer Stunde war es Zeit eine Schnupf und Erfrischungspause zu machen und sie spielten den letzten Song für diesen Set, Lossing my Religion von REM.Nachdem die Verstärker Anlage wieder zum abkühlen ausgeschalten wurde, kam diese nur 152 cm große Dame Irma, zu den Musikern und sprach auf spanisch zu Bandleader Carlos. Er hörte Ihr aufmerksam zu ( oder zumindest versuchte er es ) und kam dann zu Jack , der mit Michel und einer kleinen neugefundenen Fan-Gemeinde außerhalb der Bar auf der Strasse stand. Er meinte, ob Jack fest in die Band einsteigen wolle, dass aber bedeutete aber dass er bei dem Kanadier aussteigen muesse. Die Entscheidung viel Jack nicht sehr schwer, hatte er doch soeben einen der geilsten Auftritte in seiner Karriere als Muckemacher hinter sich, ok damals 1974 in der Dortmunder Westfalen Halle das war schon fettes Brot. 12000 Leute und Jack alleine auf der Bühne �Johnny B.Good �spielend war nicht so einfach zu toppen, aber damals hatte er keine Band mit sich. Er spielte im Rahmen eines Newcomer Festivals und belgte in der Gesamtwertung leider nur Platz 4. aber das war damals, jetzt ist hier and now.R&R Venezuelano.Sie spielten noch bis morgends 4:30 und der Laden wurde einfach nicht leer. Irma bezahlte an Cariltto den doppelten Preis unter der Bedingung, dass er Jack engagierte, was er gerne tat. Von nun an war am El Agua eine neue Ärea geboren, und ein neuer Star! Carlitto gab Jack 2000 Bolivares für seinen Auftritt und sagte er würde Ihn morgen in Tagarigua abholen gegen 21.00 für einen weiteren Auftritt in einem Hotel am Strand. Und wieder einmal war das Leben schön mit �Ö�. Michel sprach den ganzen Weg über fast kein Wort und Jack dachte er wäre zu müde oder zu stoned oder vielleicht sogar beides. Auf dem Parkplatz vor dem Restaurant Michaels sagte er nur ein paar wenige Worte,aber er meinte es sehr ernst.� Jack , du hast die Langweilige Musikerscene letzten Abend zu neuem Leben erweckt.Stellenweise dachte ich ich bin hier auf dem falschen Konzert, und wunderte mich wie Irma es fertig gebracht hatte die Stones, die Doors, den alten genialen Clapperton und all die anderen in einer Band zu vereinigen. Jack sagte in diesem Moment gar nichts. Er war selbst überwältigt. Von diesem Tag an sollte es keinen Tag mehr ohne Auftritte für Jack geben , und das für die nächsten 7 Jahre!
Sie gingen schweigend nebeneinander her um das Haus herum zum Hintereingang.Jack und Angi wollten schon runter zu Emerald und Franks Haus, als Michel vorschlug noch ein Tütchen zu rauchen.�Gerne�, erwiderte Jack, und so saßen Sie da auf der Terrasse hinter dem Restaurant, neben dem selbstgemauerten Bad und in den Sonnenaufganbg blickend, rauchend und langsam runterkommend von den Turbulenzen, der Lautstärke, dem wilden getanze und gegröhle der vergangenen Nacht.Mit trockenem Mund und kaum fähig einen sinnvollen Satz zu formulieren, sagte Michel, er müsse sich nun wohl einen neuen Küchengehilfen suchen, jetzt wo die first Lady von El Agua dafür gesorgt hatte , dass das Talent nicht irgendwo verkümmert.Beide lachten und waren zu aufgedreht um wirklich schlafen zu gehen, und somit beschlossen Sie schon einmal den kommenden Tag zu planen und die Einkäufe zu erledigen. Gegen 15:00 mußte Jack sich ablegen, denn die Muedigkeit und die Erschöpfung forderten Ihren Tribut. Also ließ er Michel alleine in der Küche und trottete mit Angi die wenigen Meter hinunter, zu dem Haus indem er wohnte. Gut dass er keinen Spiegel hatte in den er schauen konnte, er würde sehr wahrscheinlich vor sich selbst erschrecken. Die Spuren der vergangenen Nacht und überhaupt der vergangenen Tage und Wochen hinterließen tiefe schwarze Säcke unter den Augen und überhaupt sah er etwas gealtert aus.Als er das Tor in die Casa Marlena aufstieß rannte Angi wie immer, direkt in das offene Wohn und Esszimmer um Emerald und den Rest der Leute zu begrüßen. Ja wenn sich jemand fragen sollte, der Hund war immer dabei 24 Stunden / Tag, 11 Jahre lang. Sein Baby ! Die Clicke saß im Wohnbereich und chillte vor dem TV. Sie hatten die Lautstärke abgedreht und hörten über die Stereoanlage Willy Colon , ein venezuelanischer Salsa Hero der ersten Tage. Als Jack den Raum betrat waren alle Still.Keiner sprach ein Wort, es war fast schon beängstigend wieso denn niemand etwas sagte.Emerald unterbrach dieses Schweigen und Sie sagte Enrique wäre vor einer Stunde dagewesen und habe über den Auftritt gestern Abend berichtet. Hmmm ? Wieso fragte Jack ? was gibt es da zu berichten ? Na wie toll der Auftritt gestern Abend gewesen wäre, dass es sich wie ein Lauffeuer über die ganze Insel verbreitet hatte, dass Carlos einen neuen Sänger und Bassisten habe der alle Füße zum tanzen und alle Leute zum schwitzen bringen konnte. Ich denke die meint mich, dachte Jack. Ja was wäre da so besonderes daran, er habe nur ein bischen Spaß gehabt, mehr sei da nicht gewesen. Frank sprang aus seinem Sessel hoch und sagte fast zu laut � Das nennst du ein bischen Spaß haben ?� Die ganze Insel redet über dich, du bist der neue Star am Playa el Agua!� Während Ihr gespielt habt machte Enrique seine allnächtlichen Runden und in all den anderen Bars und Pubs war nichts los... alle kamen gestern ins Cuaiqerie zu euch um das Spektakel zu sehen.Jack war den vergangenen Abend wahrscheinlich zu stoned um das geschehene so zu sehen, ja die Leute tanzten auf den Tischen, und Stühlen, dass Irma das Bier und ein großer Teil ihrer Schnäpse ausgegangen sei davon bekommt man als Muckeman nichts mit. Sie schickte gestern Abend zwei mal einen Ihrer Barkeeper zur Konkurenz um Bier und Schnaps zu kaufen. Selbst der doppelt berechnete Preis war für Sie kein Hindernis die Party am Leben zu halten.Später am Abend erfuhr, er dass etliches Mobiliar zu Bruch ging und das die strenge Irma sogar darüber gelacht hatte, was eigentlich unvorstellbar sei.Daraus kann man natürlich vieles schließen aber sicher war, dass es ein rießen Geschäft für Sie gewesen war.Jack war aber jetzt doch zu müde um die ganzen Loorbeeren einzusammeln und hinterließ die Clicke mit einem müden Lächeln.Er ging die Treppe hoch zu seinem Zimmer, Angi sprang auf das Bett und machte es sich gemütlich ...auch Sie schaute Ihn an als wäre er etwas besonderes. � Rutsch rüber altes Mädel� sagte er nachdem er ohne zu duschen auf die Matraze kam. Er nahm seine Hündin ganz fest in den Arm und beide schliefen am späten Nachmittag zusammen glücklich und selig ein.Schoen mit �oe�
Blop blop blop ( 8 Zylinder Geräusch) tüüt tüüt tüüüüüüüüt. Jack wachte auf. Durch die kleinen Scheiben drang schon die Abend Dämmerung, auch wenn die Tage in der Karibik erst gegen 22:00 enden war es doch jetzt schon recht dunkel in seinem Zimmer,das lag wahrscheinlich auch an dem uralten Mangobaum vor seinem Fenster. Angi war schon wach, und sie leckte Ihm ganz vorsichtig den linken Backen.tüüüüütüüüüüt tüüt tüüt klang es von unten von der Strasse.�Jackooo� hörte er Emerald seinen Namen rufen. �Riccooo bist du wach ??� � Ja gleich� antwortete er � was gibt es ?� � Carlos wartet draußen auf dich soll ich Ihn hochschicken ?� � Ja bitte tu das ich muß noch duschen � Ja richtig es ist ja schon wieder Zeit zum �arbeiten�.Das Geräusch des 8 Zylinders verstummte und Jack hörte ganz schwach von unten Carlitos Stimme. Er begrüßte seine Hündin und raffte sich auf unter die Dusche zu gehen. Die Duschen in Venezuela vielleicht auch in der ganzen Südamerikanischen Welt waren nicht das was er aus Deutschland kannte.Das Wasser wurde meistens von einem Camminion ( Wassertransporter) geliefert, und kostete in der Regel zwischen 8000 und 11000 Boliveres für 10000 Liter, die dann in einen Tank unter der Erde gepumpt wurden. Manche Leute die direkt an einer Strasse wohnten hatten in manchen Dörfern das Glück �Agua de la Caille� also Straßenwasser zu bekommen. Die Insel hatte selbst nur eine sehr kleine Salzwasser Aufbereitungsanlage die nicht einmal für ein drittel der Bevölkerung reichte, das Hauptwasser wurde über eine Unterwasserpipeline vom Festland rübergepumpt. Hatte man nun in seinem tank Wasser musste es über eine extra Pumpe auf einen Wasserbehälter auf dem Dach des Hauses gepumpt werden, um von dort aus über Plastikrohrleitungen zur Küche, den Toiletten und auch der Duschen verteilt zu werden. Das Gefälle vom Dach bestimmte den Wasserdruck. Da Jacks Zimmer im oberen Stockwerk angesiedelt war, war der Druck auch nicht so groß und das Wasser plätscherte lauwarm aus dem Duschkopf. Oft stand er unter der raren Wasserdusche und wünschte sich ein deutsches Vollbad, schön warm und schaumig und vielleicht mit einer hübschen Lady angereichert die nicht nur seinen Rücken schrubbte... Träum weiter alter Junge und beeil dich, dachte er. Duschen machte soweit keinen Spaß aber irgendwie musste man ja Körperhygiene betreiben. Nach ca. 5 Minuten verließ er sein im Kolonialstil gehaltenes Bad und trocknete sich ab. Er zog sich seine verrissene Levis an und nahm sich ein frisch gewaschenes Muscle Shirt aus dem in die Wand gemauerten Kleiderschrank. Adidas Turnschuhe, knöchelhoch ,wie er sie schon in der Schule trug, vervollständigten sein Outfit für heute Abend. Als er die Treppe runterlief glitt Angi an Ihm vorbei nach unten und begrüßte alle im Raum mit Stummelschwanz Gewedel und einer Art von Jaulgesang, ein Zeichen dass sie sich freute.Jack war gerade auf der Hälfte des Treppenabganges angelangt als er ein ihm wohl bekanntes Geräusch vernahm. Snnnniiiieeefff ......Ahhhhhhhh � Que bueno su perico� hörte er die Stimme von Carlos noch bevor er ihn sah, und wusste dass er sich gerade eine Nase voll von Franks gelben Kolumbianer Koks gezogen hatte. � Hola Jack, como estas ?� erkundigte sich Carlito nach Jacks Befinden.� Bueno, pocitto cansado, pero bueno � antwortete Jack noch ein wenig verschlafen. Frank sagte auf deutsch� Komm Alter ich mach dich frisch für den Abend� und häkelte eine 5 cm lange gelbe Bahn auf der Marmorplatte für Ihn. Jack machte sich frisch und nach kurzem Palaver verließen er und Carlito die Casa Marlena. Draußen vor dem Tor stand der im original Lack restaurierte ockerfarbene Dodge Dart von Carlos.Jack hatte eigentlich keine Ahnung wo sie heute spielen sollten und fragte Carlos danach. Der meinte, dass sie heute im Hotel vom deutschen Honorar Konsul spielen werden, und betonte � alles nur deine Landsleute �( su paisanos ). Das gerade geschnupfte Höllenzeugs tat seine Dienste sehr gut, beide saßen im Dart nebeneinander, und während Carlos versuchte den Wagen auf der Strasse zu halten , hatte Jack damit zu kämpfen seinen Kreislauf unter Kontrolle zu bekommen. Mega geiles gelbes Gift hatte der Frank .Nach ca 10 Minuten Autofahrt, entrann Carlos endlich ein Schwall von Worten über die vergangene Nacht. Jack war sich einerseits seiner musikalischen Fähigkeiten bewusst aber welche Welle er damit gestern Abend ausgelöst hatte war Ihm selbst auch ziemlich neu. �Gut� dachte er so für sich. Seine berufliche Karriere war ihm erst mal sicher. Er kannte die Begebenheiten und Umstände einer Band in Deutschland. Proberaum, zwei bis dreimal die Woche, für mindestens ein Jahr lang proben, dann der hunderste Versuch in einer Eigenproduktion ( die Band finanziert und meistens die Eltern und Großeltern auch noch ) eine mehr recht wie schlechte Studioaufnahme zu produzieren,um dann �eventuell� ein paar mal im Jahr irgendwo aufzutreten, not realy �Big Biz�, nicht wirklich ein Beruf um sich seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Meist drittklassige �Möchtegern Musiker� mit denen er jahrelang in verdreckten , vom Schimmel und Feuchtigkeit bewohnten Kellern den Traum vom �Star� geträumt hatte. Zwei ,drei eigene Riffs und man dachte schon einen Hit ja sogar einen internationalen Hit Listen Platz 1 geschrieben zu haben. Und noch bevor auch nur ein einziger das gerade gespielte aufgeschrieben oder sonst irgendwie festgehalten hatte wurde das ganze auch schon mit reichlich Bier aus der Dose ( der durstige Mann � Tuborg� ) gefeiert, und auch schon wieder fast vergessen. Der zweite Versuch das gerade befeierte Musikstück zu wiederholen scheiterte meisten sofort und endete in einer längeren Diskussion die sich immer ungefähr so anhörte � Also wenn ich ähmmm spiele dann musst du tatatatata machen und nicht taramtaram � ,� ja aber der Schlagzeuger hatte den Break vergessen und da wollte ich ....bla bla bla . Hier in Margarita galten gaaanz andere Gesetze. Eines davon Gesetz lautete:� Wer ein Auto und eine Anlage, drei Mikrofone inklusive Kabel und Ständer, zwei gebrauchte, aus den Staaten importierten alten Peavy Lautsprecher, und einen mindestens 100 watt 4 Kanal Powermixer ( Peavy :o( ) hatte ,war erst mal �Bandleader�. Spielte er auch noch Gitarre und versuchte sich im singen, dann war sein Erfolg schon festgelegt. Bandleader machen die Gigs aus, kassieren die Kohle und bezahlen ihre Mitmusiker meistens nicht korrekt, aber das wusste Jack zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber er erinnerte sich noch an die 2x250 Watt Proberaumanlage im Schimmelkeller neben der Schnapsbrennerei. Das war gerade mal genug um einen mehr oder weniger anständigen Sound zum proben zu haben. Hier in Margarita waren 100 Wattchen schon genug um live Open Air zu spielen. Er schüttelte den Kopf und konnte sich das gar nicht vorstellen, aber so war Sie halt, seine Traum Insel. Mittlerweilen hatte Carlos Ihn recht zu getextet und Sie bogen mit dem schweren Amischlitten in eine kleine Gasse in Pedro Gonzales. Gasse ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, eher Sand, Dreck oder auch Matschweg wäre besser gewesen. Nach den alltäglichen Regenfällen ,die von jedem dankend erwartet wurden, waren die unbefestigten Strassen immer matschig. Kleine Bäche rannen die unasphaltierte Strasse herunter. Jack hatte keine Ahnung wo Sie hinfuhren und dachte für sich, �komische Ecke für ein Hotel�.Carlos informierte Ihn darüber, dass er noch den Schlagzeuger Pancho und den Gitaristen Walter abholen musste, da es erstens seine Aufgabe als � Bandleader� war dies zu tun und zweitens die anderen Musiker keinen Transport hatten. Sie hielten vor einer Blech Hütte den Wagen an, und Pancho hatte schon sein Drumset vor der Tür bereit gestellt. � Hola� begrüßte er die beiden im Wagen und verstaute die 26� Zoll Bassdrum samt den innen befindlichen Tom Toms auf dem Rücksitz. Carlitto stieg aus und Jack folgte Ihm.Jeder der drei hatte etwas in der Hand und somit wurde das gesamte Drumset inklusive Ständer Sitz und Becken in einem Abwasch verladen. Im Kofferraum war kein Platz mehr, denn da hatte Carlos seine Anlage verstaut.( Boxen,Verstärker, Kabel, Ständer ,eine Tasche mit Micros und seine Gitarre ).Panscho stieg hinten ein, und Jack war erst mal froh, dass er der erste war der von Carlos abgeholt wurde, denn somit hatte er den besten Platz vorne auf der dreier Sitzbank im Font des Dodges bekommen.Mittlerweilen war es schon kurz vor 22.00 und um 23:00 sollte die Show beginnen.Auf dem Weg zum Hotel hielten Sie nochmal kurz am Bodegon Tirano an wo Walter der Gittarist schon wartete. Walter bekam seinen Namen von seinem Grossvater der irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg von deutschland nach Venezuela ausgereist war, wahrscheinlich ein Ex Nazi ( oer auch nicht ), egal, irgendwann spaeter erzaehlte Walter, dass er noch eine echte Mauser Pistole von seinem Opa geerbt hatte, die Knarre der SS. Jack war das zu Anfangs nicht so geheuer, da er aus einer Zigeuner Familie stammte und keine guten Erfahrungen mit �Deutschen � gemacht hatte. Er hatte eigentlich gar nichts mit diesem Deutschland gemeinsam, und das war nicht unbedingt seine Schuld, nein, dieses �Deutschland � inwelches er als zweite Generation nach dem Krieg reingeboren war, war nicht seine Heimat, da die Zigeuner auch 40 Jahre nach dem Krieg in Deutschland mehr ungern gesehen waren. Zu diesem Zeitpunkt hasste er die Deutschen mehr als alles andere, wurde doch seine Grossmutter im Konzentrationslager Ausschwitz vergast, und ... ach vergiss es dachte er in diesem Moment, du bist nicht mehr dort, wo niemand dich und die deinesgleichen haben moechte, du bist hier in Venzuela 11000 Km weg von allem Rassismus und Nazismus, weg von den taeglichen Beleidigungen , Kaempfen und Sorgen, weg...
Walter war auch schon �geladen � er stieg vorne in den Dodge , begrueste alle mit ueberschwenglichem Getue und Gerede.Carlos fuhr nun doch noch etwas schneller, da die Zeit im Fluge vergangen war. Im Hotel angekommen trugen alle Musiker die Anlage zum Swimmingpool und Carlos schloss alle Kabel und Microphone an. Es waren tatsaechlich nur Deutsche im Hotel und bevor Carlos nichtwissend den falschen Satz sagte, meinte Jack zu Ihm er solle auf gar keinen Fall erwaehnen dass er in Deutschland geboren wurde. Der Gig verlief reibungslos und in den Pausen wurde am Buffet fuerstlich gespeist. Walter stopfte sich die Gitarrentasche mit Essen inklusive Geschirr, voll. Die Band Sylvester spielte jeden Abend irgendwo auf der Insel und somit hatte Jack eine feste Arbeit und festes Einkommen, es war sogar genug um nachdem er halbe Huehner fuer Angi kaufte, Bier und Zigaretten besorgte, sogar noch ein paar Boliveres zu sparen.Die wochen vergingen so schnell ohne dass man es wirklich bemerkte. Das Wetter blieb fast unveraendert, ausser in der � Sommerzeit � regnete es mehr als sonnst und an diesen sehr heissen Tagen war der taegliche Regen immer eine willkommene Abwechslung.
2 b continued
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